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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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664 Lrevi« Bnanxon

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vier kleinern Weihen empfangen hat, zum Gebrauche des Breviarium verpflichtet, und dieAuslassung eines der acht Stücke, aus welchen die tägliche Andacht besteht, eine Todsünde,d. h. eine solche, welche, wenn sie nicht bereut wird, allein schon den Anspruch auf die Selig,keit verwirkt. Nach der Revision unter Urban VIII. wurde die Ausgabe des „krevisnmvromooum" zu Antwerpen in der Plantin'schen Druckerei 1675 veranstaltet; seitdem ist das-selbe unendlich oft gedruckt worden (4 Bde., Wien 1833; 4Bde., Mecheln 1836; 4 Bde.,Kempten 1836 fg.; in einem Bande, Regensb. 1840; Wien 1842—43). Zwar habeneinige Mönchsorden mit Bewilligung des Papstes eigene Breviaricn, doch ist zwischen diesenund dem römischen kein wesentlicher Unterschied.

Lrevis heißt in der altern Notenschrift eine Note, welche zwei ganze Takte gilt; sie wirdbezeichnet entweder durch s—j oder > oder auch Was jetzt eine ganze Taktnote, welche >

vier Viertel hält, genannt wird, hieß früher 8emil,rev!s. Im Tripeltakt hielt die Srevis drei8ewibreves.

Brewster (Sir David), einer der gelehrtesten brit. Physiker, geb. um 1785 in Schott-land, widmete sich anfangs der Apothekerkunst, wendete sich aber dann mit ungemeinemEifer der Optik zu und wurde später seiner literarischen Verdienste wegen zum Baroneterhoben. Schon seit vielen Jahren Secretair der Königlichen Gesellschaft der Wissen-schaften, lebt er abwechselnd in Edinburg und auf seinem Gute Allerly am Tweed. Vorzüg-lich hat er sich um die Lehre von der Polarisation des Lichts oder der doppelten Strahlen-brechung verdient gemacht, und in Beziehung auf die elliptische Polarisation, inwiefern siedurch Zurückweisung von Metallen hervorgebracht wird, wichtige Untersuchungen geliefert,theils in den „Irsnssctinns" der vorerwähnten Gesellschaft, theils und hauptsächlich in dmvon ihm besorgten Zeitschriften „Hie bickinlnirxb ptulosopliical journal" und ,,'I'be Lckin-burxli jourusl", das später den Titel,,'I üe I.onckoll Sllck Lckinburxli pbilosopliicsl jouriml,sin! journsl ot Science" erhielt. Die wichtigsten seiner Abhandlungen sind deutsch in Pog-gendorsss „Annalen" übergegangen. Die „Lckinburxli enc)-clopseckis", deren Herausgeberer ist, verdankt ihm vorzüglich im naturwissenschaftlichen Theile vortreffliche Aufsätze. Dienatürliche Magie hat er in seinen „I.etters on natural maxie" (Lond. 1831) ebenso gelehrtals unterhaltend dargestellt und besonders die auf optischen Täuschungen beruhenden Er-scheinungen befriedigend erklärt. Eine gründliche Darstellung der Lehre vom Lichte gab erin seinem „4?reatise on nptics" (Lond. 1832). Newton's wissenschaftliche Forschungen undEntdeckungen schilderte er trefflich in der „Inte o58ir Isaac IXervton" (Lond. 1832; deutschvon Goldberg, Lpz. 1833). In weitern Kreisen wurde sein Name bekannt durch die Erfin-dung des Kaleidoskops (s. d.).

Brianxon, im franz. Departement der obern Alpen, ein militairisch wichtiger Punkt we-gen Vertheidigung des Eingangs nach Italien an der Straße über den Mont-Genevre, liegt !zwischen hohen Alpen an der Durance und Euisanne, über welche erstere eine Brücke führt, ^die aus einem einzigen Bogen besteht, der 120 F. Spannung und 168 F. Höhe hat. DieStadt ist von sieben Forts umgeben, die durch unterirdische Gänge miteinander in Verbin-dung stehen, und so stark befestigt, daß sie einen der bedeutendsten Waffenplätze Frankreichsbildet. Sie ist unregelmäßig gebaut und nächst dem Hospiz auf dem Bernhard und demGasthause auf dem Faulhorn einer der höchsten beständig bewohnten Orte Europas, indem erim Fort L'Jnfcrnet 7374 F. über dem Mittelmeere liegt. Sie zählt 4000 E., welche sichmit Verfertigung von kleinen Eisenwaaren, Nägeln, Hanfhecheln und mit Baumwollspinnereibeschäftigen und einen lebhaften Transitohandel nach Italien treiben. Die Thäler und Um-gedungen von B. bieten äußerst malerische und romantische Ansichten. Die sogenannteBrianconer Kreide, welche man von B. ausführt, ein grüner, gewöhnlich in viereckigeStücken in den Handel kommender Talkstein, welcher zur Bereitung der Schminke, undnamentlich für die Schneider zum Aufzeichnen dient, wird bei Fenestrelles in Piemont ge-brochen. Das Brianconer Manna ist ein Harz, das man von den Lerchcnbäumcn ein-sammelt. Im Mittelalter wurde B-, nachdem es lange Zeit wegen seiner hohen Berge fastganz unabhängig gewesen, mit der Dauphine und dann nebst dieser 1349 mit Frankreichverbunden. Im ryswijker Frieden von 1697 erhielt es der Herzog von Savoyen. Während