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nahmen bald bedeutend zu, und das Publicum vertraute ihr seine überflüssigen Gelder an.Allein seit 183V begann dieses Vertrauen zu wanken; man schrieb diese veränderte Stimmungder öffentlichen Meinung der Julirevolution zu, aber aus mehren Umständen ist zu schließen,daß nichtAlles in Nichtigkeit war. Es fand daher 1833 eine Umgestaltung und bessere Fun-dirung der Anstalt statt, wonach sie durch 2000 Actien zu 500 Thlr. einen Fonds von einerMillion erhielt, der durch fernere Ausgabe von 2000 Actien verdoppelt werden konnte. Dieumlaufenden 50VVV0Thlr. wurden vom Staate zur Nealistrung bei den königlichen Kassengestempelt, wogegen die Bank 500000 Thlr. in Staatsschuldschcinen als Unterpfand depo-nirte, wovon sie den Zinsengenuß hat. Die Geschäfte der Bank bestehen nach ihrer Reorgani-sation im Discontiren, in Darlehen aufUnterpfand oder auf persönlichen Credit mehrcr solida-risch verpflichteter Schuldner, in Eröffnung laufender Contos gegen Sicherheit, in Annahmehypothekarischer Schuldverschreibungen als Faustpfand und zur Verstärkung persönlicherSicherheit von Wechsel- und andern Debitoren, wenn die Activa auf ländlichen Grundstückeninnerhalb zwei Drittel, auf städtischen innerhalb der Hälfte des nachgewiesenen Grundwerthseingetragen sind. Die Bank genießt in ihrer neuen Gestaltung das unbedingte Zutrauen desPublicums. Aus den jährlich erscheinenden Rechenschaftsberichten läßt sich schließen, daßEnde des I. 1841 3069 Actien ausgegeben waren, und das Actiencapital 1,534500 Thlr.betragenhabe.— 6) Die öjtreichische Nationalbankzn Wien. Schon I703wurdein Wien eine Girobank und 1714 eine erweiterte Stadtbank errichtet, welche letztere fürRechnung der Negierung verwaltet wurde und bis 1784 für 32 Mill. Fl. Noten ausgc-geben hatte. In den Kriegen von 1792—1811 wurde die Masse der Bankzettcl auf mehrals Ivvv Mill. sogenannter wiener Währung vermehrt, daher sie dergestalt sanken, daßin dem letztgenannten Jahre Finanzoperationen sich nöthig machten, in deren Folge sie zueinem Fünftel des Nominalwerths gegen neues Papiergeld, Einlösungsscheine genannt,umgetauscht wurden, zu welchen sich später noch die Anticipationsscheine gesellten. NachdemFrieden von 1815 war die östr. Negierung in ihren Finanzen so erschöpft, daß ihr alle beimÜbergänge von einem solchen Kriegs- zum Friedenszustande erfoderlichen Mittel zur Her-stellung ihres Geldumlaufs gänzlich fehlten. Der Weg der früher» wiener Stadtbankdurfte nicht wieder betreten werden; man mußte sich dem Publicum in die Arme werfen,ihm die Leitung der Bank überlassen und das Ausland um jeden Preis an sich ziehen.Es wurde daher 1816 die jetzt bestehende östr. Nationalbank errichtet, die ausgedehntestenPrivileg!« ihr ertheilt und für eingezahlte 100 Fl. Conventionsgeld und 1000 Fl. wienerWährung eine auf 1000 Fl. Convcntionsgeld lautende Actie ertheilt. Ungeachtet dieseraußerordentlichen Begünstigung wurden statt der beabsichtigten IV0V0V Actien dochnur 50621 subscribirt. Die Bestimmung dieser neuen Bank war, die mehr als 600 Mill.Fl. betragenden Einlösungs- und Anticipationsscheine nach und nach einzulösen und da-durch den Umlauf auf den Conventions-Münzfuß zurückzubringen, in Wien zahlbareWechsel zu discontiren, auf Gold, Silber und östr. Staatspapiere Vorschüsse zu machen,Depositen anzunehmen und Banknoten auszugeben, wozu noch seit 1841 das Girogeschäftgekommen ist. Sie hat Zweigbanken in Brünn, Prag, Lemberg, Grätz, Triest, Linz, Inns-bruck, Ofen, Hermannstadt und Temeswar, welche Anweisungen auf die Hauptbank aus-stellen. Die ausgedehnten Geschäfte derselben und die bedeutende Dividende, welche sie jedesJahr seit ihrer Errichtung gewähren konnte, zogen ihr die Gunst des In- und Auslandes der-maßen zu, daß ihre Actien gegenwärtig den Preis von 1600 Fl. Conventionsgeld überstiegenhaben. Die Einlösung des stühern Papiergeldes ist so weit fortgeschritten, daß am Endedes 1.1842 nur noch 9,932713 Fl. wiener Währung in Umlauf waren. DieDisconto-geschäfte wurden bis zum I. 1841 mit zu vieler Leichtigkeit betrieben, daher die traurigenEreignisse, welche sich im Sommer des genannten Jahres an der wiener Börse zutrugcn, fastnur ihr zuzuschreibcn sind. Die Staatsregierung fand sich dadurch veranlaßt, andere Beamtean die Spitze der Bank zu stellen, welche so vorsichtig zu Werke gehen, daß statt der im I.1840 discontirten 305,518653 Fl., im I. 1842 nur.222,050068 Fl. discontirt wur-den. Der Reservefonds belief sich am 1. Jan. 1843 nach dem bestehenden CurSwerth auf6,717401 Fl. Conventionsgeld. Am Schlüsse eines jeden Jahres wird ein sehr ausführ-licher Rechenschaftsbericht dem Bankausschusse vorgelegt und öffentlich bekannt gemacht,