98 KE kille Bassompierre
ÜS880 kille heißt in der Musik so viel als tiefer Tenor, Bariton (s. d.), die Te-«orgeige und Tenorflöte; in der Baukunst etwas erhobene oder halb erhobene Arbeit, gleich-bedeutend mit Basrelief. (S. Relief.)
Bassethorn, das tonreichste unter den Blasinstrumenten, wegen seiner krummenBiegung auch Krumm Horn genannt, wurde, wie man glaubt, gegen 1770 in Passauerfunden und später durch Thcod. LoH in Presburg vervollkommnet. Es ist eigentlich eingrößeres Clarinet und gleicht demselben ungeachtet der Verschiedenheit in der Form nichtallein in Ansehung der Bestandthcile und des Tons, sondern auch in Hinsicht der Jntona-tion, des Ansatzes und der Applicatur, sodaß cS der Clarinettist leicht spielen kann. Außerdem Schnabel, mittels dessen das Instrument intonirt wird, besteht es aus fünf Stü-cken, dem Kopfstück, Birn genannt, zwei Mittclstückcn, dem Kästchen und der Stürze,die jetzt gewöhnlich von Messing ist. Sie enthalten zusammen 15 Tonlöchcr, von denen viermit offenen und vier mit verschlossenen Klappen versehen sind. Sein Umfang steigt bis dreiund eine halbe Octave, nämlich vom großen!? bis zum dreimalgestrichcnen c; den Notennach von c biszum dreimal gestrichenen x, denn cs klingt eine Quinte tiefer. Es kommt seltenim Orchester vor und ist dann gewöhnlich obligat, z. B. in Mozart's „Requiem", „Titus"und „Figaro". Das Bassethorn kann auch als Baßinstrument gebraucht werden; dochwird es in Hinsicht der Tiefe von dem Baß clari nett übertroffen, welches der Instrumen-tenmacher Streitwolf in Göttingen erfand.
Bassompierre (Franxois de), Marschall von Frankreich, der Abkömmling eines derältesten Geschlechter, wurde 1579 zuHaruel in Lothringen geboren. ZwanzigJahre alt, kamer an den stanz. Hof, nachdem er sich durch wissenschaftliche Studien und eine Reise in Ita-lien gebildet hatte, und wußte sich durch ritterliches und heiteres Wesen bei Heinrich IV. so inGunst zu sehen, daß er schon im folgenden Jahre (1600) denselben auf dem Feldzuge nachSavoyen begleiten mußte. Im I. 1602 war er mit vor Ostende und im folgenden Jahrein Ungarn, wo er sich zuerst auSzuzcichnen begann; doch der König, der seinen Liebling nichtentbehren wollte, ließ ihn aus Ungarn zurückrufcn, ohne ihm eine feste Anstellung zu geben.Erst 1610, als sich Heinrich IV. gegen Rudolf II. rüstete, wurde er zum Staatsrath ernanntund bekam das Commando über ein Regiment. Nach der Ermordung Heinrich's IV. hieltsich B- anscheinend zur Partei der Königin, die ihn auch zum Obristen der Schweizer er-nannte ; doch nach der Ermordung Concini's suchte er sich bei dem jungen Könige in Gunstzu setzen, und trug, als cs zwischen Mutter und Sohn zum Kriege kam, besonders zur Nie-derlage der Erstem bei. Ludwig's XIII. Gunst erwarb er sich dadurch in so hohem Grade,daß dessen Günstling Luines auf ihn eifersüchtig wurde. Im I. 1622 zum Marschall vonFrankreich erhoben, mußte er als solcher Gesandtschaften nach Spanien, der Schweiz undEngland übernehmen, wo er sich allenthalben Achtung erwarb und das Interesse Frankreichsbeförderte. Hierauf war er bei der Belagerung von Röchelte thätig, erstürmte 1629 den Paßvon Susa und befehligte auch einige Zeit das in Languedoc gegen die Hugenotten ausgestellteArmeecorps. Seme Verbindungen mit dem Herzoge von Guise, der Prinzessin von Contiund andern Anhängern der Königin, vielleicht auch seine scharfe Zunge, hatten ihn indessenRichelieu verdächtig gemacht. Auf Befehl desselben kam er 1631 in die Bastillc, aus derihn erst, nach zwölfjähriger Gefangenschaft, der Tod Richelieu's, 16-13, erlöste. Er erhieltseine Titel und Würden wieder, starb aber schon 16-16 in Folge der langen Gefangenschaft,oder wie Andere behaupten, weil ihm sein Arzt eine zu starke Dosis Opium gegeben hatte.B- war ein vollendeter Hofmann, der Verschwendung ergeben, die ihn in Schulden stürzte,und ein großer Liebling und Verehrer der Frauen; im Augenblicke seiner Verhaftung soll er6000 Liebesbriefe vernichtet haben. Der Connctable von Montmorency wollte ihm seineTochter geben, aber der König vermählte sie mit dem Prinzen Conde, weil er glaubte, dieselbewürde ihn dann nicht mehr erhören, wenn sie die Gemahlin B.'s würde. Später stand er ineinem Liebesverhältnisse mit der Prinzessin von Lothringen-Euise, mit der er sich heimlichvermählte, und die aus Schmerz über seine Gefangenschaft starb. Ein Fräulein von Bal-sac, mit der er einen Sohn gezeugt hatte, führte um ihre Heirath acht Jahre hindurch einenvergeblichen Proceß mit ihm. Außer einigen andern Schriften hat B. in der Bastille seine