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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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setzgebenden Körpers, nach welchem derselbe den Antrag auf Absetzung der Minister habensollte, verhandeln wollte. Namentlich dieses Letztere brachte ihn um seine ganze Popularität;man erklärte ihn für einen Abtrünnigen der nationalen Partei, und die Tagespresse ver-folgte ihn. Nach der Aufhebung der Nationalversammlung zog er sich in seinen Geburtsortzurück, wo er sehr eingezogen lebte. Er hatte dem Könige einige ernste Rathschläge gegebenund war mit dem Hofe auch in Verbindung getreten, ohne dessen Vertrauen zu gewinnen.Nach dem l v. Aug. 1792 wurde er nebst Alexandre Lameth und dem Exminister Duport-Dutertre der mit dem Hofe geführten und aufgefundenen Korrespondenz wegen in An-klage versetzt, zuerst zu Grenoble im Gefängnisse gehalten und dann nach Paris vor dasRevolutionstribunal geführt. Ungeachtet er sich unerschrocken verthcidigte und durch seineRede großen Eindruck machte, wurde er doch zum Tode verurtheilt und am 29. Nov. l79Zguillotinirt. Er starb mit großer Fassung. Unter dem Consulat wurde ihm als ausgezeich-netem Redner im Senate an der Seite Vergniaud's eine Statue errichtet, die man aber beider Restauration der Bourbons wieder entfernte.

Barneveldt (Joh. van Olden-), s. Oldenbarneveldt.

Baroccio oder Barozzi (Federico), ein berühmter Maler der röm. Schule, geb. zuUrbino 1528, starb daselbst 1612. Seine frühere Bildung gehört Venedig an, später ar-beitete er in Rom «nter Rafael's Schülern; doch trieb ihn seine innere Richtung vorzugs-weise zum Studium der Werke Correggio's. Gleich diesem Künstler strebte auch er besondersdurch den Reiz des Helldunkels zu wirken. B. steht zwischen jenen manieristischen Künst-lern, welche sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. geltend zu machen suchten, und zwi-schen Denen, welche mit dem Schlüsse desselben eine Restauration einleiteten, in der Mitte.Auch er ist nicht frei von Manier, aber er bringt nicht selten, theils durch zarte idyllischeAnmuth, theils durch entschiedenen Ausdruck des Affccts, eine sehr glückliche Wirkunghervor. Eines seiner trefflichsten Werke ist die Kreuzabnahme, im Dome von Perugia.

Barock, abgeleitet von dem franz. Karoque, heißtim Leben und vorzüglich in derKunst das willkürlich Seltsame, das, aus eigenthümlichen Einfällen des Einzelnen hervor-gehend, gegen die allgemeine und natürliche Ansicht verstößt und ins Ungereimte und När-rische übergeht. Man gebraucht diesen Ausdruck von gewissen Handlungen und Charakter-zügen, von der einer erzählenden oder dramatischen Dichtung zum Grunde gelegten Fabel,von der Art des poetischen Ausdrucks, von einer närrisch-seltsamen Composition und Aus-führung, oder einzelnen wunderlichen Gestalten in der bildenden Kunst, sowie endlich auchvon dem Seltsamen und willkürlich Zusammengestellten in der Tonkunst. Das Barocke fälltdaher mit dem Bizarren (s. d.) zusammen, wenn inanes nicht als den höhern Grad desSeltsamen ansehen und als Dasjenige betrachten will, was durch Überladung, Unnatürlich-keit, Buntscheckigkeit und Verworrenheit der Zusammenstellung auffällt und eine fast ko-mische Wirkung hervorbringt.

Barometer (das), um den Druck der Luft und dessen Veränderungen zu messen, be-steht gewöhnlich aus einer oben luftleeren und verschlossenen Glasröhre mit Quecksilber, inwelcher bei stärkerm Drucke der Luft das Quecksilber steigt, bei geringcrm sinkt. Der eigent-liche Erfinder des Barometers ist Evangelista Torricelli (j d) in Florenz. Er kam gegendie Mitte des 17. Jahrh. auf den Gedanken, daß dieselbe Ursache, welche das Wasser nur32 F. hoch treibe und erhalte (s. Atmosphäre) auch das 14 mal schwerere Quecksilber"/>< F- oder 27'/, Zoll treiben und halten werde. Er schmolz zu diesem Behufe eine Glas-röhre, die einige Fuß lang war, an dem einen Ende zu, füllte sie mit Quecksilber, kehrte siedann um und setzte sie in ein Gefäß mit Quecksilber. Seine Erwartung hatte ihn nicht ge-täuscht; das Quecksilber senkte sich aus dem obern Theile der Röhre herab, blieb aber in einer27'/, Zoll hohen Säule stehen. Den auf solche Weise leer werdenden obern Theil der Röhrenennt man die Torricelli'sche Leere, im Gegensätze der Guericke'i chm Leere (s. Gucricke),gleichwie die Röhre selbst den Namen der Torricelli'schcn erhielt. Sehr bald kam Torricellizu der Überzeugung, daß die Erhaltung der Quecksilbersäule von 27'/-Zoll nur von deinDrucke der auf der Quecksilbersäule im Gefäße ruhenden und sich bis an die Grenzen der At-mosphäre erstreckenden Luftsäule herrühre; doch während er sich noch mit diesem Gegen-stände beschäftigte, übereilte ihn 1647 der Tod. Pascal machte sich Torricelli's Muthma-