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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
69
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Baron (Michel) Baron 68

ßungen zu eigen und ließ durch Perricr zu Clcrmont in Auvergne mit der Torricelli'schenRöhre Versuche auf dem Berge Puy-de-Dome anstellen. Dieser fand dabei, daß dasQuecksilber der Torricelli'schen Röhre auf dem Gipfel des gegen 5000 F. hohen Berges über3 par. Zoll niedriger stund, als es am Fuße des Berges gestanden hatte, und es war sonachunwiderleglich bewiesen, daß nicht Abscheu vor dem leeren Raume, der sogenannten llorrorvaci, wie man bis dahin geglaubt hatte (s. Leere), sondern daß der Druck der Luftsäule,deren Höhe und also auch Schwere auf dem Berge abgenommen hatte, die Aufrechthaltungder Quecksilbersäule in der Röhre verursache. Schon den ersten Erfindern des Barometerswar cs nicht entgangen, daß sich der Stand des Quecksilbers in der Torricelli'schen Röhrefast täglich verändere. Sie folgerten sehr richtig, daß auch der Druck der Atmosphäre unauf-hörlichen Veränderungen unterworfen sein müsse, und daß man mithin jene Vorrichtung zurWahrnehmung und Bestimmung dieser Veränderungen gebrauchen könne. Insbesonderemachte Otto von Gucrickc darauf aufmerksam, dem bald Mehre folgten. Man gab derneuen Vorrichtung den Namen Barometer, d. i. Schweremesser, und fing an, aus dem Stei-gen und Fallen des Quecksilbers auf Wetterveränderungen zu schließen, was beim Volke zudem Namen Wetterglas Veranlassung gab. Allein zur Beobachtung und Bestimmungder Witterung kann das Barometer nur insofern gebraucht werden, als gutes Wetter mittrockener, schlechtes Wetter mit feuchter Luft verbunden zu sein pflegt, und die Schwere derLuft nach der trockenen oder feuchten Beschaffenheit derselben sich bestimmt. Später hatman die einfache Torricclli'sche Röhre unten gekrümmt, und an das hinaufgekrümmte Endederselben ein oben offenes Behältniß angeschmolzcn, in welches man das Quecksilber gießt,worauf der Druck der Luft wirkt; auch hat man die Röhre selbst auf ein Brei befestigt undauf demselben den Maßstab angebracht, um das Steigen und Fallen des Quecksilbers ge-nauer beSbachten ;u können. Da das Fallen des Quecksilbers in einem gewissen Vcrhältnißzu der erstiegenen Höhe steht, so kann das Barometer auch zu Höhenmessungen (s. d.)angewendet werden, wo aber die gewöhnliche Einrichtung nicht ausreicht. Als besonders ge-eignet in dieser Hinsicht empfahl Deluc das Heberbarometer, sogenannt wegen der heber-förmig gekrümmten Röhre. Alex.Adie erfand den Sympiesomcter, d.i. Druckmesser, inwelchem die bewegliche Säule von Öl ist, das in einer Röhre einen gewissen Thcil Salpeter-säure einschlicßt, der seinen Umfang nach der Dichtigkeit der Atmosphäre vermindert. Unterden neuen Verbesserungen sind besonders zu erwähnen: Fortin's Gefäßbarometer,-deking's Neiscbaromerer, August's Differenzialbarometer und die Instrumentevon Kopp. Vgl. Lindenau,'l'sblss baroinstrchuss" (Goth. >808); Körner,Anleitungzur Verfertigung übereinstimmender Thermometer und Barometer" (Jena 1824).

Baron (Michel), eigentlich Boyron, franz. dramatischer Schausvieler und Schrift-steller, geb. zu Jssoudun 1652, war der Sohn eines Schauspielers und der Zögling undFreund Moliere's. Auch seine Mutter war Schauspielerin und erregte besonders durch ihreseltene Schönheit Aufsehen. Von der Natur mit den herrlichsten Gaben ausgestattet, bemühteer sich, dieselben durch Kunst auszubilden, doch fühlte er, daß das Genie sich den Regeln derKunst nicht sklavisch unterwerfen könne. Mit einer Pension von 3000 Livres verließ er 1691das Theater, betrat aber dasselbe 17 20 in seinem 6 8. Jahre aufs neue und fand seinen ehemali-gen Beifall wieder. Man nannte ihn den Roscius seines Jahrhunderts. Er hatte aber aucheine sehr hohe Idee von seinem Stande, und nicht weniger groß war seine Eitelkeit; nachseiner Meinung sieht die Welt alle Jahrhunderte einen Cäsar, aber es werden Jahrtausendeerfodert, einen Baron hervorzubringen. Er starb am 22. Dec. 1729. Von seinen Lustspie-len hat sich besondersI^komine ä bonos fortune", in den er einen Theil seiner zahlreichenLiebesabenteuer verwebte, lange auf der Bühne gehalten. So sehr er seinen Lehrer Meliereals Schauspieler übertraf, so sehr stand er ihm als Schriftsteller nach. Von den unter seinemNamen erschienenenLieces «ie tbeälrs" (2 Bde., Par. 1736; 3 Bde., 1759) werden mehreStücke nicht für echt gehalten.

Baron, im Lateinischen ttnro, abzuleiten von einem altdeutschen Worte Bar, bedeutetursprünglich so viel als Mann; in der Lehnsvcrfassung des Mittelalters verstand man darun-ter den Besitzer eines entweder allodialen oder lehnbarcn Gutes, von welchem wieder andereDienstleute abhängig sein konnten, auch das freie Mitglied einer Gemeinde (»«cliibaron«»,