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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Barthel Barthelemy 79

verschaffen, die man sich von dem frühen, Rufseiner Talente versprechen mochte. Er Unter-zeichnete die Absetzung von Comte, Odilen Barrot und andern seiner frühem Meimings-gcnossen, betheiligte sich nach den Juniereigniffen des I. 1832 an der vom Cassationshofals gesetzwidrig erklärten Ordonnanz, wodurch Paris in Belagerungsstand versetzt wurde,zeigte besonder,, Eifer in Verfolgung der Presse, sowie der politischen Vereine, und ward>833 der Urheber des das Associationsrecht wesentlich beschränkenden Gesetzes. Der Minister-wechsel im Apr. 1833 gab ihm, nach seinem Austrittaus dem Ministerium, die reich dotirteSinecure eines ersten Präsidenten des Rechnungshofs, bis ihn der Sturz der doctrinaircnVerwaltung im Apr. 1837 abermals zur Stelle eines Justizministers erhob. In dieserEigenschaft nahm er Theil an der politischen Amnestie, bewirkte jedoch durch seinen Widerstandeine wichtige Beschränkung derselben. Ohne zur Unterstützung des Ministeriums Mole vielbeigetragen zu haben, bekleidete er bis zu dessen Auflösung im Apr. 1839 die Stelle desGroßsiegelbewahrers.

Barthel ist unstreitig aus Bartholomäus zusammengezogen. Die sprüchwörtlicheRedensart: „Derweiß, wo Barthel Most holt" oder „schenkt", hat, wie so manche andere,einem jetzt nicht mehr bekannten Umstande ihre Entstehung zu verdanken. Einige vermuthen,cs habe einst einen Mostschenken dieses Namens gegeben, der seinen Gästen eine besondersgute Sorte vorgesetzthabe; Andere, unter dem Barthel sei der am 23. Aug. im Kalenderstehende Apostel Bartholomäus zu verstehen. Da nun in der Regel zu Bartholomäi nochkein Most zu haben ist, so weiß Derjenige, welcher weiß, wo Barthel Most holt, etwas, wasAndere nicht wissen; er ist also klüger als Andere.

Barthele'my, unter den Kleinen Antillen im westindischen Archipel eine der nörd-lichsten Inseln über dem Winde von l^l OM. Größe, ist die einzige Colonie Schwedens.Nächst der Baumwolle werden Zucker, Taback und Cacao gebaut; den Haupthandelsartikelbieten die Baumwollenplantagen, im Durchschnittsertrage von 5—600 Ctr. Die Zahl derEinwohner beträgt nach genauen Untersuchungen höchstens 16—1700, darunter 5—600Weiße, größtcnthcils franz. Abkunft. Die Insel steht unter einem mit ausgedehnter Auto-rität versehenen Gouverneur (Landshöfding), der seinen Sitz zu Eustavia hat, das un-gefähr 900 E. zählt. Der schöne Hafen heißt Carenage. Nachdem Poincy, der Gouver-neur der franz. Colonien, in den Kauf der Insel Christoph auch den von B. mit einge-schlossen hatte, wurde sie seit der Mitte des 17. Jahrh. von Christoph aus colonisirt, dieganze Bevölkerung aber durch einen Einfall der Karaiben im I. 1656 vernichtet. Nachhervon neuem bevölkert, veranlaßten die geringen Fortschritte der Niederlassung nach wenigJahren die Nückversetzung der Bewohner nach Christoph, worauf im I. 1666 eine neueCo-lonisirung durch katholische Irländer erfolgte. Im I. 1689 wurde die Insel trotz des tapfernWiderstandes von den Engländern erobert; es wurden die Einwohner vertrieben und ihnenerst nach der Eroberung von Christoph die Rückkehr gestattet. Als die franz. Colonien inFolge des ryswijcker Friedens 1698 wieder ausgeliefert wurden, befand sich die Insel in demtraurigsten Zustande, sodaß sie in den Kriegen der ersten Hälfte des 18. Jahrh. von allen An-griffen verschont blieb, die franz. Regierung aber auch kaum eine Notiz von ihrer Existenznahm. Jm J. 1763 kam sie zu Guadeloupe, vom Febr.—Nov. 1781 in die Gewalt derEngländer, dann aber wieder unter franz. Botmäßigkeit und durch einen Vertrag von 1783gegen Erlassung alter Schulden und Gestattung großer Handelsfreiheiten in Gothenburg, anSchweden, das nun sofort bedacht war, den gedrückten Zustand der Insel zu heben. Zwarfand der 1785 dahin gesendete Gouverneur Rayalin für den ausgedehnten Anbau vielHindernisse; um so glänzender wurden seine Bestrebungen belohnt, die Insel zum Mittel-punkt eines großen Verkehrs zu machen, welcher sich alsbald in dem Freihafen von Gustaviain allen Flaggen darlegte und durch die Neutralität der schweb. Behörden zur Zeit der Ne-volutionskriegc nur gefördert werden konnte. Zwei Überfälle der Franzosen in den I. >800und 1807 entmuthigten nur für den Augenblick; die wichtige enge Verbindung mit dennordamerik. Freistaaten und die Handelseröffnung mit den insurgirten südamerik. Provinzengaben reiche Entschädigung; ja selbst Unglücksfälle, wie die Orkanverwüstungcn von I8l 5,1819 und 1821 und die Negerverschwörung von 1822, hinderten nur momentan die Fort-schritte des Handels zu seiner gegenwärtigen Blüte.