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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Barbadoes Barbarossa 51

Barbädoes, die westlichste wichtigste Insel der Kleinen Antillen, unter den 13° nördl.B. und 62° westl. L. vonParis, zugleich die größte der Windwardinsel im Areal von 7IHM.,die volkdichteste der brit.Antillen mit etwa102000E., worunter mehr als 87000Farbige.Das Klima ist im Ganzen gemäßigter und gesünder als das der übrigen wcstind. Inseln, sodaßdie Sterblichkeit unter den curop. Truppen nicht ganz sechs Procent beträgt. Der südliche Theilder Insel ist größtcntheils eben und auch im Norden übersteigt die Höhe des höchsten Berges,Mount-Hilloughby, nicht 1600 F. B. ist weniger Erdbeben ausgesetzt, dafür aber von perio-disch wiederkehrcnden Orkanen heimgesucht, welche furchtbare Verwüstungen anrichtcn. Ob-gleich sonst ohne Spuren vulkanischen Ursprungs, finden sich doch eineZahl bituminöser Quel-len, deren Ausfluß, Grüner Theer genannt, statt Theer und Lampenöl verbraucht wird, undein brennender Brunnen, wie der von Pictramala in den Apenninen. Die HauptstadtBridgetown liegt an der Bai von Carlisle auf der Südwestseite der Insel, ist unregelmä-ßig und schlecht gebaut und zählt etwa 20000 E. Sie ist der Sitz des Gouverneurs, des auszwölf von der Krone ernannten Mitgliedern bestehenden Raths und der von den Grunde!-genthümern erwählten Provinzial-Assemble'e. Der Gouverneur von B. ist zugleich Gou-verneur der Inseln Trinidad, Grenada mit den Grenadillos, St.°Vincent und St.-Lucie,wovon jedoch jede eine besondere Provinzial-Legislatur besitzt. Die Ausfuhr besteht aus Zu-cker, Zuckersyrup, Rum, Kaffee, Baumwolle und Ingwer, im Gesammtwerth von unge-fähr 650000 Pf. St., hat jedoch in neuester Zeit seit der Gleichstellung der engl. Zölle ausost- und wcstind. Colonialproducte sehr gelitten. Zwar bereits von den Portugiesen bei einerReise nach Brasilien im Anfänge des 17. Zahrh. entdeckt und benannt, erfolgte die erste regel-mäßige Ansiedelung aufB.doch erst 162 5 durch engl. Abenteurer unter Sanction eines von Ja-kob I. an den Herzog von Marlborough ausgestellten Patents. Nach Jakob's I. Tode gelang csdem Herzoge von Carlisle, an den Marlborough die Insel l 627 verkauft hatte, von Karl I. einPatent auf alle Antillen zu erhalten, und am 17. Jan. 1652 wurde sie für die engl. Kronein Besitz genommen durch eine Kapitulation, die alle Gesetze und Freiheiten der Bewohnerbestätigte. Seit Karl's II. Thronbesteigung begann auf B. eine endlose Reihe innerer Käm-pfe zwischen den Gouverneuren und der Affembly, welche ein Hinzutreten großer Verwüstun-gen durch Orkane, wie 1675 und 1694, und durch das Gelbe Fieber 1692, den Wohlstandder Colonie zwar oft hart bedrohten, aber doch auch viel dazu beitrugen, die Volkseigen-thümlichkeit zu entwickeln und eine kräftigere Partei gegen die Regierung hinzustellen, alsin irgend einer andern brit. Colonie. Während des 17. und 18. Jahrh. nahm im Allge-meinen die Bedeutung der Colonie in hohem Grade zu, wenn auch wiederholte Orkane, z.B.am 10. Oct. 1780, und Erdbeben, wie noch in neuester Zeit, sie hcimsuchten. Nachdemschon seit Anfang des 19. Jahrh. unter den Sklaven auf der Insel sich viel Widersetzlichkeitgezeigt hatte, kam es im Apr. 1816 zum allgemeinen Aufstande, bei dem binnen vier Tagen63 Plantagen zerstört wurden.

Barbar, im Griechischen Barbäros, hieß bei den Grieche» und Römern ursprüng-lich jeder Ausländer, insofern er eine fremde Sprache redete; bald aber erhielt diese Benen-nung bei ihnen eine gehässige Beziehung, indem sie, im Gegensätze zur eigenen Abstammung,Bildung und Sitte, alle übrigen Nationen, besonders aber die ihnen feindlich gesinnten, mitdem Ausdruck derGeringschätzung Barbaren nannten, wie dies von den Griechen seit denPerserkriegen gegen die Perser, von den Römern seit der Augusteischen Periode vorzugsweisegegen die german. Völkerschaften geschah. Später bezeichnet- man damit Roheit der Sittenund Grausamkeit. Vgl. Roth,Uber Sinn und Gebrauch des Worts Barbar" (Nürnb. 1824.)

Barbarelli (Giorgio), s. Giorgione da Castelfranco.Barbareskenstaaten, s. Berberei.

Barbarismus nannten die alten Grammatiker alles grammatisch Fehlerhafte(s. Solöcismus); dann versteht man darunter das häufige Einmengen von Fremdwörternin die Sprache, die man spricht oder schreibt, daher es als besondere Arten Germanismen,Gräcismen, Gallicismcn u. s. w. gibt.

Barbarossa oder Rot Hb art ist der Beiname Kaiser Friedrich's I. (s. d.) undaußerdem zweier Türken, Horuk und Chaireddin, der Stifter des algierischen Seeräuberstaats,(S. Algier und Berberei.) '

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