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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Ivll Bastia Bastille

fruchtbare Samen. Blumisten übertragen oft den Blutenstaub auf verschiedene Pflanzen,um Abänderungen, besonders hinsichtlich der Farbe und Gestalt der Blumen zu erhalten, undnennen dieses Verfahren das Kreuzen. Die vielfältigen Abänderungen dcr Aurikel, Azaleen,Camcllien, Georginen, Levkojen, Nelken, Pelargonien und vieler anderer Zierpflanzensind zum Theil durch dieses Kreuzen hervorgebracht worden. Was die Gärtner Bastardenennen, sind meist Spielarten oder Monstrositäten einer und derselben Specics. Gleiche-gilt von den sogenannten Bastarden unter den Hausthieren, den Hühnern,. Tauben u. s. w.— Im bürgerlichen Sinne ist Bastard oder, wie die gemeinere Sprache sich ausdrückt,Ban kert das Product einer außerehelichen Verbindung. Bildliche Anwendung findet end-lich dieses Wort auf solche menschliche Nachkommen, welche frühzeitig schon durch Züge vonRoheit und Bosheit, oder doch durch üble Neigungen sich auszeichnen, die an dem Altern-paare nie bemerkt worden sind.

Bastia, die ehemalige Hauptstadt der Insel Corsica mit 10000 E-, in amphitheatra.lisch» Form am Abhänge eines Berges im nordöstlichen Theile der Insel gelegen, ist sehrschlecht gebaut, hat aber eine starke Citadelle am Meere und einen geräumigen, jedoch nichtsehr bequemen Hafen. Die Einwohner treiben beträchtlichen Handel mit Häuten, Wein,Öl, Feigen and Hülsienfrüchtcn; auch werden hier viele Stiletts und Dolche verfertigt, dienamentlich nach Italien gehen. Die Stadt wurde 1380 durch den Genueser Leonel Lomel-lino gegründet. Im I. 1745 nahmen sie die Engländer, die sie im folgenden Jahre an dieGenueser zurückgeben mußten. Vergeblich belagerten B. >748 Östreicher und Piemon-teser. Nach der Vereinigung der Insel mit Frankreich im I. 1768 eroberten es wieder dieEngländer, vermochten es jedoch nur kurze Zeit zu behaupten. Bei der neuen Eintheilungdes franz. Gebiets im I. 1791 ward es die Hauptstadt des Departements Corsica, muß«aber später diese Ehre auf Ajaccio übertragen sehen.

Bastillc war in Frankreich die allgemeine Benennung für feste, mit Thürmen ver-sehene Schlösser. Zum Eigennamen wurde sie für das Castell in Paris, welches auf BefehlKarl's V. in den I. 1370—83 durch Hugo Aubriot, Prcvöt von Paris, am Thore St.-Antoine, zur Sicherstellung gegen die Engländer erbaut wurde, und nachher zur Verwah-rung der Staatsgefangenen und der durch geheime Verhaftsbefehle oder I^vttres üecacllet (s. d.) Festgenommenen diente, weshalb es auch im Laufe des 16. und 17. Jahrh.mit einer mächtigen Bastei und mehren Gräben versehen wurde. An jeder der beiden Haupt-seiten hatte eS vier fünsgestöckige Thürme, über die eine Galerie hinlief, die mit Kanonenbesetzt war. Theils in diesen Thürmen, theils unterirdisch waren die Gefängnisse, welche dieEingekerkerten fern von jedem Leben hielten. Längst schon als ein Zwinger der abscheulichstenWillkür furchtbar gehaßt, kann es nicht auffallen, daß die Wuth des Volks, als der Königdurch Entlassung Necker's und Montmorin's sich den Wünschen desselben feindlich cntgegen-zustellen schien, zuerst gegen die Bastille gerichtet war. Ungeachtet des Kartätschcnfeucrs, mitwelchem der Commandant derselben, Launoy, die Stürmenden empfing, ward die Bastille am14. Juli 1789 erobert, und schon am nächsten Tage unter dem Donner der Kanonen mit derNicderreißung der Anfang gemacht. Zwar fand man gerade damals nur wenige Gefangenedarin, doch reichten sie, sowie die darin aufgcfundenen Aktenstücke, die unter dem Titel „Beiträgezur Geschichte der Vastille" (deutsch, 2 Bde., Franks. 1789—90) im Druck erschienen, vollkom-men hin, das Volk zu überzeugen, daß der König sich nie vom Gebrauch derl^stties <>e cscbethabeRechenschaftablcgen lassen, und dieEmpörung gegen dieAutokratst zum höchsten Gradzu steigern. Zwar kamen die Männer vom 14. Juli, wie man während der Revolution dieBastillenstürmer nannte, in der Napoleonischen Zeit allmälig in Bcrgessenheit und freu-ten sich derselben, als nach dem Sturze des Kaisers die Bourbons nach Frankreich zurückkchr-ken; doch die Julirevolution von 1830 lenkte aufs neue die Aufmerksamkeit ihnen zu, und eSwurden ihnen nicht nur Ehrenbezeigungen zu Theil, sondern auch Pensionen für sie ausgesctzt.Die Stelle, wo die Bastille gestanden, durch ein ävf die Zerstörung derselben bezüglichesDenkmal zu bezeichnen, hatte schon Napoleon die Absicht. Nach Denon's Plan, den derKaiser genehmigte, sollte dieses in einem kolossalen Elefanten von Bronze, über 70 F. hoch,bestehen, aus dessen Körper Wasser in ein Becken floß. Es kam aber dieser Plan unterNapoleon nicht zur Vollendung; nach der Julirevolution hat man ganz davon abgesehen