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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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71
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Barras 71

selbst für die beste. Die neueste, mit weitläufigem Apparat versehene, auch Pagi's Kritikuud Raynald's Fortsetzung enthaltende, doch nicht ganz correctelmd unveränderte Ausgabeist die von Mansi (43 Bde., 738 57). Des Franciscaners Anton PagiCritica io ^nu.eccl tturnnü" (4 Bde., Antw. >705; Verb, von Franz Pagi, Antw. >724, Fol.) berichtigtden B. vielfältig, besonders in chronologischer Hinsicht. Eine sehr vollständige Biographiedc§ B. hat Naymund Albericius denLpistnlue »oocprimma cckitae" desselben (>2 Bde.,Nom >750, 4.) varangeschickt. Unter seinen Werken verdient noch angeführt zu werden dieAusgabe des5lmt)rol»giiim rom." (Nom >580, 4. und öfter). Unter den Fortsetzungender Annalen, die dem Werke selbst an Tüchtigkeit nachstchcn, sind die reichhaltigsten vonBzovius, die bis >564 reichen (6 Bde., Nom >616, Fol.) und von Raynald, der sich dervon B. hinterlasseiren Materialien für drei Jahrhunderte, > >98>565, bediente (8 Bde.,Rom 164677, Fol.).

Barras (Paul Jean Francois Niclas, Graf von), einer der berühmtesten Männerder franz. Revolution, Mitglied des Nationalconvents und dann des Direktoriums, war zuFoy in der Provence am 30. Juni 1755 geboren. Als Lieutenant im Regiment Languedockam er nach Jsle-de-France und von da »ach Ostindien, wo er, namentlich beim Angriffe aufPondichery, gegen die Engländer kämpfte. Das Unglück der franz. Waffen und der Friedefichrtcn ihn zurück nach Paris, wo er sich den Vergnügungen so hiugab, daß er sein Vermögenzerrüttete. Die Ereignisse von 178!» gaben seincmLebcn und seinen äußern Verhältnissen ei-nen neuen Aufschwung; er erfaßte mit Eifer die reformatorischen Ideen und wurde >789Deputirter des dritten Standes. Er erklärte sich gegen den Hof, half dem General Lapoypcam >4. Juli die Vastillc stürmen und nahm überhaupt an allen der Revolution günstigenVorfällen Theil. Nach der Erstürmung der Tuilcrien am >0. Aug. 1792, bei der er sehrthätig war, erhielt er die Verwaltung des Vardepartemcnts, dann ward er Hochgeschwo-rener am Gerichtshöfe zu Orleans und darauf als Commiffar der Armee nach Italien ge-schickt, wo er die Gencralvcrwaltung der Grafschaft Nizza übernahm. Zum Deputaten desConvents erwählt, stimmte er für die Hinrichtung des Königs ohne Aufschub und Appellationans Volk; auch erklärte er sich am 3>. Mai >793 gegen die Girondisten. Als er bei derRückkehr zur Armee nach Italien in Erfahrung brachte, daß seine College», die Repräsentan-ten Bayle und Beauvais, in Toulon verhaftet seien und daß man einen Preis auf seinenKopf gesetzt habe, cröffnetc er mit den zu Nizza stehenden Truppen in aller Eile die Belage-rung von Toulon, commandirtc dann unter Dugommicr bei dem Angriffe auf die Stadteine Division und nahm nach dem Siege an allen den blutigen Maßregeln, die über die Ein-wohner derselben, sowie über den ganzen Süden Frankreichs verhängt wurden, den lebhafte-sten und entschiedensten Anthcil. Merkwürdigerweise hatte er sich dessenungeachtet dieGunst des Volks bewahrt, und als die Volksgcsellschaftcn die bei jenen Greueln fungirendenRepräsentanten bei den Jakobinern anklagtcn, waren B. und Freron davon ausgenommen.Robespierrc, der B.'s Feind war, weil dieser die schon wankende Partei des Schreckens nichtunterstützen wollte, sondern derselben im Convente sogar opponirte, gedachte in einer Gencral-proscription auch ihn mit zu verwickeln. Daher spielte B. am 9. Thermidor, wo es galt, sei-nen Feind Robespierrc zu stürzen, eine Hauptrolle. Als die sogenannte Garde Hcnriol'Sden Convent bedrohte, wurde er von der Versammlung zum Obergcncral ernannt, zerstreutedie Truppe Hcnriot's, bemächtigte sich Nobespicrre's und schickte ihn aufs Schaffst. Vondiesem Augenblicke an scheint B. gemäßigter und menschlicher geworden zu sein. Noch andem Tage, an dem er gewissermaßen mit der Diktatur bekleidet war, verfügte er sich in denTcmplc und sorgte für eine bessere Behandlung des königlichen Kindes, eilte auch in denJustizpalast, wo er die Hinrichtung einer großen Menge Verurthcilter suspendirtc. Die An-klagen gegen ihn im Convente blieben nicht aus; er aber wußte sic geschickt zu beseitigen.Nachdem er im Nov. 1794 erst Secretair, dann Präsident des Convents und Mitglied desWohlfahrtsausschusses gewesen, zog er sich von allen den Männern zurück, deren revolu-tionairer Eifer keine Grenzen mehr kannte. Dessenungeachtet sprach er im Jan. 1795 ge-gen die Emigranten und betrieb die Jahresfeier der Hinrichtung des Königs. Am l. Prai-rial (>0. März 1795) verfolgte er die Reste der Bergpartei mit solchem Eifer, daß er daSZutrauen der Majorität im Convente völlig gewann, und fortan trat er mit gleicher Ent-