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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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76 Baktett (Ernst Dan. Aug.) Bartels (Zoh. Heinr.)

die Mode des Bartes bemächtigt hat. Ursprünglich wurde er bei allen bärtigen Na-tionen als ein Zeichen der Kraft und als eine Zierde der Männlichkeit betrachtet, daherauch sorgfältig gepflegt und für heilig gehalten; seine unchrerbictige Berührung wie dasEntfernen desselben war ein Schimpf und eine Strafe, daher verbot Moses auch denJuden das Schecren desselben. In Griechenland kam erst zu Alcxander's Zeit das Scheerendes Bartes auf, und die Römer gingen ungeschoren bis etwa ZV« Jahre v. Chr. UnterHadrian ließ man den Bart jedoch wieder wachsen und dies dauerte bis auf Konstantin denGroßen, wo wenigstens die langen Kinnbärte in Europa zum großen Theil, wenn auch oftnur vorübergehend, verschwanden, mit deren Entfernung in Rußland erst Peter der Großedie Cultivirung seiner Nation begann. Seit den Zeiten Ludwig's Xlll. und XIV. begann dieMode sich des Bartes für immer zu bemächtigen, und seine Form und Gestalt wurde seit-dem zahllosen, oft schnell aufeinanderfolgenden Veränderungen unterworfen. Ein Spaniersoll der Erfinder der falschen Bärte gewesen sein, gegen welche indcß Dom Pedro 1651ein sehr scharfes Edict erließ, weil sie fast allgemein geworden waren. Vgl. (Delaure)UoFonologie ou üütoire pbilosopbiqiie <lo I» darbe" (Par. 17 86) und (Schelle)Ge-schichte des männlichen Bartes unter allen Völkern" (Lp;. 1787).

Bartels (Ernst Dan. Aug), bekannt als klinischer Lehrer und mcdicinischer Schrift-steller, geb. am 26. Dec. l77Vzu Braunschweig, wo sein Vater Aug. ChristianB- Con-sistorialrath war, gest. als Geh. Medicinalrath und Professor zu Berlin am 4. Juni 1868,besuchte die Schule seiner Vaterstadt und das dafige Karolinum und studirte dann in Jena.Nachdem er hier 1861 promovirt, ließ er sich in seiner Vaterstadt als praktischer Arzt nieder.Im 1.1866 folgte er einem Rufe als außerordentlicher Professor der Medicin und Vorsteherder anatomischen Anstalt nach Helmstedt, von wo er >865 als ordentlicher Professor dcrMe-dicin und Geburtshülfc sowie als Direktor der Entbindungsanstalt nach Erlangen ging, wel-ches'er 1816 in gleicher Eigenschaft mit Marburg vertauschte, woselbst er jedoch nur ein Jahrverweilte, indem er alsdann einen Ruf an die Universität zu Berlin annabm. Jm J. 1821 ginger wieder nach Marburg, wo ihm die Direktion der Klinik übertragen wurde. Seiner Fertigkeit,fließend wenn auch nicht ganz elastisch lateinisch zu reden, verdankte er vorzugsweise >828seine Berufung,abermals an die Universität zu Berlin, um den klinischen Unterricht für zupromovirende Ärzte zu übernehmen. Er war ein religiöser, tiefgemüthlicher Mann, wie seinanonym geschriebenes Werk über die Fortdauer nach dem Tode beweist, liebevoll und freund-lich gegen Jedermann, so lange seine leichtvcrlehliche Eigenliebe nicht gekränkt wurde. Erbesaß eine gelehrte klassisch philosophische Bildung, welche sich in allen seinen Schriften dar-lcgt, und suchte bei seiner großen Vorliebe für physiologische Studien besonders die Theorieder Medicin auszubilden,wurde aber dadurch zu sehr dem Realen entfremdet und vermochtedaher ungeachtet seiner Genialität als Arzt und klinischer Lehrer verhältnißmäßig nur wenigzu leisten; ja selbst als Schriftsteller gewann er nie eigentlich einen nachhaltigen Einfluß aufden Bildungsgang der Wissenschaft. Zu den besten unter seinen vielen Schriften gehörenPathologische Untersuchungen" (Bd. 1, Mark. 1812);Die Respiration"!Brest. >816);Anfangsgründe der Naturwissenschaft" (2 Bde., Lp;. 182122);PathogenetischePhy-stologke" (Kassel und Mark. 1829) undDie gesammten nervösen Fieber" (2 Bde-, Berl.183738). Sein Sohn Aug. Christian B., geb. zu Helmstedt, der unter Leitungdes Vaters studirte und in Berlin 1836 promovirte, lebt daselbst als praktischer Arzt.

Bartels (Joh. Heinr.), Doktor der Rechte und erster Bürgermeister der freien StadtHamburg, geb. daselbst 1761, studirte in Göttingen und machte 1786 eine Reise durchDeutschland und Italien. Als Resultat derselben erschienen seineBriefe über Calabricnund Sicilien" (3 Bde., Gött. 178792), die, reich an neuen Beobachtungen und an au-thentischen Nachrichten über das südliche Italien und Sicilien, noch immer ihren Werth be-haupten. Nach der Rückkehr in die Vaterstadt fing er an zu prakticiren. Schon 1798 kater als Senator in den Magistrat, in welchem er sich durch ausdauernde Thätigkeit und inmehren schwierigen Lagen der Stadt während der franz. Herrschaft urid in der herannahen-den Krisis ihrer Befreiung durch männliche Festigkeit auszeichnete. Auch in der franz. Oc-cupationsperiode verwaltete er in anerkennungswerther Weise seine Ämter als Mitglied desOberjustizhofs und als Mitvorsteher der Wohlthätigkeits- und der Departementalstrafan-