HO Bauchredner Dauer
derAuflosung und Umwandlung dcS Speisedreies hat. — Bauchschwangerschastnennt man denjenigen regelwidrigen Zustand der Schwangerschaft (s. d.), wo die Frucht,statt in der zu ihrer Entwickelung bestimmten Gebärmutter, in der Bauchhöhle sich ent-wickelt. Über den eigentlichen Grund dieser Erscheinung sind die Physiologen nicht einig;indeß ist so viel gewiß, daß zu ihrem Zustandekommen Ursachen nothwendig sind, welche dieAufnahme und Weiterführung des thierischen Eies in und durch die Muttertrompetcn nachder Höhle der Gebärmutter hin hindern. Hiervon sind jedoch diejenigen Fälle zu sondern,wo die Frucht mit ihren Hüllen erst später in die Bauchhöhle fiel. In der Mehrzahl derFälle gelangt die Frucht nicht zur vollständigen Ausbildung; sie stirbt ab, wird zum Litho-pädion u. s. w. und muß durch den Bauchschnitt aus der Bauchhöhle entfernt werden,wenn sie sich nicht auflöst und mittels Absceßbildung durch die Bauchwandungen oderdie Gedärme nach außen geschafft wird. — Bauchschnitt heißt die kunstgemäße Öff-nung der Bauchhöhle, um entweder Verschlingungen der Gedärme zu lösen, oder fremdein dieselbe oder in andere Organe der Bauchhöhle gedrungene Körper daraus zu entfernen,Geschwülste zu exstirpiren, oder andere Operationen, z. B. den Kaiserschnitt (s. d.)in der Bauchhöhle vornehmen zu können. — Bauch stich (psracentesis sbäomims)nennt man in der Chirurgie die kunstgemäße Durchbohrung der Bauchwandung mit-tels eines stechenden Instruments (1>oi(:art), um verschiedenen in der Bauchhöhle oder inden darin gelagerten Organen krankhaft sich ausbildenden Flüssigkeiten den Ausgang zuverschaffen. Am häufigsten wird der Bauchstich zur Beseitigung der Bauch < und Eier-stockswassersucht gemacht, doch ist er stets nur ein sogenanntes Palliativmittel, da er dieWaffererzeugung nicht zu entfernen vermag, und so hat man Beispiele, daß er an einemund demselben Menschen 20, 30, ja mehre hundert mal vorgenommen ist.
Bauchredner oder Ventriloquisten nennt man Personen, welche nicht sowoldurch eine besondere Organisation der Stimmwerkzeuge als durch eingeübte Fertigkeit Töneund Worte Hervorbringen können, ohne daß sie den Mund wirklich bewegen, und zwar so, daßder Zuhörer glauben muß, die Stimme komme von irgend wo anders her. Der Name entstandaus der irrigen Voraussetzung, daß die Stimme im Bauche gebildet werde. Es besteht aber dieseKunst lediglich darin, daß der Bauchredner, nachdem er tief eingeathmet, langsam und graduirtauszuathmen und dabei die Lust einzutheilen, den Ton der Stimme aber mittels der Muskelndes Kehlkopfs und besonders des Gaumensegels zu mindern versteht. Übrigens thut auchdie Täuschung dabei sehr Vieles. Es ist diese Kunst sehr alt; schon Jcsaias 29,4. gedenkteines Bauchredners. Die Griechen, die sie für ein Werk der Dämonen hielten, nannten dieBauchrednerEngastrimanten oderauch Euryklyten, nach Eurykles, der zu Athendie Bauchrednerei trieb. Ostindien hat die geschicktesten Bauchredner. In neuern Zeitenmachte sich der Franzose Alexander, geb. zu Paris 1797, als Bauchredner und Künstler inmimischen Darstellungen auf seinen Reisen auch in Deutschland berühmt.
BaudlN (Nicolas), bekannt wegen seinerReise um die Welt, war auf der stanz. InselNe um 1750 geboren und seit 1786 Lieutenant in der stanz. Marine. Nachdem er als Ca-pitain eines Schiffs unter östr. Flagge von Livorno nach Indien gesegelt, um für den Kaiservon Ostreich natürhistorische Seltenheiten zu sammeln, dann eine zweite Reise nach den An-tillen unternommen hatte, von wo er eine schätzbare naturhistorische Sammlung mit zurück-brachte, erhielt er von der stanz. Directorialregierung den Auftrag, nach China unter Segelzu gehen. Von China segelte er nach Jsle-de-France, darauf nach Neuholland, dessen Küüener erforschen sollte. Wie die Hälfte seiner Schiffsmannschaft, so unterlag auch er den Be-schwerden dieser Reise und starb zu Jsle-de-France am 16. Sept. 1803. Gegen die Natur-forscher, welche ihn begleiteten, benahm er sich sehr ungestüm und hart, was vielfach nachhergerügt worden ist. Die Beschreibung der Reise lieferte sein Begleiter Peron in der „VoxsgeSIIX terres sustrsles" (3 Bde., Par. 1807—9, 4.).
Bauer, Colon, Nachbar, oder Nahbauer nennt man Denjenigen, der einBauerngut bewirthschaftet, d. h. auf einem kleinen, ein Ganzes für sich bildenden, nicht bevor-rechteten Gute Feldbau und Viehzucht treibt. Der Bauer ist bald freier Eigenthümer seinesGuts, bald Zinspachter, bald Erbpachter, Erbzinsguts-, Laßgutsbesitzer oder sonst ein mehroder weniger vollkommener Eigenthümer, stets aber Vorsteher einer Landwirthschaft. Der