Barbier (Antoine Alexandre) Barbon 53
tete 1821 die Geographische Gesellschaft^ in deren Centralausschuß er lange den Vorsitzführte. — Seine beiden Söhne haben sich derselben Laufbahn gewidmet, auf der sich derVaterrühmlichsthervorgethan hat. Der ältere, Jean Guillaume B., geb. zu Paris1793, ist gegenwärtig als Geograph im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten an-gcstellt. — Der jüngere, Alexandre Frede'ricB., geb. 1798, gest. als Professor derGeographie an der kaculte ües lettres zu Paris am 25. Febr. 1835, ist der Verfasser des„Irsite cle geoArspkis generale" (Par. 1832) und des „victionnairs geogra^liique Nela bible" (Par. 1834).
Barbier (Antoine Alexandre), Bibliograph, geb. zu Coulommiers 1765, gest. inParis am6.Dec. 1825, war beim Ausbruche der Revolution Pfarrer. Im 1 . 1794 ging ernach Paris, wo man ihn zum Mitgliede der Commission ernannte, welche mit der Samm-lung der in den aufgehobenen Klöstern befindlichen Gegenstände der Literatur und Kunst be-auftragt war. Dies bahnte ihm den Weg zu der Stelle eines Aufsehers der von ihm selbstgebildeten Bibliothek des Staatsraths (1798), und als diese 1897 auf das Schloß nachFontainebleau gebracht wurde, ernannte ihn Napoleon zu seinem Bibliothekar. Nach derRestauration erhielt er die Aufsicht über des Königs Privatbibliothck. Sein trefflicher „6u-tslogue lle la bibliotdegue ilii conseil ,1'etut" (2 Bde., Par. 1893, Fol.) ist jetzt sehr selten.Sein „Rictionnsire lies ouvr-tgss snon^mes et pseucinn^mes" (Par. 1896; 2. Aufl., 4Bde., Par. 1822—25) ist durch Anlage, Genauigkeit und eine mit weiser Kürze verbun-dene befriedigende Vollständigkeit, wenigstens in Hinsicht der fcanz. Literatur, eins der be-sten, welche man bis jetzt über diesen Zweig der Bibliographie hat Weniger gelungen istsein nach dem ersten Bande (Par. 1829) unfortgesetzt gebliebenes „Rxamen critigue ercomplement lies clictioonsires bistorigues", da der beschränkte Kreis seiner Studien undForschungen einem so umfassenden Plane nicht genügen konnte. — Sein ältester SohnLouis Nicolas B., geb. 1799, derben Vater in seinem Amte wie bei seinen literari-schen Arbeiten zur Seite ging und auch die zweite Auflage des „Rictionnaire lies ^uvrsAesanonymes, etc." nach des Vaters Tode allein besorgte, erhielt 1832 den Auftrag, für denStaatsrath eine besondere Bibliothek zu bilden.
Barbier (Auguste), franz. Dichter, geb. am 28. Apr. 1898 zu Paris, wo er durchsein Vermögen in Unabhängigkeit lebte, wurde kurz nach der Julirevolution durch einigekräftige Satiren gegen die allgemeine Verderbniß und sittliche Schlaffheit der damaligenZeit bekannt und schnell berühmt. Zuerst erschien sein „lb>s, eures" in der „Revue <>e ?uris"(1831), worin er die Intriganten geißelte, die sich während der drei Tage nicht sehen ließen,aber nach dem Siege wie gefräßige Geier herbeiflogen; dann folgte „R'iäole", ein zorni-ges Gedicht gegen Napoleon, diesem populsrite" und hierauf die ganze Sammlungunter dem Titel „äamlres" (Par. 1832; mit deutscher Übersetzung von Förster, Quedlinb.1832). Seine Satiren erregten besonders durch den edlen Zorn, der in ihnen flammt,durch die Kraft der Sprache und die Vollendung der Form Aussehen. B. weiß indcß nichtimmer an der Grenzlinie des Schönen stehen zu bleiben. Wenn man ihm vorgeworfcn hat,daß seine Verse nicht immer reine Poesie sind, so ist dies ein Vorwurf, der die Satire imAllgemeinen mehr oder weniger trifft, denn sobald dieselbe einen bestimmten moralischenZweck hat, so schweift sie über das Gebiet der Dichtkunst hinaus. Seine Gedichtsammlung„1> klsuto" (2. Aufl., Par. 1833) enthält neben manchem Unschönen einige wahrhaft poe-tische Klagen über die Herabwürdigung der ital. Ration, während er in seinem „I^arsre"(Par. 1837) den traurigen Zustand des engl. Volks schildert. Eine Sammlung seiner„8-ltires et poemes" erschien 1837; ihr folgten die „Nouvelles satires" (1849); seineneuesten Gedichte sind gesammelt in den „6bsnts politiljues et religieux" (Par. 1849).
Barbieri (Giovanni Francesco), s. Guercino.
BarbvU , eine berühmte franz. Buchdruckerfamilie, deren Ahnherr Jean B. zuLyon, im 16. Jahrh., war. Im I8.Jahrh. ließen sich Mitglieder dieser Familie in Paris nie-der, wo Jos. Gerard B. 1755 die Reihe der lat. Klassiker in Duodezausgaben nach Artder Elzevire fortsetztc, welche Coustelier, auf Veranlassung des gelehrten Lenglet DufreS-noy 1743 begonnen hatte. Sie ist bei A. Delalain in Paris vollständig in 77 Bändenzu haben und wegen ihrer Eleganz und Correctheit geschätzt.