Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84 Bartholomäus Bartolozzi

ma-B>, geb. 1659, gest. 169», ist der berühmte Verfasser eines Hauptwerks für die nor-dischen Alterthümer, der „^Iiticpiit-ltniii >la»,cr>r>,,n lle ca, Isis!c»ntei»tc»« » Ilanis ittlliucxentililliis mortis" (Kopenh. 1689, 4.).

Bartholomäus der Apostel, der Sohn des Tvlmai. ist mit dem Nathanael, dessendas Evangelium Johannis als eines redlichen Israeliten und schnell überzeugten JüngersJesu gedenkt, wahrscheinlich eine und dieselbe Person. Er soll, wie Eusebius erzählt, dasChristenthum in Indien, d. i. wahrscheinlich in dem südlichen Arabien, gelehrt und dahin auchdas Evangelium des Matthäus in hcbr. Sprache gebracht haben. Chrysostomus läßt ihn auchin Armenien und Kleinasten predigen, und ein späterer Lcgendenschrciber zu Albania-pyla, demheutigen Derbent in Rußland, den Kreuzestod leiden. Die alte Kirche hatte unter seinemNamen ein apokryphisches Evangelium, das aber untergcgangcn ist. — Die Bartholo-mäcr, eine Verbindung von Weltgeistlichen in Baiern, hatten ihren Namen nicht von ihm,sondern von Bartholomäus Holzhäuser, einem Priester in Ingolstadt, der sie >6-1» stiftete,worauf sie 168» die päpstliche Bestätigung erhielt, entlehnt.

Bartholomäusnacht, s Bluthochzeit.

Bartöli (Daniello), ein beliebter Prediger und fruchtbarer Schriftsteller in Physik,christlicher Moral, ital. Stilistik und für die Geschichte seines Ordens, geb. im Ferraresischen16»8, trat 1623 in den Jesuiterorden, der ihn jedoch nicht, wie er cs wünschte, als Missionarnach Indien sendete. Im I. 1650 zur Ausarbeitung einer Geschichte des Ordens in ital.Sprache nach Rom berufen, starb er daselbst am 13. Jan. 1685. Sein Hauptwerk, „ist,»-,-,tielik, eompuAnik, tli 6iesü" (5 Bde., Nom 1 663—73, Fol.), eine Reihe glänzender Schilde-rungen und beredter Lobpreisungen, eröffnete er, der Erste, der in der 'Lose-,,,-, iüvelle, dieThaten des Ordens beschrieb, mit dem Leben des Stifters „Vitu e istituto ,1, 8. Igna-io"(2. Ausg., Rom 1659, Fol.). Seine moralischen und ascetischen Schriften sind oft, auch inneuerer Zeit wieder einzeln aufgelegt worden. Unter den physikalischen machten zu ihrer ZeitAufsehen die Abhandlungen „Del giiiaccio s »eile, cnnzul-lrione", „Ocllo tensiono e pres-5,«,»:" und „Del sunno, <1e' tremori arm»,,,«:, e ,IeII' ullito". Seine sprachlichen Arbeitenwaren zum Theil gegen die Crusca gerichtet. Sein Stil ist von Männern wie Franc. Redi,Monti und Percari sehr hoch gestellt worden. Tiraboschi nennt denselben in einer billigenBeurtheilung neu und ganz eigen. In gewählter Dictivn sei B- unübertroffen; in Leben-digkeit und Kraft der Schilderung habe er seine Stärke; Adel der Gesinnung, Schärfe derEntwickelung sowie ein satirischer Anflug gäben seinen Schriften viel Anziehendes; dennochermüde seine Schreibart auf die Länge, weil sie immer auf Stelzen und nicht frei von Ge-suchtheit erscheine. Ein Ausgabe der sämmtlichen Werke B.'s veranstaltete der BuchhändlerMarietti (12 Bde., Tur. 1825, 4.) und eine Auswahl der schönsten Schilderungen Silvestriunter dem Titel „Desertion, AeoArapIncke e storiclle t, i>tt« ilalle Njiei k: etc." (Mail. 1 826 ).

Bartolommeo (Fra), s. Vaccio della Porta.

Bartolozzi (Francesco), einer der berühmtesten Kupferstecher, geb. zu Florenz 173»,der Sohn eines Goldschmieds, erlernte daselbst, vorzüglich bei Hugford und Feretti, dieZeichenkunst. In Venedig, wo er besonders in der Familie des Dichters Gozzi wegen seinesGuitarrenspiels wohl gelitten war, arbeitete er längere Zeit im Hause seines Lehrers Jos.Wagner, dann in Floren; und Mailand. Mit Rich. Dalton, demBibliothekarGeorg's III.,ging er 1764 nach London, wo er die ansehnlichsten Unterstützungen fand. Hier gab er sichganz dem Nationalgeschmacke hin; er arbeitete namentlich Vielerlei in der damals so be-liebten weichlichen Punktirmanier und ward einer ihrer thätigsten Verbreiter. Auch wurdeihm die Stelle eines königlichen Kupferstechers und ein Platz in der königlichen Akademieder Künste in London zu Theil. Im I. 18»5 ging er nach Lissabon, um das Directorat einerdortigen Maler- und Kupferstecherakademie zu übernehmen, und starb daselbst im Apr. 1813.B. war ein Meister in der Radirnadcl und bediente sich des Grabstichels nur zur Vollendungseiner Blätter. Mit Richtigkeit der Zeichnung verband creme hohe Zartheit der Ausführung.Eins seiner vorzüglichsten Blätter ist der Tod des Lords Chatain, nach Copley, wovon einguter Abdruck mit mehr als 159 Thlr. bezahlt ward; eins der lieblichsten seine I.!,,!)--„»Ictlilll. Die Eesan»nt;abl seiner Werke, unter ihnen auch Nachahmungen von Handzcich-nungen in radirten Blättern, steigt über 2»»».