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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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58
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58 Bardiet Bardowiek

war nicht dualistisch, sondern betrachtet das Böse in der Welt nur als eine vorübergehende in jReaction der Materie. Seine Lehre verbreitete er, wie dies auch durch seinen Sohn, Har- ihnmoniuS, der in Athen studirte, geschah, durch Hymnen und wurde so der erste syrische Hymnen- An

dichter. Seine Anhänger hießen Wardesanisten; sic trennten sich aber nie förmlich vonder rechtgläubigen christlichen Kirche und erhielten sich bis ins 5. Jahrh. Bruchstücke sei- unkner Hymnen, die von einer reichen und feurigen Phantasie zeugen, findet man in den gegen geh

dieselben gerichteten Hymnen des syrischen Kirchenvaters Ephraem. Vgl. Hahn,6. Onu- ^ch

sticus, 8^rorum primus b) mnoloAUs" (Lpj. 1819).

Bardiet oder B ardit nennt man ein religiöses Schlachtlied, mit Rücksicht auf das uni

bei Tacitus in derLlermaniu" vorkommende Wort barckitns, bei welchem man, abgesehen yni

davon, daß einige Handschriften barritus, andere bsritus haben, an den Schlachtgesang der unl

keltischen Barden dachte und nun auch bei den deutschen Barden annahm. Zur Bezeichnung san

einer Gattung der Dichtkunst ward Bardiet zuerst vonKlopstock gebraucht, der darunter ein bur

vorzugsweise religiöses und kriegerisches Lied verstand, gedichtet in demfingirtcn Charakter eines Be

Barden, oder einen Schlachtgesang in dem wildkräftigcnTone der germanischen Urzeit. Die gel!

Dichter, welche zu Klopstock's Zeit das Bardiet bis zum Überdrussc erschallen ließen, ahmten der

in demselben meist die empfindsame Weichheit Ossian's nach, oder ihre Gesänge arteten in mst

kunstloses Gebrüll aus, welches schon Hölty und Andere in Parodien verspotteten. Zm Gan- tiv>

zcn konnte diese Gattung nicht lange gefallen, da sie nur Nachahmung eines sehr unbestimm- M

ten und nebelhaften Urbildes war und dem Leser zugcmuthet wurde, sich in die Zeit der dcut- wäl

schen Roheit zu versetzen, welche bei dem Mangel individueller Züge so wenig wie die einge- Liel

flochtcncn Anspielungen auf deutsche Mythologie ohne beigegebcne Erklärung verstanden der

werden konnten. Von.diesem ausgearteten Bardiet sind jedoch zu unterscheiden die Versuche aus

Klopstock's, der seine drei Hermannsdramen,Die Hermannsschlacht",Hermann und die doci

Fürsten" undHermann's Tod", Bardiete nannte, sowie die einiger seiner Freunde. Denis auc

und Gerstenberg behandelten das Bardiet in lyrischer Form, K. F. Kretschmann in epischer, hin

Bardili (Christoph Gottfr.), Philosoph, geb. am 28. Mai 1761 zu Blaubcuren in gebWürtemberg, gest. zu Stuttgart 1868, wo er seit 1794 Professor der Philosophie am Gym- sidenasium war, erregte zuerst allgemeines Aussehen durch die Schrift,Grundriß der ersten Lo- W<gik, gereinigt von den Jrrthümern bisheriger Logiken überhaupt, der Kantischcn insbesondere; Mikeine Kritik, sondern eine metticinu mentis, brauchbar hauptsächlich für Deutschlands kritische gegPhilosophie" (Stuttg. 1866). In ihr suchte er den Satz durchzuführen, daß das Denken als wudas an sich ganz Unbestimmte, wesentlich die Wiederholung des Einen in der unendlichen Man- sahnichfaltigkeit des Gedachten, also an sich reine Identität, bloße Möglichkeit sei, welche die In

Wirklichkeit oder die Matcriatur, wie es B. nannte, aus sich erzeuge. Alles Wirkliche ent- ma

stehe sonach aus einer verschiedenen Verbindung der beiden Factoren, Möglichkeit und Wirk-lichkeit. Hierdurch stellte sich B. in den schroffsten Gegensatz zu dem Kant'schen System, wel- mcches auf dem Satze beruht, daß sich durch das bloße Denken keine Wirklichkeit hervorbrin- B.gen lasse, und wurde somit in gewissem Sinne der Vorläufer der Jdcntitätsphilosophie. Zn- strcdessen wurde er bald von dieser überflügelt, zumal da vom Anfänge an seine Ansicht wegen den

der Dunkelheit, in welcher er sie darstellte, unbeachtet blieb, bis Reinhold in ihr den einzigen

und allein richtigen Grundgedanken entdeckt zu haben meinte. Nachher schrieb erPhiloso- dir,phische Elementarlehre" (2 Hefte, Landsh. 18026) undBeiträge zu Beurtheilung des ben

gegenwärtigen Zustandes der Vernunftlehre" (Landsh. 1803); allein sein System ward klal

dadurch nicht klarer. Vgl. B-'s und Reinhold'sBriefwechsel über das Wesen der Philost- ger

phie und das Unwesen der Speculation" (Münch. 1804). vol

Bardowiek, ein Flecken von 1400 E-, an der Ilmenau, in der hannov. Landdrostci verLüneburg, bekannt durch Gemüsebau und Sämereihandel, sowie durch seine schöne gothische derDomkirche, ist der historisch merkwürdigste, vielleicht auch älteste Ort Norddeutschlands, hieSeiner wird zuerst unter Karl dem Großen gedacht, der daselbst nicht nur einen Bischofssitz keilgründete, sondern cs auch 805 zum Handelsplatz mit den nördlichen Slawen bestimmte, tepDrei Jahrhunderte lang war nun B. die angesehenste und reichste Stadt des nördlichen ZnDeutschlands. Ihren Untergang fand sie im Kampfe mit Heinrich dem Löwen 1189, als der- ihrselbe, aus England nach Deutschland zurückkehrend, seinen Feinden Das, was dieselben ihm im