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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Barnave 67

er schon 1783 Advocat wurde und beim Parlamente zu Grenoble durch sein Talent undausgebreitetes Wissen großes Aufsehen erregte. Als die Generalstaatcn sich versammelten,wurde er von den Wählern seiner Provinz in Folge einer kleinen Schrift gegen das Feudal-wesen zum Deputirten ernannt, und als solcher half er die Revolution einleitcn, ohne daßdie dunkeln Flecken derselben an ihm haften. Er unterstützte gleich anfangs den dritten Standgegen die Anmaßungen der Privilegirten mit großem Eifer, trat dem Vorschläge Sieyes'bei, aus welchem die Nationalversammlung hervorging, und zeigte in der Sitzung im Ball-hause einen reinen und edlen Enthusiasmus für die Abschaffung aller die Gesellschaft beein-trächtigenden Prärogativen. Nach der Sitzung des 23. Juni 1789 betrat er vor Mirabeaudie Rednerbühne und foderte mit demselben jene Verhaftungen, die damals vielleicht dasSchicksal Frankreichs entschieden; doch nach der Ermordung Foulowe und Berthier'serklärte er, darüber empört, daß in jenen Männern unschuldiges Blut vergossen wor-den sei, durch welche Äußerung er sich den Unwillen und den Spott der Versammlung zu-zog. In der Sitzung vom I. Aug. unterstützte er die Proclamation der Menschenrechte undfoderte die Organisation der Nationalgarde. Am 2. Scpt. trat er sehr heftig gegen das ab-solute Veto auf, und am 13. setzte er die Einziehung der geistlichen Güter zum Besten derNation durch. Am 10. Sept. kämpfte er das erste Mal gegen seinen Beschützer Mirabeau,als dieser sich dafür erklärte, daß die Mtglicder der Nationalversammlung zu besoldetenÄmtern der Regierung gewählt werden könnten, und es nahm bei dieser Gelegenheit die De-batte eine persönliche, für beide Gegner unwürdige Wendung. Im Jan. 1790 verlangte er,daß im Eihe der Bürger die Treue gegen den König nicht eingeschlossen sein sollte, weil sieschon in der Constitution enthalten sei; auch klagte er mehre Parlamente an, die den Decrc-ten der Versammlung keinen Gehorsam geleistet hatten, setzte die Emancipation der Judendurch und verlangte die Abschaffung der religiösen Orden. Als Mitglied des Colonialcomitefoderte er die völlige Freiheit der Schwarzen und Farbigen und ging in seinem reinen Eiferso weit, daß er rieth, eher die Colonien als daS Princip der Menschenrechte auszugeben. Inder Sitzung vom 22. Mai gerieth er abermals mit Mirabeau in Opposition, als dieser dasRecht des Kriegs und Friedens dem Könige und der gesetzgebenden Macht zugetheilt wissenwollte, indem er dieses Recht für letztere allein in Anspruch nahm. B. trug den Sieg davonund wurde von dieser Zeit an der Abgott des Volks. Auch als Mitglied des diplomatischenComite entwickelte er eine große Thätigkeit und bewirkte unter Anderm ein Decret über dieReorganisation der Colonien, das wol edelmüthig war, aber für den Augenblick schrecklicheFolgen hatte. Im I. 1791 erklärte er sich bei dem Streite des Jakobinerclubs, der damalsnoch die Gesellschaft der Constitutionsfreunde hieß, mit der Monarchischen Gesellschaft zuGunsten des erstem. Inzwischen war die Verwirrung in den Colonien ausgebrochen, undB. kam durch die greuelvollen Ereignisse so zum Nachdenken über seine und seiner College«Schritte, daß er am 11. Mai 1791 dazu rieth, keine Veränderungen in den Colonien vor-zunehmen, ohne die Pflanzer zu fragen. Man begriff nicht, wie er seine Ansichten undPrin-cipien so verleugnen konnte, die Freunde der Farbigen und Schwarzen, Robespierre, Gre-goire und Sieyes, traten ihm auf das heftigste entgegen und drangen durch. Als man nachder Flucht des Königs Lafayette der Theilnahme an derselben beschuldigte, vertheidigte ihn B.,und wurde hierauf nebst Latour-Maubourg und Pe'tion abgeschickt, die Rückkehr des Königszu sichern. Das Unglück des Königs, namentlich die gefährliche Lage der schönen Königin,die ihn ganz in ihr Interesse zu ziehen suchte, rührte ihn so, daß er nach seiner Rückkehr indie Versammlung sich unter die Gemäßigten setzte, den König und seine Rathgeber entschul-digte und die Ernennung eines Comite durchsetzen half, welches die constitutionellen Decreteim monarchischen Interesse revidirtc und abändcrte; auch übergab er diesem Comite einevon ihm selbst redigirte Denkschrift des Königs über dessen Flucht. Bei der Verhandlungüber die Unverletzlichkeit des Königs vertheidigte er dieselbe in einer feurigen Rede zum gro-ßen Misvergnügen der Zuhörer. Er bestritt den Entwurf des Militairausschusses, der denSoldaten das Recht einräumte, ihre Offiziere zu denuncircn, vertheidigte die Priester, welcheden Decreten der Versammlung den Gehorsam verweigerten, sprach gegen die Libellistenund trug in der Versammlung auf die Tagesordnung an, als man über das Recht des ge-