si6L BrcHner Breughel
nicht geringe Anzahl einzelner Aufsätze in Zeitschriften, namentlich inder„OpPositionsschrist"von Schröter und Klein und in der „Allgemeinen Kirchenzcitung". Einen lebhaften Anthcilnahm er jederzeit an den wichtigen kirchlichen Zeitereignissen, über die er seine Stimme baldin einzelnen Aufsätzen in Zeitschriften, bald in bcsondcrn Schriften abgab. Zu den letztemgehören die „Aphorismen über die Union der beiden protestantischen Kirchen in Deutschland"(Gotha l 819), wofür er vom prcuß. Ministerium die große goldene Ncformationsjubclmcdailleerhielt; „Über die Unkirchlichkeit dieser Zeit im protestantischen Deutschland" (Gotha 1820;2. Aust., 1822); „Heinrich und Antonio oder die Proselytcn der röm. und evangelischenKirche"(Gotha 1826; 5. Aust., 1813), worin er dcrProselytcnmachcrei cntgegentrat; „Send-schreiben an einen Staatsmann, ob eine evangelische Negierung gegen den Rationalismuseinzuschreiten habe" (Lpz. 1830), bei Gelegenheit dcrDenunciation des hallcschcn Nationalis-mus in der „Evangelischen Kirchenzcitung"; „Der Sinionismns und das Christenthum"(Lpz. 1832), wegen welcher Schrift er vom Professor Hahn in Breslau angegriffen wurde,dem er in den „Grundprincipicn der evangelischen Theologie" (Altcnb. 1832) begegnete. Derübcrhandnchmende Pietismus vcranlaßtc ihn, „Die Grundlage des Pietismus oder die Lehrevon Adam's Fall, der Erbsünde und dem Opfer Christi" (Lpz. 1833) nach der Schrift undVernunft zu untersuchen und zu bcurthcilen. Dem Vorwurfe, als ob die theologische Auf-klärung die Revolutionen befördere, trat er in der Schrift entgegen „Die Theologie und dieRevolution" (Lpz. 1833). Der Streit mit dem Erzbischof von Köln gab ihm Veranlassungzu der vortrefflichen Schrift „Der Freiherr von Sandau oder die gemischten Ehen" (Halle1830), die schnell nacheinander vier Auflagen erlebte. Den Versuchen, die Verpflichtungaus die kirchlichen Symbole zu verschärfen, stellte er die Schrift entgegen „Die Unzulässigkeitdes kirchlichen Symbolzwangs in der evangelischen Kirche" (Lpz. 1811), und das Treibender frommen Partei unserer Zeit schilderte und bcurthciltc er in „Clcmentine oder die From-men und Altgläubigen unserer Tage" (Halle 1811). Seit 1832 führte er nebst demHof-prcdigcr Zimmermann in Darmstadt die Nedaction der „Allgemeinen Kirchenzeitung", inder er sich vielfach über die kirchlichen und theologischen Erscheinungen der Zeit aussprach.
Bretzner (Christoph Friedr.), als Lustspicldichter bekannt, wurde am 1 0. Sept. 1718zu Leipzig geboren, wo er als pünktlicher, redlicher Geschäftsmann angesehen, als angeneh-mer Gesellschafter beliebt, bis zu seinem Tode, am 3 l. Aug. 1807, Mitinhaber einer Hand-lung war. Sein komisches Talent kam nicht zur Reife, weil er sich nur in seinen Nebcnstun-dcn und aus Liebhaberei mit literarischen Arbeiten beschäftigen konnte; Geschmack und clas-sische Bildung fehlten ihm, und wenn auch seine Lustspiele gut angelegt, erheiternd, mit großerBühncnkenntltiß geschrieben und mit glücklichen Zügen und muntern Einfällen ausgestattctsind, so fehlen ihnen doch eine höhere Tendenz und Idee und die poetische Weihe. Am läng-sten hielten sich auf der Bühne, trotzdem daß Manches in ihnen veraltet ist, die Lustspiele„Der argwöhnische Liebhaber" (Lpz. >783), „Das Räuschchen" (Lpz. 1786) und „DcrEheprocurator". Unter seinen Singspielen wurde „Belmonr und Constanze, oder die Ent-führung aus dem Serail" (Lpz. 1788) durch Mozart's Musik populair und unsterblich;auch bearbeitete er frei nach (7c>s> 6>n t»tt« „Die Wcibcrtrcue oder die Mädchen sind vonFlandern" (Lpz. 1701). Gesammelt erschienen von ihm „Schauspiele" (2 Bde., Lpz. >792—06; neue Aust., Altona 1820) und „Singspiele" (Lpz. 1706). Sein Roman „Leben einesLiederlichen, ein moralisch-satirisches Gemälde nach Hvgarth und Chodowiecki" (3 Bdc.,Lpz. 1787 — 88; 2. Anfl., 1700) ist nicht ohne Verdienst.
Breughel (Peter), das Stammhaupt einer berühmten nicdcrländ. Malcrfamilie,nach dem Charakter undJnhalt seiner meisten Darstelümgcn auch dcr lustige oder Bauern-Brcughel genannt, war 1510, nach Andern 1530 in dem unweit Breda gelegenen DorfeBreughcl, nach welchem er sich nannte, geboren und ein Schüler des Peter Koeck van Aelst.Er reiste in Italien und Frankreich, nahm überall Ansichten und was ihm sonst von Natur-gegenständen gefiel auf und wählte nach seiner Rückkehr Antwerpen zu seinem Aufenthalts-orte, wo er in die dasige Malcrgesellschaft ausgenommen wurde und die Tochter seines LehrersKoeck hcirathete. Darauf zog er nach Brüssel, wo er 1 570 , nach Andern 1590, starb. Inseinen Bauernhochzeiten, ländlichen Festen und Tänzen schilderte er die Lust des rüstigenLandmanns, wie er sie mit frischem Blick beobachtet hatte, in kräftigen Farben und in ziem«