62 Barfüßermönche Varing
Norwegern enthalt. Schon die bloße Ankündigung erweckte, namentlich durch die etwas entbu-,siastische Weise, wie sie in Schweden ausgenommen wurde, so viele Aufmerksamkeit, daß derKönig von Schweden sich bewogen fühlte, in einem Rundschreiben an seine sämmtlichcn Ge-sandten sich über dieselbe auszusprcchen. Wenn nun auch die Zeitschrift keineswegs die Be-deutung erlangt hat, welche man zu erwarten schien, so ist sic doch ziemlich verbreitet in allendrei Neichen und enthält manche treffliche Aufsätze sowol in dän. als in schweb. Sprache.
Barfüßermönche heißen die Mönche, welche sich keiner Schuhe, sondern einfacherSohlen oder Sandalen oder gar keiner Fußbekleidung bedienen. Auf diese Sitte wurde derStifter des ersten Detkclordens geführt einmal durch den Wortlaut bei Matth. 10, IO.,vgl. mit Luc. 10,3., wo Christus bei der Sendung der Jünger diesen verbietet, Schuhe zu tra-.gen, dann durch die Erwägung, den wegen ihrer apostolischen Lebensweise im Volke hochge-'achteten Waldensern (s. d.), die Sandalen trugen, auch in dieser Hinsicht das Gegen-gewicht halten zu müssen. Die Barfüßer bilden keinen besondcrn Orden; dagegen gibt es in lmehren Bettelorden, z. B- bei den Karmelitern, Franciscanern, Augustinern, Congregatio- fnen von Barfüßern und Barfüßerinnen.
Bari, unter dem Namen Tcrra-di-B. eine südwestliche Provinz des KönigreichsNeapel, welche im Norden der apulischen Halbinsel vom Adriatischen Meere bespült^wird,im Innern von einzelnen Bcrggruppcn, unter denen der S.-Agvstino am bedeutendsten,erfüllt ist, zum großen Theile im Bereiche der wenig bewässerten apulischen Ebene liegt, undaußer einigen kleinen Binnenseen nur die Küstenflüsse Ofanto und Puglia aufzuwcisen hat.Trotz der Waffcrarmuth, welche durch häufig eintretcnde lange anhaltende Sonnenhitze nochmehr erhöhet wird, gehört doch die Provinz zu einer der fruchtbarsten und bevölkertsten desKönigreichs. Sie ist berühmt durch ihren Wein, Baumwollen- und Seidenzucht, den Reich-thum an Öl und Südfrüchten, eine gute und vorzugsweise vortreffliche Schafzucht, durchlebhaften Fischerei- und Salinenbetricb an den Küsten und die Kühnheit der Bareser zurSee, auf der sie in eigenen Schiffen bedeutenden Handel betreiben. — Die Hauptstadt derProvinz, Bari, eine befestigte Hafenstadt mit 20000 E. in schöner Umgebung, ist Sitzeines Erzbischofs, hat ein Lyceum und treibt mit den Landesproducten, namentlich mit Ge-treide, Olivenöl, Mandeln, Feigen, Agrumi, Wein, Baumwolle und Wolle bedeutendenHandel. Nöm. Alterthümer erinnern an das alte Barium im Districte Peucetien. Von852—871 war B. im Besitz der Sarazenen, denen es die griech. Kaiser abnahmen, unterwelchen die Stadt zum freien Fürstenthum wurde. Im I. 1059 kam es in die Gewalt derNormänner, wurde zwar 1060 von den Griechen wieder genommen, allein schon 1070von neuem durch die Normänner erobert und hierauf von einen« normännischen Baron inBesitz genommen, der sich unter der Oberlehnshoheit Apuliens und dann Siciliens behaup-tete, bis die Stadt endlich mit Neapel vereinigt wurde.
Baring (Alexander), Baron von Ashburton, ist der zweite Sohn eines Enkelsdes Pastors Franz B. zu St.-Ansgarii in Bremen, des Sir Francis B., der ein aus-gezeichneter, vielerfahrener Kaufmann war, großen Einfluß auf die Leitung der Angelegen-heiten der Ostindischen Compagnie hatte, von Pitt oft zu Nathe gezogen, vom König 1793zur Baronetwürde erhoben wurde und 1810 starb. B. gehörte, wie seine ganze Familie, vomAnfänge an zur Whigpartei, doch war er den Nadicalen entgegen und neigte sich bei den Ver-handlungen über die Reformbill sogar zu den Gegnern dieser Maßregel, weil er das Hausder Gemeinen in seiner alten Verfassung als ein wahres Bild der Volksrepräscntation ansah.In allen die Angelegenheiten des Handels betreffenden Verhandlungen zeigte er stets diegründlichsten Einsichten, und seine Meinung hatte großes Gewicht. Sein Handels- undWechselhauS war eines der ersten in der Welt und ward meist von ihm selbst geleitet, obgleicheiner seiner Brüder, Henry, Antheil daran hatte. Auch war er einer der Direktoren der Ost-indischen Compagnie und der Bank von England. Unter dem nicht kaufmännischen Publi-cum erregte er Aufsehen, als er sich an die Spitze der großen franz. Staatsanleihe stellte undin dieser Angelegenheit 1818 beim Congreffe zu Aachen erschien. Durch sein „Inguirz- int»tlls cames und consegusnces of tbs orckers in council" (Lond. 1818) erwarb er sich einenehrenvollen Platz unter den Schriftstellern über Staatshaushaltung. Er und sein BruderHenry heiratheten zwei Schwestern, die Erbinnen des Nordamerikancrs Bingham, deren jede