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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
103
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Batavia Bath 1VL

nach ftanz. Muster erfolgten Organisation, vom 16. Mai t795 bis zu ihrer Umgestaltungzu einem Königreiche Holland und zur Ernennung Ludwig Napoleon's zun» Könige vonHolland, am 5. Juni 1806, belegt waren.

Batavia, die Hauptstadt des niederländ. Indiens, auf der Nordküste der Insel Java,an der Mündung des kleines Flusses Jakkatarg, hakte vor ihrem Verfall zwei Meilen imUmfange und 160000 E. Doch von der Pracht, welche ihr den Beinamen der Königin desOrients erwarb, ist wenig übrig. Die Stadtmauer und das Castell mit dem Palaste desOberstatthalters und des Hohen Naths sind verschwunden, die meisten Kirchen in baufälli-gcm Zustande und viele Privathäuser stehen öde und verlassen. Als Hauptgebäude zeichnensich noch aus das Rathhaus, mehre christliche Kirchen und mohammedanische Moscheen,und die Hospitäler. Die Gesammtzahl der Einwohner in Stadt und Weichbild belief sich1824 nur noch auf 53000, darunter 14700 Chinesen, 600 Araber, 12400 Sklaven,23000 Javaner und Malaien, 3000 Europäer und Abkömmlinge von Europäern. DieVerwaltung und Sicherheit der Stadt ist in den Händen der Negierung, welche den Magi-strat ernennt und besoldet. Eine besondere Waisenkammer verwaltet das Vermögen allerDerjenigen, die unbeerbt sterben oder deren Testamentsvollstrecker abwesend sind. Unterden öffentlichen Anstalten zeichnet sich die 1777 errichtete und während der Dauer der brit.Regierung erneuerte Gesellschaft der Wissenschaften aus, der wir treffliche Nachrichten 'überden Zustand Javas verdanken. Die äußerst ungesunde Luft, welche die fauligen Dünsteder morastigen Kanäle und das Zurückweichen des Meers erzeugen, haben für B. eineMenge tödtlicher Fieberkrankheiken zur Folge, obschon die Regierung und namentlich dieGeneralgouverneure Daendels und van der Capellen viel gethan haben, den Gesundheits-zustand der Stadt zu verbessern. Dies ist der Grund, weshalb die Stadt nach der gesun-den höher» Gegend, nach Norden hin immer mehr sich erweitert, während sie in der Nähedes Meers verödet und daß unter der schnell zerstörenden Kraft des tropischen Klimas dasalte B. bald ein Nuincnhaufen sein und an seiner Stelle ein neues in Weltevreden Kästc-hen wird, das durch die vereinzelten Häuser des Molenvliet mit B. zusammenhängt, unddurch sein Vertheilen der Gebäude zwischen den Schatten üppiger Tropenpflanzen demüberraschten Fremden wie ein Park erscheint. Unter diesen Erweiterungen Weltevrcdensnach dem alten B., deren Vorstädte sie einst unter verschiedenen Namen, wie Ryswyk,Nordwyk, Gounong und Sahire, waren, ist eine der schönsten, wo vorzüglich die Chinesenwohnen, Molenvliet mit einer herrlichen Allee, einer Freimaurerloge, einem Theater undeiner Landesbuchdruckcrei. Der Handel hat sich bedeutend gehoben in Folge der liberalenHandclsansichten der holländ. Regierung und seitdem Nordamerikancr asiat. und selbsteurop. Maaren aus B. beziehen. Die Stadt wurde 1618 von den Holländern gegründet,die sich 1617 der Niederlassungen der Engländer auf Java bemächtigten, und fast zwei Jahr-hunderte im ungestörten Besitze derselben blieben. Nachdem die Engländer 1799 einenvergeblichen Versuch gemacht hatten, Java zu nehmen, mußte ihnen im1.1811 vom Statt-halter, General Janssens, am l 9. Aug. die Stadt überlassen und am 18. Scpt. die ganzeColonie mit Capitulation übergeben werden, die erst nach hergestelltem Frieden am 19Aug. 1816 von der niederländ. Regierung wieder in Besitz genommen wurde.

Bath, eine der schönsten Städte Südenglands, in der Grafschaft Somerset, amschiffbaren Avon, in reizender Umgebung, mit säst 45000 E. und der Sitz eines Bischofs,ist besonders als Badeort berühmt. Die Häuser sind durchgängig von schönem in der Nähegebrochenem weißen Marmor erbaut; die Hauptkirche, deren Bau 1495 begonnen wurde,ist eines der herrlichsten Werke im reinen gothischen Baustil in ganz England, und die 1805eröffnetc geräumige Schaubühne das erste Provinzialtheater in Großbritannien. Unterden übrigen öffentliche» Gebäuden zeichnen sich aus das Rathhaus, die Markthalle, daSKrankenhaus, zwei prachtvolle Reitbahnen und unter den öffentlichen Plätzen der Königin-Platz, der Circus, der Halbe Mond und der Paradeplatz. Neben einem großen Hospitalfür 150 Kranke und mehren andern Krankenhäusern, gibt es auch mehre wohlthätige In-stitute und Gesellschaften zur Förderung der Religion und des Gcwerbflcißcs. Die heißenQuellen, denen B. wahrscheinlich sein Dasein verdankt, wurden, allem Anscheine nach,schon vor der Ankunst der röm. Legionen im I. 41 benutzt; Sagen versetzen die Entdeckung