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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
91
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Basel 9i

'enschaftlichcm Museum. Zn der Reformation war die Universität ein Mittelpunkt de- gei-stigen Lebens und zählte in der Folge, wenn auch im Ganzen ohne besonders eingreifendeWirksamkeit, zeitweise höchst ausgezeichnete Männer der Wissenschaft unter ihre Mitglieder,doch ist sie in der neuesten Zeit unter den schweizerischen Hochschulen die wenigst besuchte.Weit bekannt ist das Seminar für Missionare, mit dem eine Missionsgcscllschaft in Verbindungsteht. Vgl. Lutz, „Geschichte der Universität B." (Aarau 1826). JnneuererZcit ist in B eineAntiquarische Gesellschaft zusammcngctretcn, die in ihren „Mitthcilungen" (Bd. I, Zur.1841, 4.) herrliche Beiträge zur Geschichte des Cantons und der Stadt, z. B. über den Mün-ster, über die Münzen u. s. w., geliefert hat. Am 5. Apr. und 22. Juli >795 wurden in B.zwei für die Schicksale Deutschlands und der Pyrenäischen Halbinsel gleich verhängnißvolleFriedensvcrtrage unterhandelt und abgeschlossen von dem Botschafter der franz. Re-publik, Barthc'lemy, mit dem Grafen von Eolz und nach dessen Tode mit dem Ministervon Hardenberg als Repräsentanten Preußens, sowie mit dem Abgesandten Spaniens,Unarte. Preußen, dem sich am 26. Aug. der Landgraf von Hessen-Kassel in einem beson-der« Vertrage anschloß, trat hiernach von der Koalition gegen Frankreich zurück und sagtesich selbst als deutscher Rcichsstand vom Neichskriege los. Es nahm durch eine Demarka-tionslinie alle norddeutschen Neichsstände, die sich gleich ihm lossagcn würden, in seinenSchuh und übergab seine überrhcinischen Besitzungen, vorbehaltlich einer künftigen nähernÜbereinkunft, der siegreichen Republik. Spanien verlor zwar nur seinen Antheil an derInsel S.-Domingo, bahnte sich aber durch diesen Frieden den Weg zu der später so bedeu-tungsvoll gewordenen Allianz mit Frankreich.

Die allgemeine Kirchenversammlung zuB., welcheaus derKirchenversamm-lung zu Konstanz angekündigt und vom Papst Martin V. und dessen Nachfolger Eugen >V.ausgeschrieben wurde, begann am 14. Dec. 1431 unter Vorsitz des Cardinallegatcn JulianCesarini von S.-Angelo. Sie sollte die Ketzereien, zunächst die hussitische, auszurotten, allechristliche Völker mit der katholischen Kirche zu vereinigen, die Kriege zwischen christlichenFürsten zu beendigen suchen und die Kirche an Haupt und Gliedern reformircn. Doch schon ihreersten Schritte zu friedlicher Versöhnung der Hussiten, die Julian mit einem Krcuzheere ver-geblich bekriegt hatte, wollte der Papst nicht gutheißen und ermächtigte den Cardinallegatcnzur Auflösung des Conciliums. Dieses wies das Ansinnen des Papstes mit scharfer Rügeab und setzte ungeachtet wiederholter päpstlicher Befehle, es nach Italien zu verlegen, seineBehandlungen fort. Um sich vor Störungen von Seiten Eugen's IV. zu sichern, wieder-holte es die konstanzer Beschlüsse von der Berechtigung einer allgemeinen Kirchenversamm-lung in Sachen des Glaubens, des Schisma und der Reformation über den Papst wie überdie ganze Christenheit zu gebieten, und vermöge ihrer richterlichen Gewalt als Stellvcrtre-tcrin der ganzen Kirche Ungehorsame jedes Ranges, selbst den Papst, bestrafen zu können,und erklärte alle Einreden desselben gegen ihrVerfahren für nichtig. Als dessenungeachtet derPapst Bullen zur Auflösung der Kirchenversammlung erließ, leitete dieselbe einen förmli-chen Proceß wider ihn ein, setzte ihm Fristen auf Fristen, vor ihrem Gerichte zu erscheinen,und übte in Frankreich und Deutschland seine Gerechtsame aus. Gleichzeitig schloß sie imNamen der Kirche mit den Hussiten, deren Abgeordnete am 6. Jan. 1433 mit 366 Reiternzu Basel erschienen, durch die prager Compactaten am 26. Nov. 1433 einen von den Calix-tinern, der mächtigsten, endlich siegenden hussitische« Partei, angenommenen Frieden ab,worin sie ihnen den Gebrauch des Kelchs beim Abendmahle bewilligte. Kaiser Sigismund,dem sie durch die in letzterer Beziehung bewiesene Nachgiebigkeit gegen die mit Waffen nichtzu bezwingenden Hussiten zum Besitze Böhmens verhalf, vermittelte ihre Aussöhnung mitEugen IV., der, gedrängt durch Empörungen im Kirchenstaate, und um seinen Einfluß aufDeutschland und Frankreich nicht ganz zu verlieren, sie und alle ihre bisherigen Beschlüssein einer von ihr selbst dictirten Bulle vom 15. Der. 1433 feierlich bestätigte. Stolz auf die-sen Sieg über den Papst, wollte sie auch über eine Klage Herzog Erich's von Lauenburg ge-gen Friedrich den Streitbaren wegen Belehnung mit der sächs. Kur entscheiden, wurde aberdurch Sigismund's Protestation gegen jede Einmischung in die Reichsangelcgenheiten auf ihrHauptgeschäft, die bisher vernachlässigte Reformation der Kirche, zurückgewiesen. Nur zurEinschränkung des Papstes hatte sie schon am 13. Juli 1434, gestützt auf die altchristlkche