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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
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82 Barthold Bartholdy

Cur beim Grafen von Pe'rigord eine glänzende Laufbahn öffnete. Er wurde 1756 Feldarzt;erkrankte aber in Westfalen und kehrte l 757 von der Armee nach Paris zurück, wo er nun zu-nächst für das „Journal des savants" und den„victi»nnsire enc>clvj>edir,ue" arbeitete. ImI. 1761 nach Montpellier berufen, gründete er daselbst eine ärztliche Schule, welche in ganzEuropa mit Achtung genannt wurde. Seine,, ldlouveaux elements de I» seienee de i'Immme"(Montpell. 1778, 2. Aust., 2 Bde., Par. 1806), worin er sein aufdynamischen Grundsätzenberuhendes System ausführtc, wurden in die meisten europ. Sprachen übersetzt. Nicht zu-frieden mit seinem Ruhme als Arzt, studirte er auch die Jurisprudenz und wurde 1780Doctor der Rechte. Sein Ehrgeiz fand aber hier nicht Nahrung genug, daher kehrte er 1781nach Paris zurück, wo ihn der König zum mitberathcnden Leibarzte, und der Herzog von Or-leans zu seinem ersten Leibarzte ernannte. Nach dem Tode Jmbcrt's wurde er 1785 Titular-kanzlcr der Universität zu Montpellier. Aus allen Thciien der civilisirten Welt wurden vonihm über wichtige Fälle Consulkationen begehrt. Die Revolution raubte ihm den größtenTheil seines Vermögens und seine Stellen; er mußte Paris verlassen und lebte nun als Arztund Schriftsteller an verschiedenen Orten. Erst Napoleon versetzte ihn in neue Thätigkeitund überhäufte ihn in seinem spätem Alter mit Ehren und Würden. Anfangs in Montpelliersich aufhaltend ging er 1805 nach Paris, wo er am Blasenstein leidend, zu spät sich der Ope-ration unterwarf und unter den fürchterlichsten Schmerzen starb. Unter den zahlreichen Schrif-ten B 's verdienen noch besondere Erwähnung seine „Nouvelle mec-inirpis des mouvementsde l'boinme et >es amm-nix" (Carcaffonne 1798, 4.; deutsch von Sprengel, Halle 1800),sein „Droits des inaladies Fvutteuses" (2 Bde., Par. 1802; neue Aust., 1819; deutsch vonBischof, Berl. 1803) und „Oonsultatious de me'deci'ne" (2 Bde., Par. 1810). Vgl. Lor-dat, „Exposition de I» doctrine medical« de koul äns. 8. et ineinoires sur I» vie de cemedeciu" (Par. 1818). — Sein Sohn Auguste B. de Marm orieres, geb. zu St.-Gallen, gest. am 3. Aug. 1811, der vor der Revolution Obrist war und dem Grafen vonArtois in die Emigration folgte, hat sich als Dichter in „bllnotlnm ou les äges de I'bomme^(1802) und „Do mort de Donis XVI, trsgedie" (Neufch. 1793) mit Glück versucht.

Barthold (Friedr. Wilh.), ordentlicher Professor der Geschichte zu Greifswald, geb.am 4. Sept. 17 99 zu Berlin, wo sein Vater königlicher Beamteter war, erhielt seine wissen-schaftliche Vorbildung auf dem Friedrichwerder'schen Gymnasium und studirte seil Michaelis1817 in Berlin Theologie, von der er sich aber durch den Einfluß und die nähere BekanntschaftWilken's bald entschieden zur Geschichte hingezogen fühlte, deren Studium er in Breslauunter Wachler und Raumer fortsehte. Häusliche Verhältnisse nöthigten ihn dann, längereZeit als Hauslehrer ein Unterkommen zu suchen. Eine Biographie „Johann von Werthim nächsten Zusammenhang mit seiner Zeit" (Berl. 1826) war sein erstes historisches Werk.Daraus wurde er zu Ostern 1826 als Lehrer am Collegium Fridericianum in Königsbergangestellt, wo er sich sehr bald der akademischen Laufbahn zuwendete. Im I. 1831 ward erals außerordentlicher Professor der Geschichte nach Greifswald versehtund 1834 zum ordent-lichen Professor ernannt. Sein Hauptwerk ist „Der Römerzug König Hcinrich's vonLützelburg" (2 Bde., Königsb- 1830—31), welches sich durch ein lebendiges Interesse fürden behandelten Stoff, durch Fleiß der Forschung und scharfsinnig« Combination auszeich-net, aber durch ein gewisses Pathos der Darstellung gedrückt wird. Außerdem haben wirvon ihm die sehr fleißig gearbeitete Schrift „Georg von Frundsberg und das deutsche Kriegs-handwerk zur Zeit der Reformation" (Hamb. 1833); ferner eine Reihe interessanter AufsäheinRaumer's „HistorischemTaschenbuche", z. B. „Jürgen Wullenwebec"(183S),„AnnaJwa-nowna" (1836), „Ausgang des Joanschen Zweiges der Romanow" (1837), „H. Ehr. vonRoßwurm" (1838), die zum Theil auch in besonder» Drucken erschienen, „Geschichte vonRügen und Pommern" (Bd. 1 und 2, Hamb. 1839—40), die auf vier Bände berechnetist, und „Geschichte des großen dentschen Kriegs von Gustav Adolfs Tode ab" (2 Bde.,Stutt. 1841 —43).

Bartholdy (Jak. Sal.), preuß. Geh. Legationsrath, geb. zu Berlin, am 13. Mai> 779, gest. zu Rom am 27. Juli 1825, war der Sohn wohlhabender jüdischer Altern, in derenHäußer die sorgfältigste Erziehung genoß. Er bezog 1796 die Universität zu Halle, um dieRechte zu studiren, widmete sich indeß mehr allgemeinen Studien. Im I. 1801 ging tt