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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
104
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IO-l Batyori Batist

derselben in das I. 870 v. Ehr. Die Römer trafen zuerst zu deren Gebrauche die nöthlgenEinrichtungen, und ihre prachtvollen und zweckmäßigen Badehäuser, von denen sich nochjetzt Überreste in Menge finden, gehörten zu den frühesten in Britannien von ihnen errich-teten öffentlichen Gebäuden. Noch sicht man sorgfältig erhaltene Säulenbruchstücke einesprachtvollen Minervcntempels, dessen ehemalige Grundfläche gegenwärtig zu einem großen,85 F. langen und 46 F. breiten Pumpzimmer dient. Die Bäder sind sehr wirksam gegendie Eicht, rheumatische Übel, Lähmungen und gallige Verstopfungen. Die Römer nanntenB- ^cpius salis, auch Fontes caliili, die Britannier (Äer Iwilun, die Sachsen Hat llstiumund ^ccamanmim, oder die Stadt der Kranken. Neue Versammlungssäle für die Bade-gäste wurden 1750 erbaut und 1771 mit einem ausgezeichnet schönen Tanzsaale, 106 F.lang, 42 F. breit und ebenso hoch, sowie mit einem 70. F. hohen und einem dritten achtecki-gen, 43 F. im Durchmesser haltenden Saale vermehrt.

Bathöri, ein berühmtes altadcliges, nachher fürstliches Geschlecht in Siebenbürgen,das bereits zu Anfänge des I l.Jahrh. vom Könige Stephan dem Heiligen mit großenGütern in Üngarn belehnt und nationalisirt wurde. Bedeutsam trat zuerst hervor Ste-phan V-, welcher Palatin von Ungarn war und bei Varna 1444 fiel. Der größte des Ge-schlechts aber war Stephan Vathori (s. d.), der 1571 nach dem Erlöschen des in Sie-benbürgen regierenden Hauses Zapolya zum Fürsten dieses Landes und 1575 als Königvon Polen erwählt wurde, woraufer, zu Gunsten seines Bruders, Christoph B., aufSiebenbürgen Verzicht leistete. Nach Christoph's Tode, 1581, kam sein Sohn Sigis -mundB. zur Negierung, trat aber dieselbe 1509 an seinen Vetter Andreas B. ab.Als dieser noch in demselben Jahre nach der Schlacht am Schellenberge ermordet ward,wurde Sigismund, nach einem kurzen Interregnum des Woiwoden der Walachei, Michael,1601 aufs neue erwählt, mußte sich aber bald darauf dem Kaiser Rudolf II., der die alternAnsprüche seines Hauses auf Siebenbürgen mit gewaffneter Hand durchsetzen wollte, erge-ben und starb 1613 zu Prag in der Gefangenschaft. In dieser Zeit der Unruhen kamen der er-wähn keWoiwodc der Walachei, der östr. General Georg Basta, Stephan Bocskay und Sigis-mundNagoczy, Bcideausangesehenensicbenbürg.Eeschlcchtern, nachundnach aufkurzeZeitzur Regierung. Ragoczy überließ dieselbe Krankheit halber 1608 dem letzten Sprvßlmgedes Hauses B-,Gabriel, gcb. 1587. Dieser führte aber eine ziemlich schlechte Regierung,daher viele Aufstände erfolgten, bei denen die Türken oft zu Hülse gerufen wurden, die dasLand auf die entsetzlichste Weise verheerten. Unter Denen, die B. zum Throne verhelfenhatten, befand sich auch Bcthlcn Gabor (s. d.). Als dieser sich mit Undank belohnt sah,trat er an die Spitze einer Verschwörung, in Folge deren Gabriel B. auf Anstiften des östr.Generals Apaffi am 27. Oct. 1613 meuchclmörderisch erschossen, Bethlen Gabor aber zumFürsten von Siebenbürgen erwählt wurde.

Bathos, im Griechischen eigentlich das Tiefe, nennt man, nach Swift, das Nie-drige, Gemeine und Kriechende in der Schreibart. Eine interessante, mit Beispielen ausge-stattcte Theorie des Bathos findet sich in Swist's, „Kunst, in der Poesie zu sinken".

Bathyllos, aus Alexandrien gebürtig, ein Freigelassener und Günstling des Mäce-nas in Rom, war der Erfinder einer eigenen Art pantomimischer Vorstellungen und wurdedurch seine außerordentlichen Leistungen auf dem Theater ein Liebling des röm. Volks.Einen Nebenbuhler in seiner Kunst fand er an dem Cilicier Pyladcs, der deshalb fast immermit B. zugleich genannt wird. — Bathyllos hieß auch der Liebling des Anakreon, derdessen Schönheit in seinen Liedern besingt. Auf der Insel Samos, wo er geboren war,ward ihm eine Statue errichtet.

Batist nennt man die feinste, dichteste und Weißeste Leinwand, die sich durch ihre sehrzarten, festen und gleichen Fäden von jedem andern leinenen Gewebe unterscheidet. Der indi-sche Batist, welcher in seinem Vaterlande Bastas genannt wird, wovon Viele den Namenhcrlciten, ist der vorzüglichste. Er ist auf jedem Ende mit feinen Gold- und Silberfädendurchzogen, und auf dem ersten Blatte eines jeden Stücks findet sich eine arab. Blume vongeschlagenem Golde. Diese Fäden bezeichnen die Güte des indischen Batists, denn je feiner erist, desto mehr solcher Fäden sind durchzogen. Da aber diese Fäden den Preis deS Batistserhöhen, so machen die europ. Kaufleute nicht selten ihre Bestellungen ohne Fäden. Der