Brigantine
von der Brigadcstellung Gebrauch und ging nur da von ihr ab, wo das Terrain es durchausfodecte. Die Infanterie formirtc die Treffen zu zwei, drei und zwei Bataillonen, oder bei neunBataillonen starken Brigaden im I. 1815 zu drei, vier und zwei oder zu drei mal drei Ba»taillone». Das erste Treffen stand deployirt, die Bataillone des zweiten und dritten Treffensin Kolonnen. Die Brigadccavalerie (vier bis acht Schwadronen) stand hinter der Mitte oderauf einem Flügel, die Artillerie (acht Geschütze) dem Terrain gemäß, ohne daß ihr ein be-stimmter Platz angewiesen war. Dem Wesen nach besteht diese primitive Kampfstellungnoch gegenwärtig in der preuß. Armee, obgleich sich in den Formen Manches geändert hat.
Brigantine nennt man ein kleines Schiff mit niedrigem Bord, welches auf jederSeite 10—15 Ruderbänke hat, aber auch Segel führt, und gegen 100M. faßt. Die Rude-rer mußten sonst zugleich Soldatendienste thun und hatten ihre Muskete unter der Ruder-bank. Jetzt bedienen sich der Brigantinen nur noch Seeräuber im Mittelländischen Meere.
Brigg, öfters gleichbedeutend mit Brigant ine (s. d.) gebraucht, nennt man eincweimastiges Kauffahrteischiff, welches einen großen und einen Fockmast mit Stengen nndBramstengen führt, und dessen großes Segel ein Baum- oder Gieksegel ist. Zum Kriegs-dienste ausgerüstet, führen die Briggs 10—20, auch wol 30 Kanonen.
Briggius, eigentlich Henry Briggs, ein engl.Mathematiker, geb. 1556zuWar-leywod in der Grafschaft Aork, kam, von äußern Verhältnissen wenig begünstigt, erst in sei-nem 23. Jahre auf die Universität zu Cambridge, wo er sich durch sein mathematisches Talentgleich anfangs sehr auSzeichncte, und wurde später Professor der Geometrie am Gresham-College in London und nachher Professor derselben Wissenschaft in Oxford. Niemand gab sichgrößere Mühe mit der Berechnung der Logarithmen und mit der Verbreitung dieser nütz-lichen Erfindung als B. Neper, sein Freund und der eigentliche Erfinder der Logarithmen,hatte früher die sogenannten natürlichen Logarithmen in eine Tafel gebracht, aber B. machte diewichtige Bemerkung, daß ein anderes System,inwelchemder Logarithmus derZahllOgleichderEinheit ist, viel bequemer zum Gebrauche sein würde, und Neper billigte die Abänderung.Noch gegen das Ende seines Lebens wollte Neper mit B. diese neuen Tafeln berechnen, aberjener starb und die ganze Arbeit mußte von B. allein vollendet werden. Dieser gab 1618als Probe des neuen, nach ihm benannten und noch jetzt allgemein gewöhnlichen logarith-mischen Systems die Logarithmen der ersten tausend natürlichen Zahlen nach diesem Sy-steme, aus acht Decimalstellen berechnet, unter dem Titel „I>ogsr>tbmoru,ii ctuliss primu"heraus, einige Jahre nachher aber in seiner „^ritllmeticn logaritbmica" (Lond. 1623) dieLogarithmen der natürlichen Zahlen von I—20000 und von 90000—100006 mit 14Decimalstellen, die Frucht eines vieljährigen unermüdlichen Fleißes. Er foderte andereRechner auf, ihn bei Ausfüllung der gebliebenen großen Lücken zu unterstützen, und botihnen zu diesem Zwecke sowol seine Anleitung als das schon liniirte Papier an, während ersich selbst mit einer Tafel der Logarithmen der Sinus und Tangenten durch alle Hundcrt-theile eines Grades, auf 13 Decimalstellen, beschäftigte, die, zugleich mit einer Tafel dernatürlichen Sinus, Tangenten und Secanten, nach seinem Tode zu Gouda in Holland 1633erschien. Er starb zu Oxford am 26. Jan. 1631.
Brighella, s. Masken.
Brighton, ursprünglich Brighthelmstone, kt der Grafschaft Sussex an derSüdküste Englands, früher ein unbedeutender Fischcrort, den nur wenige Fremde bei derÜberfahrt nach Dieppe berührten, ist jetzt eine bedeutende Stadt und eins der besuchtesten undglänzendsten Seebäder Englands. Die Stadt breitet sich theils in einem kleinen Thale amSteyne nach Lewes hin, theils zu beiden Seiten der Meeresküste aus. Sie zählt gegenwärtig-18600 E-, welche Fischerei, Handel und Schiffahrt treiben, und hat viele schöne Prachtge-bäude. Namentlich zeichnet sich der sogenannte Crescent oder Kcmp-Town aus, ein impo-santer Halbcirkel der schönsten Gebäude an einem schönen freien Platze, auf dem die zwarähnliche, aber geschmacklose Statue Georg's IV. in Dragoneruniform steht. Die Bade-anlagen, namentlich die geschmackvollen Alsliammeck buttis, sind in engl. Weise sehrgroßartig ausgeführt. Auch ist in B. ein Telegraph. Ihr schnelles ^mporkommen ver-dankt die Stadt der Vorliebe Georg's IV., der als Prinz-Regent auf den Einfall kam.hier das Seebad zu gebrauchen, und sich daselbst so wohlgesiel, daß er alle Jahre zurückkehrte
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