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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
54
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Barbour

Barcelona

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Barbour (John), der älteste Nationaldichter der Schotten, ist um 1315 geboren.Als Archidiakonus zu Aberdeen ward er 1357 von dem Bischöfe seines Sprengels nachEngland gesendet, um wegen des Lösegeldes für den gefangenen König David II. zu un-terhandeln. Um 1375 schrieb er sein Gedicht ,,'1'be llrnee", das die Geschichte KönigRobert'S I. Bruce erzählt und 16 > 6 zuerst im Druck (beste Ausgabe von Pinkerton, 3 Bde.,Edinb. 1790) erschien. Eins der ältesten Denkmäler des schott. Dialekts, hat dieses Ge-dichtgroßen sprachlichen Werth; es athmetFrciheitsgefühl und Vaterlandsliebe, und obgleichB. Zeitgenosse von Eowcr und Chaucer war, so ist doch seine Sprache der neuern ähnlicherals die der beiden engl. Dichter. Er starb 1396.

Barby, eine Stadt am linken Elbufer unweit der Saaleinmündung im Kreise Kalbedes preuß. Regierungsbezirks Magdeburg, mit 3306 E. und einem Schlosse, hat erheblicheTuch- und Lcinwebcrci, sowie Manufaclur in verschiedenen Jndustriewaaren, größtenthcilsin den Händen der hier 1749 begründeten Brüdergemeinde. Die alte, 1497 zur Graf-schaft erhobene Herrschaft B., unter sächs. Lehnsyoheit, bestand aus den Ämtern Barby,Rosenburg, Waltecnicnburg (seit 1228), Mühiingen (seit 1318) und Egeln (seit 1410).Als 1659mit August Ludwig der Mannsstamm der Grafen von B. erlosch, ward derenBesitzung dermaßen gctheilt, daß Waltcrnienburg und Mühlingen an Anhalt, B. an denStifter der Linie Sachsen-Weißenfels, August, Herzog von Sachsen-Halle, RosenburgundEgeln an das Haus Brandenburg fielen. Nach dem Tode August's im 1.1680 fiel dasStift Magdeburg nebst Halle laut Bestimmung des westfälischen Friedens an Branden-burg, die Grafschaft B. aber erhielt sein dritter Sohn Heinrich, der 1689 zur reformirtenKirche überging und die Linie Sachsen-Barby stiftete. Ihm folgte sein Sohn GeorgAlbrecht, welcher 1739 ohne Erben starb, daher B. an Weißenfels zurückfiel, das dann1746, als mit Johann Adolfll. auch der weißenfelser Zweig erlosch, nebst Weißenfelsan Kur-Sachsen zurückkam. Mit diesem blieb es bis 1807 vereinigt, wo es an das neueKönigreich Westfalen abgetreten werden mußte, und nach der Auflösung dieses kam cs im1.1812 an Preußen.

Barcaröle nennt man die Gesänge der Barkcnführer (komlolieri) in Venedig, die,obfchon meist von ihnen selbst componirt, sehr melodisch sind, und in mehren Opern Nach-ahmung gefunden haben.

Barcelona, eine der größten Städte Spaniens, die Hauptstadt der Provinz Ca-talonien, liegt am Mittelländischen Meere zwischen der Mündung des Llobregat und desBezas und ist in Gestalt eines halben Mondes gebaut. Sie ist gut befestigt und hatauf der östlichen Seite eine starke Citadelle, welche 1715 aufgeführt ward und mit deram Meere liegenden Schanze S.-Carlos in Verbindung steht. An ihrer Abcndseiteliegt der Berg Montjuy mit einem Fort, das den Hafen beschützt. Der Hafen ist geräu-mig, hat aber eine beschwerliche Einfahrt und ist für Kriegsschiffe nicht tief genug; erwirbdurch einen großen Damm geschirmt, an dessen Ende ein Leuchtkhurm und ein Bollwerkfind. Sie zerfällt in die obere und untere Stadt und hat, mit Inbegriff der anstoßendenStadt Barcelonette, welche seit 1752 regelmäßig gebaut wurde und etwa 10000 E-,meist Schiffswerkleute, Matrosen und Soldaten zählt, über 10000 Häuser und gegen150000 E-, eine Kathedrale, neun Pfarr- und viele andere Kirchen, ein Schloß der altenGrafen von B., eine Universität, mehre öffentliche Bibliotheken, eine öffentliche Natura-liensammlung, eine Ingenieur- und eine Ärtillerieschule, eine Akademie der schönen Wis-senschaften, eine Zeichenschule, ein Findelhaus, ein Hospital, welches 3000 Kranke aufneh-men kann, ein großes Zeughaus, eine Kanonengießerei, ein Schiffswerft u. s. w. B. istder Sitz eines Bischofs, der Suffragan des Erzbischofs von Tarragona ist, eines General-rapitains, eines hohen Gerichtshofs und früher auch eines Jnquisitionsgerichts. Es zählt über30 Calicopreffen, 150 Baumwollenmanufacturen und viele Seidenwebereien; auch wer-den Leinwand, Spitzen, Fransen, Stickereien, Tressen, Bänder, Hüte, Strümpfe, Seife,Stahl- und Kupferwaaren, sowie schöne Flinten, Pistolen und Seitengewehre in Mengeverfertigt. Schon im Mittelalter war B. wegen seiner Lage ein Hauptplatz für den Handelim Mittelländischen Meere. Die Ausfuhr besteht außer den Manufacturartikcln besondersin Wein und Branntwein; die Einfuhr in franz. und ital. Fabrikwaaren, Getreide, Reis,