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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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61
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dann wieder zum Juristen bestimmt, mit Liebe aber, da ein pedantischer Lehrer ihm das Lateinverleitete, den schönen Wissenschaften zugewendet, brachte er eine Jugend voll Unruhe undverworrener Studien hin. Händel mit einem mächtigen Verehrer seiner Stiefmutter möthig-ten ihn, noch nicht 16 Jahre alt, bei seinem Onkel in Guastalla Zuflucht zu'suchen, wo er inein Handlungshaus als Schreiber eintrat. Mil Schriftstellern bekannt geworden, fing auch eran, Verse zu machen; >74» ging er nach Venedig und trat in Freundschaft mit Gasp. Gozziund den Akademikern, die sich > Trasluimnti nannten. Nach des Vaters Tode im I. l 7 4 2 kehrteer nach Piemont zurück und ward provisorisch als Magazininspector zu Cunco angestellt.Dann lebte er von l 7 4 551 abwechselnd in Turin und Venedig, wo seine Poesien Aufsehenzu erregen anfingen, und beschäftigte sich hauptsächlich mit einer Übersetzung des Corneille(4 Bde., Ven. 174748). Verfolgt von dem Professor Bartoli von Turin, dessen literari-sche Charlatanerie.er verspottet hatte, verlor er jede Hoffnung auf eine Anstellung im Vater-lande und nahm nun einen Ruf nach London an, um das dortige ital. Theater zu leiten.Nach neun Jahren kehrte er ins Vaterland zurück und lernte in Mailand den östr. Gesand-ten Grafen Firmiani kennen, der ihn beschützte, bis ihm einige Stellen in seinen dort begon-nenenDetters ksmi^Iinri" (Mail., 1762) die Verfolgung des portug. Gesandten zuzogen.Er ging hierauf nach Venedig, wo er mit Mühe 1763 die Herausgabe des zweiten Ban-des der vorerwähnten Briefe durchsetzte, und ein Journal, dieVrustalstternria", begründete,in welchem er die eitle Selbstgefälligkeit seiner literarischen Zeitgenossen, ihre süßliche undabgeschmackte Versmacherei, ihren ausgearteten Stil, ihr Prunken mit schwerfälliger Gelehr-samkeit sehr heftig geißelte und sich zahllose Feindschaften zuzog. Vom Pater Buonafedeangefeindet, floh er nach Ancona, gab dort gegen seinen Verfolger die letzten BlätterderVrusta" heraus und wendete sich dann wieder nach England, wo er vom Unterrichtim Italienischen und Schriftsteller« lebte und 178» starb. Von London aus machte er ver-schiedene Reisen durch Flandern, Spanien, Frankreich und Italien; den Winter 177071brachte er bei dem Dogen von Venedig, Negroni, seinem Freunde, zu. Berühmt sind unterseinen Werken besonders dasDictionary ok tbe englisb and italian lanAiiaFes" (2 Bde.,Lond. 1760) und das8pani!°b and cnglisb dictionar)" (Lond. 1772 und öfter). Er ver-stand und schrieb außer seiner Muttersprache Französisch, Englisch und Spanisch. DieLVusta", die für jene Zeit Epoche machend in der ital. Literatur ist, obwol in der Thal un-gerecht gegen manches Verdienst, erschien 176365 in 33 Nummern, gedruckt bis Nr. 25in Venedig (angeblich Rovercdo), dann in Ancona (angeblich Trento) und wurde späterwiederholt neu aufgelegt (Carpi >79», Mail. 1804), zuletzt in der Sammlung derDIassiciitalian!" (2 Bde., Mail. 183839). Großes Aufsehen machte auch seinAccount oktkeinaaners and cnstoins ok Itsl^ (Lond. 1768, 2. Aust. 1769; deutsch von Schummel,Brest. 1781). Seine8critti scelti inediti e rari" wurden von Custodi (2 Bde., Mail.182223) herausgegeben.

Barfod (Paul Frederik), ein dän. Schriftsteller, geb. 1811 in der Nähe des Städt-chens Grenaan in Jütland, lebt seit 1828 als privatisirender Gelehrter in Kopenhagen, wo ersich mit historischen Forschungen und andern literarischen Arbeiten beschäftigt. Obgleich erdurch unermüdlichen Fleiß sich gründliche Kenntnisse erworben hat und ein nicht unbedeuten-des Talent der Darstellung besitzt, hat er sich doch bisher keinen hervorragenden Namen alsSchriftsteller erworben, wozu vielleicht die schroffe Energie seines Charakters und die formloseEigenthümlichkeit seines Wesens beigetragen haben mögen. Indessen sind seine historischenund dichterischen Versuche keineswegs ohne Verdienst. Unter den erster» nennen wir seineGeschichte Dänemarks und Norwegens unter Friedrich III.", seineBiographie der FamilieRanzau" und die MonographieDie Juden in Dänemark", die sich alle durch einen wahr-heitsliebenden/ historischen Sinn und eine sehr lebendige, wenn auch überladene Darstellungauszeichnen. Früher aus Liebe zu Friedrich VI. in seinen politischen Ansichten besangen, ister seit dessen Tode ein radicaler Demokrat, wozu seine kräftige, consequente und rück-sichtslose Natur ihn hinzog. Ein eigenthümliches Interesse hat sein Name dadurch erhal-ten, daß er als einer der entschiedensten Repräsentanten der Idee für eine nordische oder skan-dinavische Einheit zu bewachten ist. Im Dienste dieser Sache gründete er 1839 die Viertel-jahrschriftBrage og Jdun", diepvetische und prosaische Arbeiten von Dänen, Schweden und