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Bretschneider (Karl Gottlieb)
natsschrift" und seine treffenden Recensionen in den „Frankfurter Anzeigen", vorzüglich diedurch die Cyiffer F. f. kenntlichen in der „Allgemeinen deutschen Bibliothek". Er sympa-thisirte mit Nicolai auch darin, daß er wie dieser das damalige Werther-Fiebcr persifflirte,was ihm in seinem Bänkelsängerliede „Eine entsetzliche Mordgeschichte von dem jungen Wer-ther" auf das ergötzlichste gelang.
Bretschneider (Karl Gottlieb), Oberconststorialdirector und Generalsuperintendentin Gotha, einer der vorzüglichsten Theologen Deutschlands, geb. am I l.Febr. 1776 zuGersdorf im sächs. Erzgebirge, erzogen zu Lichtenstein, wohin sein Vater, der 1789 starb,1789 als Pfarrer versetzt worden war, erhielt durch diesen die Vorbereitung für das Gym-nasium. Im I. 1799 ging er auf das Lyceum zu Chemnitz und 179-1 auf die Universitätzu Leipzig, wo er Theologie studirte. Als Führer zweier Barone von Kotzau begleiteteer diese 1798 auf das Gymnasium zu Altenburg und 1892 auf die Universität zu Leipzig.Seinen Plan, sich dem akademischen Lchramte zu widmen, weshalb er 1804 zu Wittenberg! als Privatdoccnt auftrat, mußte er, als der Krieg im J. 1806 eine völlige Auflösung der! Universität herbeiführte, wieder aufgeben. Durch Reinhard's Empfehlung, der ihn seinerTalente und Kenntnisse wegen schätzte, ward er 1807 Oberpfarrer zu Schneeberg und imnächsten Jahre folgte er dem Rufe als Superintendent nach Annaberg. Einen Ruf im I.1812 als Professor der Theologie nach Königsberg schlug er aus, dagegen ging er 1816 alsGmcralsuperintcndent nach Gotha. In Gotha erhielt er bei der Stiftung des sächs. Ernesti-nischen Hausordcns das Ritterkreuz und 1841 bei seinem 25jährigen Jubiläum als Gene»ralsupcrintendcnt das Comthurkreuz dieses Ordens, nachdem er ein Jahr vorher zum Obev-consistorialdirector ernannt worden war. B. ist ebenso ausgezeichnet durch gründliche unsvielseitige Gelehrsamkeit, wie durch scharfes und klares Auffassungsvermögen, ein vorzüg.> licher Prediger, fruchtbarer Schriftsteller und stets gerüsteter Kämpfer für Denk- und Lehr-freiheit. Seine Schriften sind sehr zahlreich. Die Politik betreffen das 1806 anonym er»" schienene „Deutschland und Preußen, oder das Interesse Deutschlands am preuß. Staate",das die Franzosen nach ihrem Einrücken in Berlin confiscirten, „Der vierjährige Krieg deri Verbündeten gegen Napoleon in den J. 1812—15" (2 Bdchn., Annab. 1816) amd eine1 Anzahl einzelner Aufsätze in Pülitz's „Jahrbüchern für Geschichte und Staatskunst" sowiemehre Aufsätze und kleine Schriften über das Verhältniß der Kirche zum Staate und die! Kirchcnverfassung. Der praktischen Theologie gehören an eine ziemliche Anzahl einzelngedruckter Predigten, dann die „Predigten an Sonn- und Festtagen" (2 Bde., Lpz. 1823 —24), die „Casualpredigtcn und Reden" (Gotha 1834) und das „Lehrbuch der Religion undGeschichte der christlichen Kirche für Gymnasien" (Gotha 1824; 2. Aust., 1827). In derExegese und biblischen Kritik gab er heraus „17>exici in Interpreter grase. V. 17, maxirnescript. apncr^plr. spicileginm postLiel et 8elilsussner (Lpz. 1805), „Inder les„8iri>cickae,graece" (Regcnsb. 1806), die „Historisch-dogmatische Auslegung des Neuen Testaments"(Lpz. 1806), die „krobabilia cke evangelii et epistolarinn loannis evangelistae inckole etvrij-ine" (Lpz. 1820), welche großes Aufsehen erregten und eine Menge Gegenschriften ver-anlrßten, und sein lb-exicon grase.-Ist. io libros l>l. 17 (2 Bde., Lpz. 1824; 3. Aust., 1840,4). Zur Reformationsgeschichte gehören die Ausgabe der „loa. Calvin,, Tkeock. Le-iae etc.epistolae czuaeckam nonciuin eäitae" (Lpz. 1835), eine Festgabe zum Reformationsjubiläumin Genf, welchem B. beiwohnte, und das „Corpus retorwatorum" (I I Bde., Halle 1834—43, 4.), das zunächst Mclanchthon's Briefe, Bedenken, Gedichte und Reden enthält, diehier zum ersten Male vollständig nach der Zeitfolge geordnet und aus Handschriften vielfachergänzt und berichtigt erschienen sind. Die Dogmatik betreffen seine „Systematische Ent-Wickelung aller in der Dogmatik vorkommenden Begriffe nach den symbolischen Büchern"(Lpz. 1805; 4. Aust., 1841), die „Dogmatik der Apokryphen des Alten Testaments" (Lpz.1895), die „Cspitatlleologiae»logmatic»e jnilsieae e klavii losepin scriptis" (Lpz. 1812),die er 1812 bei seiner Doctorpromotion in Wittenberg vertheidigte; das „Handbuch der Dog-matik der evangelisch-lutherischen Kirche" (2 Bde., Lpz. 1814—18; 4. Aust., 1838) undendlich „Der religiöse Glaube nach Vernunft und Offenbarung, dargestellt für denkendeLeser" (Halle 1842), in welcher letzten, Schrift B. sein theologisches System, das Resultatseiner Forschungen, zuerst im Zusammenhänge dargestellt hat. Außerdem lieferte er eine