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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
105
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Batjutschkow Batrachier 105

europ. Batist wird vorzüglich in Frankreich, in den Niederlanden, in der Schweiz, inSchlesien, Böhmen und Sachsen verfertigt. Der franz-, den besonders Arras, Bapaume,Cambray, Lille, Peronne, St. - Quentin, Troyes und Valenciennes liefern, zeichnet sichvor den andern europ. Batisten durch Feinheit und Weiße aus; er wird aus dem bestenFlachs gefertigt, der unter dem Namen Name bekannt ist und besonders im franz. Henne-gau gedeiht. Die niederländ. Batiste, vorzüglich die zu Nivelles gefertigten, stehen denfranz. am nächsten. Schon im 13. Jahrh. wurde die Lcinwandweberei in Flandern vonBaptiste Chambray aus Cantaing in Gang gebracht, weshalb auch Einige meinen, daß dieseLeinwand nach demselben den Namen Batist oder Camertuch (tolle <1e (Lsmdrn^),was aber gar nicht einerlei ist, erhalten habe. Die deutschen Batiste erreichen weder denfranz. und niederländ., noch weniger den indischen an Feinheit und Güte. Zn neuerer Zeitfertigt man auch baumwollenen Batist, der sich den feinsten Musselinen anschließt.

BatjuschkoW (Konstantin Nikolajewitsch), russ. Dichter, geb. am 18. Mai 1787zu Wologda, erhielt in einer Pensionsanstalt zu Petersburg seine Erziehung und trat beimAusbruche des Kriegs von 1806 in die Petersburger Schützenabtheilung ein. Bei Hcils-berg verwundet, mußte er nach Petersburg zurückkehren und machte dann nach seiner Ver-setzung ins Gardejägerregiment den beschwerlichen Feldzug nach Finnland mit. Nach sei-ner Rückkehr ward er Bibliothekar bei der öffentlichen Bibliothek zu Petersburg. Im I.1812 nahm er wieder Kriegsdienste und wohnte als Stabscapitain und Adjutant desGenerals Bachmetjew dem Feldzuge von 1813 und 1814 bei, worauf er 1816 beim Col-legium der auswärtigen Angelegenheiten wieder in den Civildienst trat- Seine in Zeitschrif-tcn zerstreuten „Poetischen und prosaischen Versuche" wurden von N. I. Gnjeditsch gesam-melt (2 Bde., Pctersb. 1817). Seine Gedichte bestehen in Elegien, Episteln, Erzählungenund Liedern; die prosaischen Aufsätze behandeln größtenteils die russ. Literatur. Er hatsich vorzüglich nach ital. Dichtern, namentlich nach Tasso gebildet, und es scheint diesselbst aufseine Sprache, die von ungemeiner Weichheit und Harmonie ist, nicht ohne Ein-fluß geblieben zu sein. Im 1 . 1818 fand er Gelegenheit, nach Italien zu gelangen, indem erals Hofralh der russ. Gesandtschaft in Neapel beigegeben wurde. Doch in kurzem verfieler hier in tiefe Schwermuth; vergebens besuchte er 1821 die böhmischen Bäder; seine Gei-stesverwirrung wuchs in Dresden, wo er neben astronomischen Studien Schiller's „Brautvon Messina" übersetzte, und wurde nach seiner Rückkehr nach Petersburg unheilbar. Jetztlebt B. auf einem Landgute bei Moskau, das Schicksal seines Lieblingsdichters Tasso thei-lend, dessen Tod er in einem schönen Gedichte besungen hat.

Batocken oder P adoggen Hießen die dünnen Stöcke, womit in Rußland Verbre-cher auf den bloßen Rücken, oder auch auf Brust und Bauch geschlagen wurden, eineStrafe, welche die Gesetzgebung der Kaiserin Katharina II. abschaffte.

Batöni (Pompes Girolamo), geb. zuLucca 1708, gcst. zu Rom 1787, war einer derausgezeichnetsten Maler in den Zeiten eines entarteten Geschmacks, der letzte von Bedeu-tung, den die Geschichte der ital. Malerei kennt. Seine künstlerische Bildung verdankt erviel weniger seinen Lehrern, als dem Studium der Antike, der Werke Rafael's und derNatur. Ohne den Charakter seiner Zeit zu verleugnen, läßt er doch in seinen Bildern bereitsjenes ernstere.Streben erkennen, welches gleichzeitig durch Winckelmann, Mengs u. A. an-geregt wurde'und welches freilich mehr für die deutsche und franz. Kunst als für Italienvon nachwirkendem Einfluß sein sollte. Vorzüglich bedeutend ist B. in Darstellungen einesanmuthig zarten Inhalts; doch gelingt ihm auch das Kräftige und Leidenschaftliche. Inletzterer Beziehung ist namentlich sein großes Gemälde in Sta.-Maria degli Angeli zu Rom,den Sturz des Zauberers Simon darstellend, ausgezeichnet. Auch hat er sich als Portrait-maler Ruhm erworben.

Balrachler oder froschrrtige Reptilien bilden die vierte Ordnung der Reptilienund stellen die Verbindung mit den Fischen her, indem sic in der ersten Zeit ihres Lebens durchKiemen athmen, die mittels einer gesetzlichen Metamorphose bei den meisten später durchLungen verdrängt werden. Sie unterscheiden sich von den übrigen Reptilien durch ihre Ver-wandelung, wie denn z. B. aus der Kaulpatte der Frosch wird, durch ihre schuppenlose Haut,den Mangel an Krallen und viele anatomische Eigcnthümlichkciten. Sie leben im auSgc-