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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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80 Barthelemy (Auguste Marseille) Barthelemy (Jean Jacques)

Barthelemy (Auguste Marseille), franz. Satiriker, geb. zu Marseille 1 706, wurdevon den Vätern des Oratoriums in klösterlicher Zucht erzogen und bildete sich durch viel-seitige Lccture und eifriges Selbststudium. Als er 1822 mit seinem Landsmann, Schul-kameraden und Studicngenossen Mery, der gegenwärtig als Bibliothekar in Marseille an-gestellt ist und sich später in „l^e üoi.nst vert" (Par. 1860) und „IVusssssinat, scenesmeridionsle» 6s 1815" (Par. 1861) als Romanschriftsteller mit Glück versucht hat,nach Paris kam, traten Beide als Satiriker in den Dienst des damals von den Ultrasbesiegten Liberalismus. Schnell nacheinander gaben sie eine ganze Reihe versificirtcrPamphlete heraus: „8idisnnes, epilros-satires" (Par. 1825), „I.S5 äesilitss, epitreL 5lr. Is President Sehmer" (1826), „ l.s Villelisds, posine üeioicomique" (1826),„Rome ä ksris" (1826), „l.a <7orl>iersids" (1827), „16ns soiree clisr >1r. de ?e^-ronnst, ou Is 16 svrii, scens drsmstique" (1827), „l.e conArss «Iss niiinstres, o»ln revus >1e I» garde nationsle, seenes bistoriques" (1827), „l^n censure" (1827),„l^s Lscrisde, ou Is guerrv d'^Iger" (1827) und „Rtrennss ü Viilele, on nns sdienxsux mimstres" (1828). Unter dem Ministerium Martignac, wo es wenig Stoff zur Satiregab, schrieben sie das historische Gedicht „Napoleon en RMpte" (Par. 1828; deutsch vonG. Schwab, Stuttg. 1826). Um dieses Werk dem Herzog von Reichstädt zu überreichen,ging B. nach Wien, wo er aber nicht vorgelaffen wurde. Nach seiner Rückkehr schrieb er dasGedicht „l.s 1Ü8 de I'üouims, ou Souvenirs de Vienne" (Par. I 826), das alsbald von derPolicei mit Beschlag belegt, ihm eine dreimonatliche Gefängnisstrafe zuzog. Im Gefängnisschrieb er das Gedicht „rVsteilno s» gensrs!Ro»rn>ont"(Par. 1826). MitderNevolutionkann man fast eine neue Epoche in der poetischen Manier B.'s annehmcn. Bis dahin hatteer sich, im Ganzen genommen, den strengen Regeln des klassischen Parnasses unterworfen;von nun an wurde er freier und poetisch bedeutender. Mit Mery zusammen schrieb er nochden Triumphgesang „IViusurrection" (Par. 1866) und „l^it Oupiusds, ou In revolutwndupes" (Par. 1831), wie sie auch den Tod des Generals Lamarque (Par. 1832) feierten.Die bisher genannten Werke finden sich vereinigt in B.'s und Mery's „Osuvres ;>ne!,<;ues"(6 Bde., Par. 1831). Allein schrieb B. die„UouLesournees ds!a rsvoIutiou" (Par. 1832),worin zwölf wichtige Tage der ersten Revolution gepriesen werden; gleichzeitig gab er einepoetische Wochenschrift „Nemesis" heraus, worin er im Sinne der republikanischen Jour-nale der neuen Regierung in heftiger Opposition entgegentrat. Kaum aber hatten die republi-kanischen Vereine ihren Einfluß verloren, so ließ B- die „Mmesis" aufhören und schrieb sogareine BrosHüre für den Belagerungszustand. Von nun an wandte sich auch die öffentlicheMeinung von ihm ad; sein Gedicht „iRs sustiücstioii" (Par. 1832) vermochte ihn nichtzu rechtfertigen, und so entschloß er sich denn zu einer Reise nach Amerika. Später übersetzteer den Virgil (Par. 1837).

Barthelemy (Jean Jacques), Historiker und Alterthumsforscher, geb. am 26. Jan.1716 zu Cassis unweit Aubagne in der Provence, erhielt eine gute Erziehung bei den Väterndes Oratoriums zu Marseille und später in der Jesuitenschule, wo er sich zum geistlichenStande vorbereitete. Nach einer durch den angestrengtesten Fleiß veranlaßten gefährlichenKrankheit trat er in das von den Lazaristen geleitete Seminar zu Marseille, wo er durch einenjungen Maroniten mit dem Arabischen bekannt wurde. Bei dem Austritte aus dem Seminarhatte er den Gedanken, sich dem geistlichen Stande zu widmen, völlig aufgegeben; doch be-hielt er, obschon er nie die pricsterliche Weihe erhalten hatte, die Tracht und den Titel einesAbbe bei. Zunächst erregte er die Aufmerksamkeit durch die Entdeckung des palmyrenischenAlphabets, das er aber erst später (1758) bekannt machte. Schon 1767 ward er Mitgliedder Akademie der Inschriften, nachdem er bald nach seiner Ankunft in Paris 1766 demAufseher des königlichen Medaillencabinets, Gros de Boze, zum Gehülfen beigesellt wordenwar. Durch den Grafen Stainville, den nachmaligen Minister Choiscul, als derselbe 1768als Gesandter nach Nom ging, aufgefodert, ihn zu begleiten, durchwanderte er bis 17 57 ganzItalien, wo er eine Masse Alterthümer sammelte. Nach seiner Rückkehr beschäftigte er sichmit der Einrichtung des Münzcabinets, das er mit einer großen Anzahl kostbarer Medaillenvermehrte. Sein Gönner, der Graf Choiseul, der 1758 Minister wurde, setzte ihn durcheine Pension und andere Begünstigungen in den Stand, sich ganz seinen gelehrten Forschungen