! Briarens Brief 6l,5
des span. Erbfolgckriegs wurde» hier >709 die Ostrcichcr von den Franzosen geschlagenund imI. 1713 mußtc.Savoycn die Skadt wieder an Frankreich zurückgekun.
Briäreus, s. Ägäon.
Bricke, s. Lamprete.
Bricolschuß heißt ein Schuß, wenn eine Kanonenkugel schräg gegen eine Mauer soabgeschosftn wird, daß sie von derselben abprallt und seitwärts ihre Bahn fortsetzt. DieseSchußart wurde zuerst 1644 bei der Belagerung von Gravelines angewendet, und auchjetzt noch bedient nian sich derselben, jedoch nur gegen gemauerte Werke mit zurückgezogenenFlanken, denen man von vorn nicht beikommen kann. Der Erfolg eines Bricolschusses istaber stets sehr zweifelhaft, sodaß man sich keinen erheblichen Vortheil davon versprechen kann,i Bridgewater (Francis Egerton, Herzog von), gcb. 1716, gest. 1803, ist bekannt! durch die Anlegung des Bridge water-Kanals (s. d.). — Francis Henry Egerton,GrafvonB., geb. am II.Nov. 1756, ein jüngerer Sohn des Hauses, wurde zum Geist-lichen bestimmt und hielt sich die meiste Zeit in Paris auf. Im I. 1823 erbte er, nachdem^ der Herzogstitel in seiner Familie schon vorher erloschen war, den Erafentitel und starb zuParis am 12. Febr. 1829. Er war ein kenntnisreicher Mann, in seinem Leben aber einSonderling ohne Gleichen, namentlich ein Freund von Hunden und Katzen, die er im wunder-lichen Anzuge umherfahren ließ, und ein leidenschaftlicher Jäger. Berühmt hat er sich ge-macht durch sein 1825 verfaßtes Testament, in welchem er seine Handschriften und 500VPf. St. dem Britischen Museum und der Londoner Akademie 8000 Pf. St. überwies,behufs der durch mehre Schriftsteller zu besorgenden Herausgabe eines umfassenden Werks,dessen Tendenz die Nachweisung der Macht, Weisheit und Güte Gottes in der Schöpfungsein sollte. In Folge dieser Stiftung erschienen die unter dem Namen der Bridgcwater-bücher bekannten, auch ins Deutsche übersetzten (9 Bde., Stuttg. 1836—38) Monographienmehrer namhaften Gelehrten, in denen die religiöse Beziehung der Naturwissenschaft zum- Theil sehr ausgezeichnet behandelt ist und unter denen besonders Buckland's „Geologie und. Mineralogie" sich großen Ruhm erworben hat. Außerdem behandelten Whewell die Physik undi Astronomie, Prout die Chemie und Meteorologie, Kirby die Sitten und Jnstincte der Thiere,
^ Roget die vergleichende Physiologie der Thiere und Pflanzen, Charl. Bell die menschliche Hand,Kidd das Verhältniß der äußern Welt zur Körperlichkeit des Menschen und Chalmers die! allgemeine Betrachtung über die Offenbarung der Macht, Weisheit und Güte Gottes inden Beziehungen der äußern Welt zur moralischen und intellectuellen Natur des Menschen.
Bridgewater-Kanal, in der Grafschaft Lancaster, einer der älteste» Kanäle in Groß-britannien, hat seinen Namen von dem Herzoge Francis Egerton von Bridgewater, derbei Worsleymill, etwa 1'/-M. von Manchester, sehr reiche Steinkohlengruben besaß, dieaber für ihn wegen des beschwerlichen und kostspieligen Landtransports fast ohne Nutzen'waren, daher er einen Kanalbau nach Manchester beschloß, wozu er auch vom Parlamentedie nöthige Erlaubnis erhielt. Die Ausführung des Baus übertrug er dem berühmtenJakob Brindley (s. d.), der das Werk 1758 begann und 1772 vollendete. Der Kanalgeht durch Berge, über Thäler und Flüsse; an mehren Stellen ist er durch Felsen gehauenund sonach der älteste Tunnel; vermöge eines 39 F. hohen Aquäducts führt er über den schiff-baren Jrwell und Mcrsey. Auf demselben fahren Kähne mit einer Last von 120—I60Ctr.,die besonders Kohlen und Steine nach Manchester bringen. Später ließ der Herzog densel-ben noch bis Liverpool fortsetzen. Durch das Gelingen des Bridgewater-Kanals wurdenmehre Gesellschaften in verschiedenen Gegenden Englands zu ähnlichen Unternehmungen an-geregt; auch ließ der Herzog selbst noch einen andern Kanal ausführcn, welcher 19 deutscheMeilen lang ist, durch 90 Schleusen zu einer Landhöhe von 525 F. gehoben wird, durcheinen Berg geführt ist und Hüll mit Liverpool, also die Nordsee und das Irische Meer mit-ten durch England miteinander in Verbindung setzt.
Brief, entstanden ans dem lat. breve, nennt man jede an eine oder mehre bestimmtePersonen, und Schreiben aber vorzugsweise die officiclle oder an eine öffentliche Behördegerichtete schriftliche Mitthcilung. Beide unterscheiden sich durch ihre äußere Einrichtung,z. B. durch die Anrede, Überschrift, Unterschrift u. s. w., von jedem andern schriftlichen Auf-sätze. Ein Brief kann entweder eine bloße Zuschrift an Jemanden sein oder auf eine Cr