608 Brienne (Lomeuie de) Brrgadestellung
levcnt gegen B. zog. Daß Terrain erlaubte nur wenig Geschütz wirken zu lassen; doch derMuth der Truppen ersetzte diesen Mangel. Der Kronprinz von Würtembcrg wars zuerstden Feind aus seiner Stellung am Walde und entriß ihm den wichtigsten Posten von LaGibrie,'den zwar die Franzosen sogleich wieder angriffen, nach langem Kampfe aber demSieger überlassen mußten. Giulay nahm Unicnvillc, und Sacken drang bis La Rochierevor. Um drei -Uhr waren alle Schlachtlinicn in Wirksamkeit. Ein heftig fallender Schneekonnte zwar das Feuer einen Augenblick zum Schweigen bringen, aber die Thätigkeit derKämpfenden nicht lähmen. Napoleon leitete fortwährend die Schlacht selbst und kämpfte,sich oft persönlich der Gefahr aussetzend, mit allem Muthe, welchen das Gefühl der Wichtig,keit, hier zu siegen, geben konnte. Aber auch die verbündeten Monarchen begeisterten ihreHeere durch ihre Gegenwart auf dem Felde der Entscheidung. La Rochiere wurde mehrmalsgenommen, verloren und wieder genommen, bis es endlich, nachdem Blücher dem GeneralSacken mit frischen Truppen zu Hülfe geeilt war, in den Händen der Verbündeten blieb.Der Kronprinz von Würtembcrg nahm Petit-Masnil, Wrede Chaumreil, Giulay dieStellung von Dienville, und der Sieg der Verbündeten war entschieden. Die Franzosenzogen sich während der Nacht auf der Straße von B. zurück und ließen daselbst nur eineschwache Nachhut, welche am andern Morgen das Schicksal des Hauptheers theilen mußte.Der Verlust war auf beiden Seiten ziemlich gleich groß an Tobten und Verwundeten in derZahl von etwa 5000; dagegen hatten die Verbündeten noch an 0000 M. Gefangene ge-macht und 70 Stück Geschütz erbeutet.
Brienne (Lomenie de), s. Lome'nie.
Brigade nennt man eine größere, unter einen eigenen Führer gestellte Truppenab-thcilung. Noch im Kriege von 18 l 5 bestanden in der preuß. Armee die Brigaden aus allenWaffen, nämlich aus neun Bataillonen Infanterie, vier bis acht Schwadronen Cavalerieund einer leichten Fußbatterie. Diese Einrichtung ist aber aufgehoben und findet nur nochbei den Divisionen (s. d.) statt. Dagegen bestehen die Brigaden gegenwärtig in allenArmeen nur noch aus Einer Waffengattung. Es gibt Znfanteriebrigaden zu vier, höchstenszu sechs Bataillonen, Cavaleriebrigaden zu zwei oder drei Regimentern; Artilleriebrigadcnzu drei, zuweilen auch zu zwei Batterien. Nicht zu verwechseln find solche Artilleriebrigaden,welche die Stelle von Regimentern vertreten, wie in Preußen, und dann l 6 Compagnienstark sind. Die Hauptwaffen in den Armeen haben auch wol in sich abgeschlossene Waffen-brigaden, z. B. Grenadier-, Füsilier-, Kürassier-, Dragoner-, Husarenbrigaden u. s. w.In Preußen bilden je zwei Cavalerieregimenter eine Nciterbrigade, gleichviel aus welcherSpecialwaffe sie bestehen. Bei der Infanterie wird die Eintheilung in Brigaden zu sechsBataillonen nicht für vortheilhaft gehalten, weil sie zu wenig Stärke besitzen, dagegen denBrigaden (Divisionen zu neun Bataillonen) der Vorzug gegeben, wie überhaupt alleGliederung größerer Truppenabtheilungen in drei Theile Vorzüge hat. Man zieht es daherauch vor, die Cavaleriebrigaden aus drei Regimentern bestehen lassen, ebenso wie die Artil-leriebrigaden aus drei Batterien bestehen. Auch die Gendarmerie ist in Brigaden getheilt,deren Stärke jedoch von localen Verhältnissen abhängt.
Brigadestellung oder Brigadeaufstellung ist eine taktische Formation, eineprimitive oder vorbereitende Gefechtsstellung, in welcher die verschiedenen Waffen so geordnetsind, daß sie in zweckmäßige Wechselwirkung treten und sich gegenseitig unterstützen können,sowol bei der Vertheidigung als beim Angriffe. Gustav Adolf ist als der Erfinder derBrigadestellung anzusehcn, indem er die Aufstellung der röm. Legionen zum Vorbilde nahmund die aus Pikeniercn gebildeten Massen mit den aus Musketieren bestehenden Linien auseine angemessene Weise in Verbindung brachte, wobei die 2016 M. starke Brigade in fünfTreffen zu stehen kam. Im I. 1632 vereinfachte jedoch der König diese allerdings etwascomplicirtc Fechtordnung. Die franz. Brigadestcllungen unter Turenne waren wesentlichverschieden von der schwedischen und ahmten die röm. Cohortcnstellung nach. Gewöhnlichwaren die Brigaden sieben Bataillone stark, von denen vier im ersten Treffen mit front-gleichen Zwischenräumen (t<mt plein cpis viele), und die drei Bataillone des zweiten Treffenshinter den Zwischenräumen der erstem standen. Auf ähnliche Weise formirten sich auch dupreuß. Brigaden im I. 1808. In den Feldzügen von 1813—ILmachteman sastbcständig