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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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Briefsteller Brienue 667

Briefsteller heißt die schriftliche, durch Formulare und Beispiele erläuterte Anleitungzum Briefschrciben. Dahin gehören Hcynatz's „Handbuch zur richtigen Verfertigung undBeurtheilung aller Arte» von schriftlichen Aufsätzen des gemeinen Lebens überhaupt undinsbesondere der Briefe" (5Bde., Berl. > 780 —1800), Moritz's „Anweisung zum Brief-schreiben" (Berl. >795), sowie dessen „Allgemeiner deutscher Briefsteller" ( 10 . Aust., Berl.1832), Claudius' „Allgemeiner Briefsteller" (18. Ausl., Lpz. >833), Sternberg's „Neuerdeutscher Briefsteller" (Lpz. >825) und Dicffcnbach's „Gemeinnütziger Briefsteller" (Gieß.182 5). Die fast zahllosen Anleitungen aus der neuesten Zeit sind meist nur Compilationenaus diesen frühem Werken.

Brieftaube, s. Taube und Taubenpost.

Briest, die Hauptstadt des gleichnamigen Kreises im Regierungsbezirke Breslau derxreuß. Provinz Schlesien am linken Ufer der Oder, der Sitz eines Oberbergamts für Schlesien,ist gut gebaut und hat ein Schloß, welches ehemals die Residenz der Herzoge von Liegnitzwar, mehre Kirchen, darunter die sehenswerthe evangelische Nikolaikirche in gothischcr Bauartmit zwei Thürmen, eine Synagoge, ein Gymnasium, ein Krankenhaus, eine Jrrcnvcr-svrgungsanstalt und Zuchthaus. Auch befindet sich daselbst ein landwirthschaftlichcr Verein.Die Stadtzählt 11000 E-, welche sehr fabrikthätig und industriös sind und lebhaften Handelund Kahnfahrt auf der Oder betreiben. Der Verkehr hat sich neuerdings dadurch noch be-trächtlich gehoben, daß B. der Mittelpunkt der Breslau-Oppelnschen Eisenbahn wurde. Im>3. Jahrh. wurde B. zur Stadt erhoben und >329 Residenz einer eigenen fürstlichenLinie, worauf 13-t l die Fürsten von Bricg das Schloß erbauten. Während des Hussiten-kricgs wurde B. zerstört, später wieder aufgcbaut und stark befestigt. Auch im Dreißig-jährigen Kriege hatte es viel zu leiden. Im ersten schlesischen Kriege wurde cs >73> nachheftigem Bombardement, wobei das Schloß abbrannte, von den Preußen genommen. Durchdie Franzosen, welche es 1800 belagerten und eroberten, wurden die Festungswerke zerstört.

Brieg oder Brigue, ein sehr freundlich gelegener Ort im Canton Wallis am Rhone,mit 800 E-, mehren Kirchen und Klöstern und einem Jcsuitencollegium, hat ein sehr nertesAussehen, indem die Häuser durchgehend mit blendcndweißcm Schiefer gedeckt find. DieBewohner treiben im Lhalc Wein- und Safranbau, graben Lavczstcin und suchen Krystalleauf, mit denen sie Handel treiben, während sie zugleich in dem lebhaften Verkehr der hierbeginnenden Simplonstraße eine wichtige Erwerbsquelle haben. Eine Meile von B. befindetsich das Bricg erb ad, eine Schwefelquelle.

Brienne, ein Städtchen im franz. Aubc-Departement, besteht ausBriennelaVilleund Bricnnc le Chateau, welche zusammen 3300 E. zählen, Fabriken in Baumwoll-uud Stahlwaarcn unterhalten und Weinbau treiben. In der ehemaligen Militair-Adels-schulc zu Bricnnc lc Chateau machte Napoleon die ersten Studien in der Kriegskunst. DieSchlacht bei B. am >. Febr. >81-1 war die erste, welche die Verbündeten auf altfranz. Bodengewannen. Durch sic wurde der Weg nach Paris und zum Sturze des Kaiserthrons ge-bahnt. Nach dem Gefechte bei Bar-sur-Aube, am 23. Jan. >8>3, dem ersten Widerstande,den die Verbündeten feitihrem Eindringen von der Schweiz her in Frankreich gefunden, rücktensie schnell vor. Napoleon, der Blücher am 26. bei Vitry zurückgedrängt hatte, sammelte am 28.,wo Schwarzenberg in Chaumont, Blücher in St.-Dizier, Wrcde in Andelot und Wittgen-stein in Vassy standen, feine sämmtlichcn Streitkräfte bei B. und griff am 29. mit Machtdie verbündeten Heere an. Hartnäckig und blutig war der Kampf. Die Finsterniß brach ein,und die Flammen des in Brand gesteckten B. erleuchteten das Schlachtfeld. General Cha-teau hatte mit zwei Bataillons das bricnncr Schloß genommen, es aber bald wieder räumenmüssen. Erst mit der elften Stunde endete der Kämpf, der am nächsten Morgen von neuembegann und das Resultat hatte, daß sich Blücher bis Tranncs zurückziehcn mußte. Am 3>.hatte Napoleon seine Strcitkräftc in den Ebene» zwischen La Rochiere und Tranncs ent-wickelt. Als hierauf am I. Febr. die Corps des Kronprinzen von Würtembcrg, des GrafenGiulay und die russ. Grcnadicrrcscrven zu Blücher gestoßen waren, befahl der FürstSchwarzenberg die Schlacht wiedcrzubcginncn. Um Mittag rückte Blücher in drei Co-louncn vor, und zwar General Tacken gegen La Rochiere, Giulay gegen Dicnvillc und derKronprinz von Würtembcrg gegen Chaumreil, während General Wredc indessen von Dou-