l02 Batailionsgrschütz Batavia
die östr. bei gleicher Stärke in sechs Compagnien, mehre süddeutsche in fünf Compagnien,von denen eine, auf dem rechten Flügel, aus Jägern oder Grenadieren besteht. Die Eng-länder thcilen ihre Bataillone in vier Compagnien, von denen die beiden äußern Flanken-Compagnicn, die beiden inncrn Ccntrum-Compagnien heißen. Zwei oder drei Bataillonebilden ein Regiment, von den Franzosen im Ncvolutionskricge Halbbrigaden genannt.Man hat aber auch besondere Grenadier-, Jäger-, Schüßen-, Füsilier- und Voltigeur-Bataillone, die zuweilen in keinem Negimenlsvcrbande stehen. Die Preußen und Öst-reicher rangiren ihre Bataillone auf drei Glieder und verwenden das dritte Glied zumTiraillircn, die Jäger- und Schützenbataillone rangiren auf zwei Glieder. Die Eng-länder rangircu ihre ganze Infanterie auf zwei Glieder und verwenden ihreFlanken-Compag-nien zum Tiraillircn. Jede Armee folgt darin andern Maximen, von denen jede ihre be-sondcrn Vorzüge und Nachthcilc hat.
Bataillonsgeschütz, auch Bataillonskanonen oder Negimentsgeschüß,hießen die drei-, vier- oder sechsbändigen Kanonen (niemals Haubitzen), von denen jedemJnfanteriebataillon zwei Stück (zuweilen auch nur eins) beigcgeben wurden, welche dasselbebei allen Kricgsvorfällen begleiteten und im Gefecht ihren Platz auf den Flügeln oder vorden Intervallen der Bataillone fanden, um den Angriff oder die Vertheidigung der Jickan-ten'e zu unterstützen, und zwar hauptsächlich mit Kartätschen, weshalb sie mit diesem Gesthoßreichlich dotirt waren. Beim ersten Vorgehen gegen den Feind wurden die Kanonen abgc-protzt und am Schlepptau bewegt, im nahen Bereich des Feindes aber durch die eigene Mann-schaft gezogen. Nach dem I. I8V6 ging diese Rcgimentsartillerie fast bei allen Heeren ein,weil man sich von ihrer Unzweckmäßigkeit überzeugt hatte, wogegen das Battcriegeschüh ver-mehrt ward. Napoleon, dem Grundsätze huldigend, daß je schlechter eine Infanterie sei,desto mehr Geschütz man ihr beigcbcn müsse, führte 1813 nach dem Feldzuge nach Rußland,das Bataillonsgeschütz bei seiner Armee in Sachsen ein, was jedoch später wieder abgeschaffiwurde, da die Maßregel sich nicht bewährte.
Batalha, ein Dorf, 12 Meilen von Lissabon, erlangte großen Ruf durch das Domi-nicanerkloster, Santa-Maria da Viktoria genannt, welches König Johanni, von Portugalzum Andenken des Siegs über den König Johann I. von Castilien bei Algibarotte, am13. Aug. 1385, stiftete. Dasselbe ist im gothischen Stile erbaut von dem Irländer Hacketund gehört zu den prächtigsten Gebäuden in Europa. Vgl. S.-Luiz , ,Mem. bistor. sobreas obrss <Io real mosterio <Io K.-Alaria <Ia Vittoria" (Lissab. 1827).
Batardeau, s. Bär.
Bataver ist der Name eines deutschen Volks, welches einen Theil des heutigen Hol-land, namentlich die nach ihm genannte Insel Batavia bewohnte, die derjenige Arm desRhein, der sich bei Leyden in das Meer ergießt, nebst der Waal mit der Maas bildet, derenLand sich aber auch noch über die Waal erstreckte. Nach Tacitus, der ihre Tapferkeit lobt,waren sie, wie ihre Nachbarn die Kanninesatcn, ursprünglich ein Stamm der Katten, der durchinnere Unruhen aus der Heimat getrieben über den Rhein hierher zog. Gegen Cäsar hiel-ten sie sich friedlich, ebenso gegen Drusus, der, als er von der See her in Germanien ein-dringcn wollte, von ihrer Insel aus über den Rhein ging. Dagegen stritten sie gegen TiberiuSund gegen Germanicus, der sie besiegte und von ihnen aus auf dem Wege, den sein VaterDrusus eingeschlagen hatte, nach Germanien ging. Den Römern unterworfen, leistetensic diesen gute Dienste und erhielten den Ehrentitel der Freunde und Brüder des röm. Volks.Man verschonte sie mit Schatzungen und Stenern, foderke von ihnen nur die Stellung vonMannschaft und erlaubte ihnen, ihre Anführer aus ihrer Mitte zu wählen. Besonders warihre Reiterei vortrefflich. Während Vespallan's Regierung empörten sic sich mit den Bei-gen unter des Claudius Civilis Anführung gegen die Römer und zwangen diese zu einemVergleich. Trajan und Hadrian unterwarfen sie wieder. Zu Ende des 3. Jahrh. nahmendie salischen Franken die Bataverinsel in Besitz.
Batavia, eigentlich die von den alten Batavern besetzte Insel, dann überhauptdas Land der Bataver, wurde später der lat. Name für Holland und das gcsammteKönigreich der Niederlande; daher der Name Vatavische Republik, mit welcher dieNiederlande nach der Flucht dcs ErbstalthaltcrsWilhclm's lV. nach England in ihrer ncucn^