Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

"4 ^ 4 »

56 Barchent Bar Cochba

selbst da« Kort Atarazanes aufgeben und sich auf den Besitz des Forts Montjuy beschrän-ken, von wo aus der Generalcapitain van Halen die Stadt beschießen ließ. Als nach diesemersten Sturme eine Junta sich gebildet und mit dem Generalcapitain in Unterhandlungengetreten, wurde zwar die Stadt vorläufig geschont; jedoch die fernere Weigerung derselben,in die gestellten Bedingungen einzuwilligen, veranlaßte auf Befehl des herbeigeeilten Es-partcro ein förmliches Bombardement der Stadt am 3.Dec. Gegen 800 Bomben, an 100Granaten und 200 Kanonenkugeln wurden in die Stadt geschleudert, und erst der Anblickcingeäschcrtcr und zertrümmerter Häuser und die Gefahr vollständiger Vernichtung konntedie Insurgenten zur Übergabe der Stadt bewegen, die nun zu einer Contribution von 12 Mill.Realen verurtheilt und in Belagerungszustand erklärt wurde. (S. Spanien.)

Barchent ist ein dickes baumwollenes Zeug, in der Regel drei- oder vierbindig, einseitigoder zweiseitig geköpert, seltner fünfbindig atlasartig (Atlas-Barchent). Man unterscheidetglatten und rauhen Barchent; bei letzter«! wird zu dem Einträge grobes und weiches Garngenommen und auf der Seite, wo der Eintrag flott liegt, aufgekratzt. Man hat auch halb-leinenen Barchent mit leinener Kette, gestreiften, sogenannten Bettbarchent, der vorzüglichfest geschlagen ist, u. s w. Immer wird der Barchent aus gröber« Garnnummern gewebt.

Barclay (John), ein geistreicher lat. Dichter und Satiriker, wurde um 1582 zuPont-ä-Moussongeboren, wo sein Vater, der Schottländer William B., gest. 1605, der dasVaterland nach Entthronung seiner Gännerin, Maria Stuart, verlassen hatte, als Lehrer derRechte angestellt war, und studirte im dortigen Jesuitencollegium. Die ausgezeichneten Fähig-keiten, die er früh entwickelte, veranlaßte« die Jesuiten, ihn zum Eintritt in ihren Orden zu bewe-gen, und als er ihre Anträge verwarf, mußte er, wie sein Vater, viele Verfolgungen von ihnenerleiden. Mit ihm ging er 1603 nach England, wo er bald die Aufmerksamkeit Jakob's I.aufsich zog, dem er eines seiner Werke,Lupkorwionis Satz-licvn" (Lond. 1603), einenpolitisch-satirischen Roman, widmete, der hauptsächlich wider die Jesuiten gerichtet war.Nächstbem erschienen seineOnspiratio au^llcana" (Lond. 1605) und seinIcou -»uim«-rum" (Lond. 1614). Im 1.1615 ging er nach Rom, wo er am 12. Aug. 1621 starb. Indemselben Jahre erschien zu Paris sein berühmtes, gleichfalls lat. geschriebenes und inmehre Sprachen übersetztes Werk^rgsuis" (Par. 1621), eine politische Allegorie, mit geist-reichen Anspielungen auf den Zustand Europas, besonders Frankreichs zur Zeit der Ligue.

Barclay (Robert), ein berühmter Apostel der Quäker, wurde 1648 zu Gordonstownin der schott. Grafschaft Murray geboren. Während der Unruhen in Schottland in früherJugend nach Paris geschickt, ließ er sich verleiten, zur katholischen Kirche überzutreten. Alsihn darauf seine Altern eiligst zurückriefen, folgte er bald nachher dem Beispiele seines VatcrS,der zu den Quäkern überging. Mit natürlichen Fähigkeiten ausgerüstet und gelehrt gebildet,machte er sich sehr bald einen Namen als Vertheidiger der neuen Glaubensansicht. Seimgegen den presbyterianischen Prediger Mitchell gerichtete Schriftll'rurti sj-ainst csluwnies"(Aberdeen 1670) trug viel dazu bei, die öffentliche Meinung über die Quäker zu berichtigenund die Regierung nachsichtiger gegen sie zu stimmen. Ausführlichere Darstellungen derGlaubensansichten seiner Partei gab er später in seinem Hauptwerke, spolo^ kor tketrue ctlristisn ckivimt)-, as tke saure is preaclrell anll llelll kort dxtirepeople in scorn crllleäKlinkers", das er König Karl II. widmete. Mit William Penn (s. d.) unternahm er, umfür die Verbreitung der Lehrmeinungen der Quäker zu wirken, mehre Reisen durch Eng-land, Holland und Deutschland, wo er fast überall mit großer Auszeichnung, die man seinemCharakter wie seinen Talenten zu Theil werden ließ, empfangen wurde; doch fehlte cs ihm auchnicht an Feinden, die ihm viele Verfolgungen bereiteten. Er starb 1690 zu Urin beiÄberdeenund hinterließ sieben-Kinder, die alle die fünfzigste Gedächtnißfcier seines Todestages erlebten..

Bar Cochba (Simon) hieß der Anführer der Juden in dem großen Aufstande der-selben gegen die Römer unter Kaiser Hadrian, 13135 n. Chr. Dreimal waren bereitsdie unterdrückten Juden in den I-11518 ohne Erfolg aufgestanden, als im 1.13» baldnach Hadrian's'Abreise aus Syrien, im Stillen vorbereitet, eine neue Empörung ausbrach,an deren Spitze B. stand. Er hatte sich den Namen Bar Cochba, d. i. Sohn des Gestirns,beigelegt, insofern die alte Weissagung (4 Mos. 24,17.) von dem aus Jakob ausgehendenStern durch ihn erfüllt werden sollte. Mit großem Erfolge kämpfte er anfangs gegen die