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nach Paris, nach mehrjährigem Aufenthalte daselbst nach Italien und dann nach Griechen-land. Nach feiner Rückkehr in das Vaterland trat er, durch Reinhard in Dresden getauft,zur protestantischen Kirche über. Das Unglück seines Vaterlandes im 1.1806 steigerte immermehr seinen Haß gegen die Bedrücker. Daher ging er 1809 nach Wien, machte als Ober-lieutenant in einer Abtheilung der wiener Landwehr, die A. von Steigentcsch führte, denFeldzug mit und hatte Gelegenheit, sich rühmlich hervorzuthun. Eine Frucht dieser Zeitist seine Schrift „Der Krieg der tiroler Landleute im Jahre 1809" (Berl. 1814), welche,obgleich die Helden desselben etwas idealistrt auftretcn, eine große Wirkung nicht verfehlte.Jm J. 1813 folgte er dem Rufe des Vaterlandes und fand in der Kanzlei des FürstenHardenberg ein Feld zu angemessener Thätigkeit und ersprießlichen Diensten. Als er 1314von Paris aus nach London ging, machte er auf dem Schiffe die Bekanntschaftdes CardinalsConsalvi, mit welchem er bis zu deffen Tode in genauern Verhältnissen blieb und dcsscn Lebener beschrieb (Stuttg. l 815). Nach reger Theilnahme am wiener Congresse kam er18 l 3 nachNom als preuß. Generalconsul für ganz Italien. Im I. 1818 wurde er zum Congressenach Aachen berufen, auch zum Geschäftsträger am toscanischcn Hofe und zum Geh. Lega-tionsrathe ernannt. Kurze Zeit vor seinem Tode erfolgte die Einziehung seiner Stelle undseine Penstonirung. B. gehört zu den bedeutendsten Männern seiner Zeit. Mit einem durch-dringenden Verstände, seltener Geistesgewandkheit und gründlicher Bildung verband er dievorzüglichsten Eigenschaften des Charakters. Seine Tüchtigkeit als Diplomat und Geschäfts-mann im Hähern Sinne des Worts erwarb ihm von allen Seiten Vertrauen. Für dasSchöne besaß er einen empfänglichen Sinn, und für Förderung der Kunst war er mit demglücklichsten Erfolg thälig; so hat er namentlich die Frcscomalerci wieder ins Leben gerufen,indem er durch Cornelius, Overbeck, Veit, Schadow und Catel seine Wohnung in Nom ,1lrescu malen ließ, welches Beispiel die vielseitigste Nachahmung fand. Auch als Sammlervon Kunstwerken war er unablässig thätig; seine größer« Sammlungen, namentlich dieBronzen, Vasen und Gläser, wurden für das Museum in Berlin angekauft.
Barthölin ist der Name eines Geschlechts, welches sich in Dänemark durch Gelehr-samkeit und schriftstellerische Verdienste ausgezeichnet und viele wichtige Ämter, besondersan der Universität zu Kopenhagen, bekleidet hat. — Kaspar B., gcb. am 12. Fcbr. 1585zu Malmöe, wo sein Vater Prediger war, studirte zuerst Theologie und Philosophie zu Ro-stock und Wittenberg, dann Medicin. Im 1.1610 ward er zu Basel Doctor der Mcdicin,prakticirte hierauf eine Zeitlang in Wittenberg und folgte 1613 dem Rufe als Professor dergricch. Sprache und der Medicin nach Kopenhagen, wo er 162a auch Professor der Theologiewurde. Er starb zu Sora 1629. Seine „Institutiono» anatomicae" (Wittenb. >611 undöfter), die ins Deutsche, Französische, Englische und Indische übersetzt wurden, dienten im17. Jahrh. an vielen Universitäten als Handbuch bei Vorlesungen. Seine übrigen zahlreichenSchriften sind hauptsächlich physikalischen und philosophischen, dann aber auch theologischenInhalts.— Unter seinen Söhnen, die alle in der gelehrten Welt bekannt sind, verdienen haupt-sächlich genannt zu werden der Orientalist Jakob B., geb. 1623, gest.in Heidelberg 1653,bekannt als Herausgeber der kabbalistischen Schriften „Bahir" und „Majan Hachochma",und der als Philolog, Naturforscher und Arzt gleich berühmte Thomas B., gcb. am 2 V.Oct. >616, der 1647 Professor der Mathematik, 1648 aber der Anatomie zu Kopenhagenwurde, 1661 diese Stelle niederlegte, hierauf auf seinem Landgute Hagcstad privatisirtc und1670 königlicher Leibarzt wurde, welche Stelle nebst mehren andern er bis an seinen Todam 4. Nov. 1680 bekleidete. Die neue Ausgabe der Anatomie seines Vaters (Leyd.,1641und öfter) vermehrte er mit einer Masse neuer Beobachtungen. Äußer vielen andern werth-vollen anatomischen und medicinischen Werken sind besonders seine biblisch-archäologischenSchriften „De latere (lbristi sperto" (1646), „^nti^uitate» veteris puerperii" (>646),„Do cruc« Oliristi" (1651), ,,1)emorl>i»liidlicis"(1672), desgleichen die antiquarischen „Hearouilli, voterum" (1647), „De unicomn" (1645) und die naturphilosophischen „Ile lucssniinaliiim" (1647) von großem Belang. Er war einer der gelehrtesten und fleißigsten Ärzteundvertheidigte besondersHarvey'S Lehre vom Kreisläufe. — Des Letztem Sohn Kaspar
B., gcb. 1654,gest. 1704, war gleichfalls ein gründlicher Anatom, und dessen Bruder Tho-
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