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52 Barbaroux Barbie du Böeage
Barbaroux (Charles), einer der ausgezeichnetsten unter den Girondisten, geb. 1767zu Marseille, wurde, jung und von feurigem Gemüthe, bald in die Ereignisse der Revolu-kion verflochten, und doch gebührt ihm, wiewol er sich als ein kühner Verkündiger der neuenIdeen zeigte, der Ruhm, daß er in seiner politischen Laufbahn über der Freiheit und demPatriotismus nie die Sitte und die Menschlichkeit vergaß. Als Advocat in semer Vater-stadt gab er im Beginn der Revolution das Journal „l^observateur marseillais" heraus,das mächtig beigetragen haben soll zu dem entschiedenen und folgereichen Aufschwung, denMarseille in der Revolution nahm. An der Spitze der marseiller Nationalgarde stand da-mals ein gewisser General Lieutaud, der, dem alten Regime zugethan, dadurch, daß er dieMarseiller zu allerlei Ausschweifungen veranlaßte, eine Schwächung der politischen Erhe-bung beabsichtigte. B. stürzte ihn, indem er seine Mitbürger auf dessen Tendenz aufmerk-sam machte. Die Stadtgemeinde, deren Achtung und Vertrauen er schon längst in hohemGrade genoß, erwählte ihn zu ihrem Secretair; er versah dieses Amt neben seinen advoca-torischen und schriftstellerischen Arbeiten auf ausgezeichnete Weise und entwickelte inmittender Streitigkeiten mit dem Hofe, mit andern Communcn und den Wirren, die die altenund neuen Verhältnisse herbeiführten, eine beispiellose Thätigkeit. Als daher die gesetzge-bende Versammlung der constituirenden Platz machte, so wurde B. neben dem Deputa-ten des Departements der Rhonemündung als der besondere Agent der Marseiller nachParis geschickt, wo er, da er erkannte, daß der Hof eine Contrerevolution beabsichtigte,an den in Ungnade gefallenen Minister Roland sich anschloß. Die Ereignisse des l 0. Aug.1792, die den Thron vollends umstürzten, werden namentlich B., der an der Spitze der StadtMarseille stand, beigemessen. Roland, der jetzt wieder Minister wurde, wollte ihn zu sei-nem Secretair erwählen; er aber schlug es aus und ging in seine Vaterstadt zurück, woer mit Enthusiasmus empfangen und bald darauf zum Deputaten des Convents erwähltwurde. Im Convent hielt er sich zu den Girondisten und gehörte zu Denen, welche im Pro-ccsse des Königs für die Appellation an das Volk stimmten. Da er sich kühn der Partei Ma-rat's und Robespierre's widersehte und den Letztem geradezu beschuldigte, daß er nach derDictatur strebe, so wurde er als Royalist und Feind der Republik am 31. Mai 1793 pro»scribirc. (S. Gironde.) Mit vielen andern Schicksalsgenossen floh er in das Departementder Gironde, wo Guadet ihnen Unterstützung und Sicherheit versprach. Doch hier hattendie Feinde der Gironde schon gesiegt, die Herrschaft des Schreckens war organisirt, und nurmit großer Mühe konnten die Flüchtigen nach St.-Emilion gelangen, wo sie von einerVerwandten Guadet'S ausgenommen und in einem Keller verborgen wurden. Indessen muß-ten sie in kurzer Zeit auch dieses Asyl verlassen, irrten nun in der Gegend umher und verbargensich dann aufs neue in demselben Orte bei einem gewissen Troquet. Als sie auch von hier wie-der flüchten mußten und auf der Flucht einen Haufen Menschen erblickten, die sie für ihre Hä-scher hielten, suchte sich B. durch einen Pistolenschuß zu tödten, was ihm aber nicht gelang.Vor das Revolutionsgericht nach Bordeaux gebracht, wurde er zum Tode verurthcilt undbereits halb todt, sodaß er getragen werden mußte, am 25. Juni 1794 guillotinirt.
Barbette oder Geschühbank, s. Bank.
Barbie duBocage (Jean Denis), franz. Geograph,geb. zu Paris am 28.Apr. 17 60,gest. daselbst am 28. Dec. 1825, fühlte sich von früher Jugend an zum Studium der Geo-graphie hingezogcn und bildete sich unter Danville's Leitung. Seinen Ruhm gründete erdurch den zu Barthelemy's „Voxage «in jsuns ^nacbsrsis" gelieferten Atlas (1789). Auchspäter beschäftigte er sich vorzüglich mit der Geographie Altgricchenlands, wie seine Planeund Karten zu Choiseul-Gouffier's malerischer Reise durch Griechenland und seine durch eineDenkschrift erläuterte Karte über den Rückzug der Zehntausend (Par. 1796) beweisen. MitSaint-Croix arbeitete er die „blemoires tnstoriHues et AsoßraplnPies sur los pa^s sitnesontre la mer et la mer Oaspienne" (Par. 1797, 4.); sein Atlas für das Studiumder altern Geschichte erschien 1816. Er wurde 1789 als Geograph bei dem Ministeriumder auswärtigen Angelegenheiten, 1785 beim Münzcabinet angestellt und 1792 Auf-seher der Kartensammlung bei der königlichen Bibliothek. Im I. 1793 ins Gefängnis ge-führt, verdankte er dem Muthe seiner Gattin seine schnelle Befreiung. Seitdem lebte erganz seine» geographischen Studien, wurde 1899 Professor am College de France und stif-