Bär Barante 49
tem, beweglichem Nasenknorpel. Sie schlafen zumeist während die Winters in Hohlen, inwelchen sic sich auch sonst verbergen und in denen das Weibchen die Jungen wirst. Die be-kannteste Art ist der braune europäische B är (llrsus arctn») mitconvexer Stirn, brau-nem, so lange er jung ist, sehr wolligem Pelze, heimisch in Europa und Asien. Seine Nah-rung besteht in der Jugend in Vegetabilien, nachher in Fleisch; doch frißt er auch Honig.Er wird 5'/- F. lang und wiegt oft gegen 400 Pf. Die Bärin wirst in der Regel im Jan.zwei Junge, die an Größe etwa einer Ratte gleichkommen. Man jagt ihn vorzüglich desPelzes und Fettes wegen; doch ist auch sein Fleisch eßbar, ja die Tatzen gelten als Lcckcrbis-sen. Jung kann man ihn zu allerlei Künsten abrichten. Eine andere mehr graue Art (17.ierox) in Nordamerika wird wegen ihrer Stärke gefürchtet. Der ebenfalls in Nordamerikaheimische Baribal (17. americanns) mit platter Stirn, schwarzem Pelz und gelberSchnauze, dessen Nahrung meist in Früchten besteht, wird häufig in Menagerien getroffen.Der langrüsseligeBär oder das bärenartige Faulthier (17. lonFirostris), welches wegenzufälligen Mangels der Schneidezähne lange für ein Faulthier gehalten wurde, ist in Ost-indien einheimisch und zeichnet sich durch ziemlich verlängerte Nase und Unterlippe aus. DerEisbär oder Seebär (17. maritim»») mit verlängertem abgeplatteten Kopf, schlichtemweißen Pelz und heimisch im Norden, wird über acht F. lang und ist wegen seiner Stärke,zumal wenn ihm Nahrung mangelt, sehr gefährlich. Der Höhlenbär, eine untergegan-gcne Bärenart der Vorwelt, ist nur noch aus den Knochen bekannt, die sich von ihm in derGailenreuther und vielen andern Höhlen Deutschlands sowie anderwärts finden.
Bär oder vataräe»» heißt in Festungsgräben der steinerne Damm, welcher dazudient, wenn der Graben mit Wasser angefüllt ist, dasselbe in einer Höhe von 5'/-—6 F. zuerhalten, oder, wenn er trocken ist, einem vorbeifließenden Strome das Eindringen zu ver-wehren und denselben zur Unterstützung der Vertheidigung nach Willkür ein- oder abzu-laffen. Zu diesem Zwecke befindet sich auf der innern Seite gegen die Festung eine Schntz-falle. Der obere Theil des Bären hat einen dachförmigen Rücken, in dessen Mitte eine sechsFuß hohe runde Säule aufgemauert ist, damit ihn der Feind nicht zum Übergänge benutzenkann. In andern Fällen dient der Bär zugleich auch zur Verbindung mit dem BedecktenWege oder mit einem Außenwerk, und ist deshalb hohl aufgeführt und mit Schießlöchernversehen; man findet auch wol doppelte Gänge übereinander, von denen blos der obere mitSchießlöchern versehen ist, der untere aber völlig unter dem Wasser liegt.
Baracke nennt man die aus Stangen, Latten, Stroh und Reisig erbaute Lagerhütte,welche gegenwärtig bei den meisten europ. Heeren im Kriege die Stelle der ehemaligen Zeltevertritt. In Standlagern von längerer Dauer werden dafür Wohnhäuser aus Brcternaufgeführt, die auch den Winter über stehen bleiben können, wie z. B. im Lager von St.»
> Maurice bei Turin. — Baracken heißen auch die Kasernen der engl. Truppen, meistaus Holz und blos mit steinernem Fundament erbaut, die als pcrmanencc Wohnhäuser mitallen erfoderlichen Bequemlichkeiten versehen sind.
Baranjen heißen die Lämmerfelle mit kurzer krauser Wolle, die aus Polen, der Krim,der Bucharei und Persien kommen. Es gibt graue, schwarze und Miße, echte und unechteBaranjen. Die echten sind sehr theuer und machen einen wichtigen Handelszweig aus. Dieunechten sind gefärbt und oft sehr täuschend nachgemacht. Jene zeichnen sich durch Sauber-keit und Glanz und durch das feingekräuselte, lockige Haar aus. Besonders schön sind dieBaranjen, die von den Kalmücken und Tataren kommen. Diese nähen nämlich das neuge-borene Lamm in grobe Leinwand fest ein, befeuchten diese täglich einmal mit warmem Was-ser und fahren mit der flachen Hand in gewissen Richtungen einige Mal des Tages über dieLeinwand. Sobald die Wolle nach ungefähr vier Wochen hinreichend schön ist, wird dasLamm geschlachtet. In der Ukraine schneidet man das Lamm aus dem Mutterleibe und be-handelt es dann ebenso. Von den schönsten Baranjen wird das Stück mit 3—4 Rubel bezahlt.
Barante (Prosper Brugiere, Baron von), franz. Staatsmann und Gelehrter, geb. am> 0. Juni 1782 zu Riom in Auvergne, stammt aus einer altadeligen Familie. Er trat frühin den Staatsdienst und wurde unter Napoleon zuerst Auditeur beim Staatsrathe; dannerhielt er die Präfectur der Vcnde'c und später die der Niederloire, die er auch während derConv.-Lex. Neunte Aufl. II. 4