Barcelona
Bauholz aus der Ostsee, gelbem Wachs aus der Bcrberei, schweb. Eisen, Stahl aus Steier-mark, Hanf aus Riga und Petersburg, Leinen, Kupfer- und Eisendraht aus Deutschland.Ein bedeutender Artikel ist auch der Stockfisch, den die Engländer aus Neufundland cinbrin-gen. Der Gcsammrbetrag des Ein-und Ausfuhrhandels, der an 1500 Schiffe, darunter> 20 eigene, beschäftigt, wird auf mehr als 10 Will. Thalcr angeschlagen. ZuB. wurdenin den I. 504, 500, 006 und 1064 vier Kirchcnvcrsammlungcn gehalten, deren letzte, un-geachtet des heftigen Widerspruchs der span. Geistlichkeit, die gothischen Kirchcnsatzun-gcn aufhob. Unter dem Namen Larciuum, später Luvonti-,, war B. schon den Römernbekannt; aus ihrer Zeit stammen die Überreste eines Tempels des Hercules und die verfalle-nen Bäder. Seit dem 1 2. Jahrh. stand cs unter eigenen Grasen, bis es durch die VermahlungNaimund's V. mit der Tochter Ramiro's 11., Königs von Aragonicn, 1137 mit diesem Reichevereinigt wurde. Nebst Catalonien unterwarf cs sich, der span. Herrschaft müde, 1640 derfranz. Negierung. Nothgezwungcn kehrte cs 1652 zum Gehorsam gegen Spanien zurück,ward indeß 1607 von den Franzosen wieder erobert, jedoch im ryswijckcr Frieden an Spa-nien zurückgegcbcn. Im span. Erbfolgekriege schlug cs sich auf die Seite des ErzherzogsKarl; von Philipp's V. Truppen unter dem Herzog von Berwick 1714 belagert, mußte cssich nach hartnäckigem Widerstande ergeben. Am 16. Febr. 1800 ward es von den Franzo-sen unter dem General Duhesme durch Überrumpelung genommen und blieb im Besitz der-selben bis zum Z. 1814. Große Bcrhecrungen richtete 1821 in B. das Gelbe Fieber an.Bei der franz. Occupation Spaniens im I. 1823 hielt sich B. unter dem General Rottenbis nach der Befreiung des Königs und ergab sich erst auf dessen Befehl. Nach Unterdrü-ckung des karlistischcn Aufstandes der Agraviados hatte cs gleich Catalonien seit 1827 dieblutige Strenge des Gcneralcapitains Grafen d'Espana zu erdulden, bis die Königin ihnim Nov. 1832 absetzte. Der span. Bürgerkrieg der folgenden Zeit zog auch B. in seineGreuel durch die zur Tagesordnung gewordenen Volksaufstände und Empörungen. Derwüthendc Aufruhr im Anfänge des I. 1835 zu Saragossa und zu B-, wo der Pöbel dasStandbild Ferdinands VII. zertrümmerte, die größte Fabrik in Brand steckte, den GeneralBassa ermordete und seinen Leichnam durch die Straßen schleifte, war das Signal zu ähn-lichen Austritten noch im Laufe des Jahres, veranlaßt durch den eigenmächtigen Executions-eiscr wider die Mönche, deren allein bis zum Sept. 1835 bereits 500 aus Aragonicn undCatalonien nach Frankreich geflüchtet waren. Furchtbare Niedcrmetzeleien der gefangenenKarlistcn und der des Karlismus Verdächtigen fanden in der Nacht vom 4. zum 5. Inn.1836 während der Abwesenheit Mina's statt. Neue Empörungen veranlaßten die Cortes-Wahlen im Äugt 1836; dicNationalgarde griff zu den Waffen und immer lauter trat einerepublikanische Richtung hervor. Im I. 1840 wurde B. der Schauplatz einer bedeutungs-vollen Krisis. Es hatte sich die Königin-Negcntin hierher begeben und war bei ihrer Ankunftam 20. Juni feierlichst empfangen worden; ihr folgte am 16. Juli Espartero, um hier diewichtige Katastrophe seiner Regentschaftsübcrnahmc vorzubcreiten, und wurde gleichfallsmit allgemeinem Enthusiasmus ausgenommen. Die Kunde von der Erfolglosigkeit seinerConscrcnz mit der Königin und sein Entschluß abzurciscn, gaben am 19. Juli Veranlassungzum Aufruhr des Volks, der indeß nur das Vorspiel war zu den schrecklichen Semen in derNacht vom 2 l. zum 22., wo die Partei der Mvderados zu Gunsten der Künigin-Rcgcntin sicherhob. Nur erst durch Espartero's Truppen konnte die Volkswuth gedämpft und die Ord-nung wiederhcrgcstellt werden. Auch im 1.1841 kam es zu mehren Aufständen; so am7. Juli wegen des Verkaufs von Schmuggelwaaren, und im Oct., wo die Nationalgardedie Demolirung der Citadclle verlangte und bereits begann. Sie wurden, gleich andern, ge-stillt; doch mehr und mehr bereitete sich eine neue Schrcckenskatastrophe vor. Die unmit-telbarcn Veranlassungen zu den Ruhestörungen am 13. Nov. 1842 waren Verhaftungen,welche bei einem Versuch, einige Fässer Wein gewaltsam cinzuschmuggeln, vorfietcn, dieFestnehmung der Nedactoren des „Republicano" und die bevorstehende Einführung der Con-scription zu allgemeiner Dienstpflicht. Durch die Verhaftung einer Deputation des Volksan den politischen Gefe Don Juan Cuiterrez wurde die Erbitterung immer allgemeiner,sodaß am 15. Nov. Morgens die Feindseligkeiten zwischen Volk und Garnison in den Stra-ßen der Stadt zum blutigen Kampfe übergingen. Die Truppen mußten das Feld räumen,