Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
663
Einzelbild herunterladen
 

Breve

Brevier

663

lich derber Weise. Berühmt ist besonders sein Thurmbau zu Babel mit der Jahrzahl 1563,in der Galerie zu Wien. Viel ist von Andern nach ihm in Kupfer gestochen worden; aberauch er selbst radirtc. — Sein Sohn, Peter B-, der Jüngere genannt oder der Höllen -Brcughcl, weil er Gegenstände liebte, in denen grelle Contrastc darzustellcn waren, unddaher viele Teufel-, Hexen- und Räuberscenen malte, starb 1625. Besonders ausgezeichnetsind sein Orpheus, welcher die Höllcngötter durch sein Leierspiel bethört, in der Galerie vonFlorenz, und die Versuchung des heil. Antonius. — Der Bruder desselben, Joh. B-,»ach seiner gewöhnlichen Tracht der Sam me t-Breughel genannt, war nach Einigen1568, nach Andern 157 5 geboren und starb 1646, nach Andern schon 1625. Er war ein sehrfruchtbarer Künstler und ausgezeichnet in Landschaften und im Malen kleiner Figuren, welcheGegenstände er meist mit einer minutiösen Genauigkeit ausführte. Auch malte er für andereMeister landschaftliche Gründe, für andere kleine Figuren in dieselben. Gemeinschaftlich mitRubens, der die beiden Hauptfiguren lieferte, arbeitete er Adam und Eva im Paradiese.Dieses und seine vier Elemente, sowie Vertumnus und Bellona, die er ebenfalls in Gemein-schaft mit Rubens arbeitete, gehören zu seinen Hauptwerken. — In seiner Manier malteauch sein Sohn, Joh. B., der 1626 Mitglied der Brüderschaft des heil. Lucas in Ant-werpen war. — Andere Glieder dieser Familie waren Ambros B-, der zwischen 1635und >670 Dircctor der Malcrakademie in Antwerpen war und als Blumcnmaler sichauszeichnete; Abraham B-, genannt Nhyngraf oder der Neapolitaner, ein vortrefflicherFrüchte-, Blumen- und Vögclmaler in Antwerpen, der sich lange in Nom und Neapel auf-hiclt, in welcher letztem Stadt er 1686 starb; dessen Bruder, Joh. Bapt. B-, ebenfallsBlumen- und Früchtcmaler, jedoch weniger bedeutend als jener, gest. in Nom nach dem I.>766, und des Abraham Sohn, Kaspar B-, der sich gleichfalls als Blumen- und Frucht-nialer auszcichncte.

Breve, woraus das deutsche Wort Brief entstanden ist, bezeichnet ursprünglich jedean eine oder auch an mehre Personen gerichtete kürzere Schrift; jetzt aber wird cs nur vondergleichen päpstlichen Schreiben gebraucht. Von der Bulle (s. d.) unterscheidet sich dasBreve außer seiner Kürze auch durch die mindere Wichtigkeit, jedoch ist cs keineswegs mitdm 5l»tus prnprü oder den Privatschreibcn des Papstes zu verwechseln. Das Breve ent-hält Entscheidungen und Verordnungen; cs spricht in demselben der Papst, abgesehen vondem Cardinalscollegium, in seiner eigenen Person ohne weitere Curialien, weshalb er sichin der Überschrift nennt und Den, an welchen das Breve gerichtet ist, mit Dilocte 6!ianredet. Auch wird das Breve nicht vom Papst unterzeichnet, sondern blos vom Sekretärinüe' Lrevi contrasignirt und statt des Bleisiegcls nur mit dem Geheimsicgel des Papstes, demFischerringe in rolhcm Wachs und in einer blechernen Kapsel, versehen, weshalb es auch dieUnterschrift hat: Datum kinmas 8„b muml» piscatnris. Gleich den Bullen wird das Brevejetzt in der Regel auf Pergament geschrieben; doch findet wieder der Unterschied statt, daß manjene auf die rauhe Seite des Pergaments mit alterthümlichen Buchstaben, dieses aber aufsie glatte Seite mit moderner lat. Schrift schreibt.

Brevier oder Ilrsviarium (Dreviarimn Ivmnniiin) heißt das für den Gebrauch desröm.-katholischen Geistlichen bestimmte Andachtsbuch, welches aus kurzen Abschnitten (daherder Name) der heiligen Schrift und der Kirchenväter, Hciligcngeschichten, Gebeten, Hymnenund andern beim Gottesdienste vorgeschriebenen Formeln besteht, in lat. Sprache abgefaßtist und aus sehr früher Zeit stammt. Die ursprüngliche einfache Einrichtung desselben, inder es die Psalmen, auf die sieben Wochentage vertheilt, enthielt, war bereits von den Päpstenvielfach verändert worden, als mit Genehmigung Clemens' Vll. der span. Franciscancr,Cardinal Quignoncs, dasselbe einer Revision unterwarf und cs durch Hinzufügen von Bibel-abschnitten vermehrte. Paul UI. verschaffte diesem rcvidirtcn Breviarium allgemeine kirch-lichc Geltung. Auch PiuS V. ließ das Breviarium von neuem bearbeiten und schrieb danndasselbe in einer Bulle allen Geistlichen zum täglichen Gebrauche vor. Neue Veränderungenerhielt es >662 unter Clemens Vlll. und zuletzt 1631 unter Urban VIII. Seitdem ist esim Wesentlichen unverändert geblieben. Nach den vier Jahreszeiten zerfällt es in die vierThcile biemulj«, vernalis, aestiva und auctumiullis. Nach den päpstlichen Verordnungen istjeder Inhaber einer geistlichen Pfründe, jeder Ordcnsgeistliche und Jeder, der mehr als die

Hl