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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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ersten Restauration verwaltete. Am 2». März 1815 gab er seine Entlassung und hattewährend derHundcrt Tage keine officiclle Stellung. Nach der zweiten Restauration ward erzum StaatSrath und zum Gcneralsccretair im Ministerium des Innern ernannt. Als De-putirter des Puy-de»Dome schloß er sich an Guizot, Royer-Collard, Broglie u. A. an undsuchte die ultraroyalistische Wuth, die sich der Regierung bemächtigt hatte, zu mäßigen.Nachdem er einige Zeit dem indirecten Steuerwesen vorgesianden hatte, ward er durchden vollständigen Sieg der Ultras gänzlich von den Geschäften entfernt, dafür aber im1.1819 in die Pairskammer befördert. Als 1820 Royer-Collard, Guizot und CamilleJordan aus dem Staatsrathe verdrängt wurden, bot man B. den Gesanbtschaftspostenzu Kopenhagen an, den er aber ausschlug. In der Pairskammer saß er mit Talleyrand undBroglie in der Opposition. Im I. 1828 ward er Mitglied der Akademie. Nach der Juli-revolution schickte ihn Ludwig Philipp alsGefandten nach Turin, wo ermannichfacheSchwic- ,rigkeiten zu bekämpfen hatte, und später nach Petersburg, von wo er indeß 1810 nach Frank- Ireich zurückkehrte. B. ist als Schriftsteller noch bekannter denn als Staatsmann. Sein er- >stes Werk istDe la litternture Irsm^küse penüsnt le 1 8ieme siecle" (Par. 1809 ; 6. Ausl.1811 ), von dem Goethe einmal äußerte, daß kein Wort zuviel und keins zu wenig darinwäre. B- beleuchtet die Literatur des 18. Jahrh. besonders vom politischen Standpunkteaus und zeigt sich zur eigentlich ästhetischen Kritik weniger befähigt. Als Präfect der Ven-de'e lernte er die bekannte Marquise de Laroche-Jacquelin kennen, und die von derselben hcr-auSgcgebenenIVleinoires" sind von ihm überarbeitet. Er hat sämmtlicheDramen Schillert(neue Ausg., 2 Bde., Par. 1812) und für dasHieätrsetrsngerNathan den Weisen" undandere deutsche Stücke überseht. SeinelVlelanges Kistorigues et litteraires" (3 Bde., Par.1835) enthalten kleinere Arbeiten, die theils in derRevue tranysise", thcils in derIlio-grapkie universelle" erschienen waren. Das meiste Aufsehen machte seineRistvire cles cln«cke Rourgogne <Ie In wsison «le Vslois 1361 1177" (13 Bde., Par. 1821u. öfter), die imGeiste der sogenannten descriptiven Schule gearbeitet ist, welche keine philosophische Beleuch-tung der Geschichte, sondern eine einfache Erzählung der Ereignisse geben will. Er hat den altennaiven Chronikenftil glücklich getroffen, fällt aber nicht selten in eine ermüdende Breite. Un-ter seinen kleinern politischen Abhandlungen verdient seinDes communes et eie l'aristocr»-tie" (Par. 1821 ; 3. Aust. 1829) hervorgehoben zu werden. Seit Jahren arbeitet er aneiner Geschichte des pariser Parlaments. Sein Vater, ClaudeJgnaceBrugiende B-, geb. 10. Dec. 1755, gest. 20. Mai 1811, war Präfect zuCarcassonne und beklei-dete später die Präfectur zu Genf. Er hat sich durch dieIntrcxluctinn L l'ötuäe <Ies lan-gues" (Niom 1792), denRsssi SUI le kle'parteNent <ls I'rtinis" (Carcassonne 1802) so-wie durch seine gediegenen Artikel in derLiograpbie universelle" bekannt gemacht.

Barattohandel heißt der Tauschhandel mittels Maaren gegen Maaren. Es verliertsich der reine Barattohandel immer mehr, da die Kcnntniß des Geldes und seines WertheSselbst zu den entferntesten und ungebildetsten Völkern vorgedrungen ist. Bis in die neue«Zeit herab noch beim nordamerik. Holzhandel gewöhnlich, findet er gegenwärtig fast nur noibbeim afrik. Sklavenhandel statt.

Baratynski (Jewgenij Abram), einer der ausgezeichnetsten jetzt lebenden russ. Dich-ter, ein Zeitgenosse und Freund Puschkin's, verbrachte seine Jugend im Pagenhause zu Peters-burg, wo er einen tollen Streich nach dem andern ausführte. Später Offizier geworden,büßte er dieselben mit einem achtjährigen strengen Dienst in Finnland. Die Abgeschieden-heit und die Natur des Landes weckten sein Dichtergemüth; er schrieb sein erstes größeresGedichtEda", ganz durchdrungen von finnischem Wesen und finnischer Natur. Erst unMdem Kaiser Nikolaus ward er auf die Verwendung Zukowskij's, dem er sich bittlich ander-traut hatte, aus dem strengen Dienste entlassen und widmete sich nun mit ganzer Seele demDienste der Musen, indem er bald in Moskau, bald auf einem nahen Landgutc seine Min behaglicher Zurückgezogenheit zubrachte. Aus dieser Zeit rührt sein schönstes und vor-trefflichstes GedichtDie Zigeunerin", ein Sitten- und Liebesgemälde aus der höher» rußGesellschaft voll wunderbarer Pracht und poetischen Liebreizes. In Zartheit des Gefühls undFeinheit der Beobachtung gibt es den besten Dichtungen Puschkin's nichts nach und wird vonVielen selbst diesen vorgezogen. Gesammelt erschienen seine Dichtungen in zwei Bänden 18^-