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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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Barthrlemy (Franc., Marquis von) Barthez

zu widmen. Unter seinen Werken zcicknete sich vor allen die „Vn^sgeckujennL^naebsrsisei,6r!-ce" (3 Bde., Par. 17 88, 3. und öfters) aus, die fast in alle curop. Sprachen übersetztwurde (deutsch von Biester, 7 Bde., Berl. 1792—1804) und ihm eineScelle in der Akademieverschaffte. Er selbst war bescheiden genug, dieses Werk, welches die Frucht dreißigjährigerVorarbeiten war, eine unbehülfliche Compilation zu nennen, während man allgemein dieglückliche Darstellungsgabe des Verfassers bewunderte, der die ungleichartigsten Theile desgriech. Alterthums aus verschiedenen Zeiten in ein so schönes Ganze verwebt und mit ebensoviel Gelehrsamkeit als Geschmack verarbeitet hatte, und dieser Ruhm wird ihm bleiben, ob-gleich die tiefere Kritik manche Gebrechen desselben nachgewiesen hat. Als Nomandichterversuchte er sich in den angeblich aus dem Griechischen übersetzten mnour» cke Uolxtiore"(Par. 1760; neue Aust. 1796). Er wollte noch in seinem Alter ein vollständiges Verzeich-niß des königlichen Medaillencabinets ausarbeiten, ward aber durch die Revolutionsstürmedaran verhindert, die ihm auch den größten Theil seines bedeutenden Einkommens raubten.JmAug. l793 ward er von einem Beamten bei der Nationalbibliothek des Aristokratismusbeschuldigt und dann verhaftet, nach wenigen Stunden aber wieder in Freiheit gesetzt. Als derOberbibliothekar der Nationalbibliothck, der berüchtigte Carra, am 3I.Oct. 1793 guilloti-nirt worden war, trug ihm der Minister Pare dessen Srellc an; er lehnte sie aber ab, um seinewenigen Lebenstage ruhig zuzubringen. Er starb am 30. Apr. 1795 mit dem Ruhme einesdurchaus rechtschaffenen Mannes und vielseitigen Gelehrten. Serieys gab nach B.'s Tode ausdessen Originalbriefcn die „Vozmgs en ltulie" (Par. 1802; deutsch Mainz 1802) heraus.

Barthelemy (Franxois, Marquis von), Pair von Frankreich, geb. zu Aubagne um1750, gest. am 3. Apr. 1830, verdankte der Sorgfalt seines Oheims, Jean Jacq. B., seineErziehung und die Eröffnung einer ehrenvollen Laufbahn im Staatsdienste, im Bureaudes Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, Choiseul. Er begleitete als SecretairmehreGesandtschaften an auswärtige Höfe, war lange Zeit am schwed. Hofe und in der Schweizund wurde beim Ausbruch der Revolution erst als Lcgationssecretair, dann als Charged'Affaires nach London und im Dec. 1791 als bevollmächtigter Minister nach der Schweizgeschickt, wo er mit Eifer die Interessen Frankreichs vertrat. Er schloß 1795 den Friedenmit Preußen in Basel und bald darauf mit Spanien und dem Landgrafen von Hessen-Kassel; nicht Gleiches gelang ihm in Beziehung auf England. Im Rache dec Altenan die Stelle Letourneur's zum Mitgliede des vollziehenden Dircctoriums gewählt, kehrte er1796 nach Paris zurück. Alle Parteien waren mit seiner Wahl zufrieden, doch auch ihn trafdas Schicksal des 18. Fructidor; am 1. Sept. 1797 verhaftet, wurde er mit Pichegru undAndern nach Cayenne geschickt. Sehr bald gelang cs ihm indeß von hier nebst sechs Andernund seinem treuen Kammerdiener, Letellier, der seinem Herrn in die Verbannung gefolgt war,nach England zu entkommen. Nach der Revolution vom 18. Brumaire (9. Nov. >799)war er einer der Ersten, die vom ersten Consul zurückberufen wurden, der ihm, nachdem B. am10. Febr. 1800 in den Senat getreten, zum Vicepräsidenten des Senats und zum Reichs-grafen ernannte. Er war 1802 an der Spitze der Deputation des Senats, welche Bona-partc das Consulat auf Lebenszeit übertrug; doch war er fortan unter Napoleon's Negie-rung ohne Einfluß und Bedeutung. Im Apr. >81-1 führte er den Vorsitz im Senate, der desKaisers Absetzung aussprach, und erhielt dannden Auftrag, dem Kaiser Alexander für seineGroßmuth und Mäßigung zu danken. Nach der Restauration zum Pair und Großoffizierder Ehrenlegion ernannt, strich ihn Napoleon bei seiner Rückkehr im I. 1815 von der Pairs-liste; die zweite Restauration entschädigte ihn dafür durch die Ernennung zum Staatsmi-nister und Marquis. Nach langem Schweigen trat er 1819 mit dem Antrag hervor, dasWahlgesetz durch Beschränkungen des Wahlrechts im Sinne der Ultrapartei zu ändern.

Barthez (Paul Joseph), einer der gelehrtesten Ärzte Frankreichs, geb. am II. Dec.173-1 in Montpellier, gest. am I5.Oct. 1806, wurde als ein frühreifes Kind bewundert. Un-entschlossen in der Wahl eines Standes, wollte er zuerst Geistlicher werden, fügte sich aber demWunsche seines Vaters, der ein berühmter Ingenieur war, und widmete sich der Medicin. NachVollendung seiner Studien zu Narbonne und Toulouse begab er sich > 7 50 in seine Vaterstadt,um hier als praktischer Arzt zu leben, und 17 5-1 ging er nach Paris, wo ihm eine glücklicheConv.-Lex. Neunte Aufl. II. 6