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zeigten und Robespicrre sich Lallten und seinen Anhang als Opfer auserschen hatte, hätte er ,wol gern die Köpfe seiner Kollegen vertheidigt; er sprach von der Unersättlichkeit RobeS- /picrre's, aber er wagte nicht, entschieden gegen ihn aufzutreten. Erst als der Schreckensmann ^das Schaffst betteten, schlug er eine Adresse an das Volk vor, „sine le monstre etait puni".Dessenungeachtet sprach er aber auch dafür, daß der öffentliche Ankläger Fouquier-Tinvillein seinem Amte fortfahren sollte, und dieser Vorschlag, der von der Versammlung mit Un-willen verworfen wurde, brachte gegen ihn von Seiten der Partei, deren Vertreter er docheigentlich war, eine längst gefürchtete Anklage zuwege. Lecointre hatte kur; vorher B.'sVerhaftung beantragt, aber seine Denunciation war als Verleumdung verworfen worden.Am 12. Vendemiaire wiederholte dieselbe Legendre, und B-, Collot d'Herbois und Billaud-Varennes wurden vor Gericht gezogen und vom Convente diesmal zur Deportation vcrur-theilt, obschon sich B. in einer gemäßigten und glänzenden Rede sehr gut vertheidigle. In-mitten der schnellen Wcchselfälle kam die Strafe an B. nicht zur Ausführung; er wußte sichderselben zu entziehen und wurde am 18. Brumaire in die allgemeine Amnestie eingeschlos-sen. Aus Dankbarkeit entdeckte er dem ersten Consul eine gegen dessen Leben gerichtete Ver-schwörung, gewann aber dadurch so wenig die Gunst desselben, daß dieser sogar seine Wahlals Deputirter der Hochpyrenäen für den Gesetzgebenden Körper zu verhindern wußte. B. lebtenun in tiefer Zurückgezogenheit ganz literarischen Arbeiten und zeigte in seinem Privatleben,das durch eine unglückliche Ehe getrübt war, einen rechtschaffenen und fleckenlosen Charakter.Als er 1815 zum Deputirten der Kammer erwählt wurde, glaubte man, er werde sein Ta-lent der Reactionspartei zuwenden, allein er bewies, daß es ihm um seine frühem Grund-sätze ernst gewesen, denn er vertrat keine andern als die freisinnigen und gemäßigten von1789. Er foderte wie damals, daß nur verantwortliche Minister in der Kammer erscheinensollten, votirte mit Garat, daß der Constitution eine Erklärung der Menschenrechte Vorgehenmüsse, vertheidigte mit Feuer die Freiheit der Presse und schlug vor, daß die Kammer, wäh-rend die fremden Heere vor den Thoren von Paris lägen, unter den Schutz der Nation ge- sstellt würde, auch daß man jede Regierung für antinational erklären möchte, die nicht vonder Kammer berufen sei. Als Ludwig XVIII. den Thron eingenommen, wurde B. mit denandern sogenannten Re'gicides verbannt. Er ging nach Brüssel, wo er ganz der Wissenschaft-lichen Muße lebte, bis ihm die Julirevolutivn die Rückkehr erlaubte. Im 1.1831 wurde ervon dem Departement der Hochpyrenäen nochmals zum Deputirten gewählt, seine Wahljedoch wegen Formfehler annullirt; dagegen berief ihn die Regierung zum Mitgliede derVerwaltung dieses Departements, welches Amt er erst 1810 niederlegte, um die noch weni-gen Tage seines Lebens der Ruhe und Beschauung zu widmen. Er starb am II. Jan.1811; mit ihm schied wol der letzte jener Männer, welche durch alle Epochen der Revolutionhindurch an der Spitze der verhängnißvollsten Ereignisse standen. Vor seinem Ende begannec auf allgemeines Verlangen die Geschichte des Wohlfahrtsausschusses zu schreiben, und ob-schon er diese wichtige Schrift nicht ganz beenden konnte, dürfte sie doch sehr bald im Druckeerscheinen. Dem jüngern Carnot übergab er seine „Xleinoirss", die auch seitdem (2 Bde.,Par. > 812) veröffentlicht worden sind. Dieselben setzen nicht allein viele andere Persön-lichkeiten der Revolutionsepoche, sondern auch seinen eigenen Charakter in ein reineres Licht ^und mildern die harten Vorwürfe, welche man ihm bisher gemacht hat. Merkwürdig ist, daßsich B. inmitten der revolutionairen Wirren als ein religiöses Gemüth und als Verehrer desChristenthums, das er für den Ausgangspunkt aller Demokratie hält, erweist. Aus der gro-ßen Zahl seiner wissenschaftlichen Schriften, die sämmtlich mit Geist und Kenntniß geschrie-ben sind, heben wir hier nur hervor: „Lsprit des etats-generaux" (1780), „Ojänion sur lesugement «le T-oui» XVl" (1792), „lb>es Xnglais au «lix-nsuvieine siede" (1801), „Ilis-toire «les revolutions «le lXaples, «lepuis 1789 — 1806", „T.es epogues «le In nationfranyaise et les Düstre 6^nasties"(1815) und „Ureoris cke la Constitution <le in OrundeLretsAoe, ou ses trois pouvoirs sepsres et unis" (1815). Während des Kaiserreichs war >-er auch Redacteur des gegen England gerichteten Journals ,,'1'bs Xr^us".
Baretts (Giuseppe Marcantonio), ein ausgezeichneter Literat des 18. Jahrh., der Sohndes Architekten Lu ca B. aus der Familie der Marchesi del Carretto, war zu Turin am 25.Apr. 1719 geboren. Erst zum Priester, hierauf zum Architekten, wegen Augenschwächt