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Banken 27
auch die größte Sicherheit zu gewähren, müssen die Banken ein nicht schwaches und voll ein-gezahltcs Capital besitzen, unter der Aufsicht der Negierung und der Controle eines Aus-schusses stehen, ihre Noten beim Vorzeigen sofort gegen Münze einlöscn, zu diesem Behufeeinen verhältnißmäßigen Kassevorrath fortwährend besitzen, pur möglichst schnell realisir-bare Geschäfte betreiben und jährlich öffentliche Rechenschaft über ihre Verwaltung ablegen.Wird dies Alles befolgt, so bedarf es weiter keiner Unterpfänder und Vorsichtsmaßregeln zuihrer größern Sicherheit.
Privatbanken finden sich nur in England vor, dürfen nicht mehr als sechs Thcil-nehmer haben, in London und 85 engl. Meilen im Umkreise der Stadt keine Noten aus-geben, in allen übrigen Theilen des Landes jedoch nach Belieben. Mehre Privatbanken derProvinz treffen aber auch mit der Bank von England das Übereinkommen, nur die Notendieser auszugcben, wofür sie die von der Privatbank eingesendeten Wechsel zu einem billigernals dem bestehenden Zinsfüße discontiren muß. Die Privatbanken bilden ihr dem Publicumganz unbekanntes Capital aus dem eingeschossenen Capital des Unternehmers oder derTheil-nehmer, aus den ihnen übergebenen Depositen, aus den ausgegebenen Noten und endlichaus ihren gezogenen Wechseln. Wer nicht Theilnehmer einer solchen Bank ist, übergibt inEngland vom ersten Kaufmann bis herab zum gering besoldeten Beamten sein vorräthigesbaares Geld, sowie cs ihm cingeht, zur Privatbank seinem Banquier und erhält dagegenunausgefüllte auf die Bank lautende Anweisungen Ch e cks (s. d.) genannt. Fällt irgend eineZahlung selbst von Handwerkerrechnungcn vor, so bezahlt Niemand in Geld oder Noten,sondern setzt die betreffende Summe in einen der erhaltenen Checks, unterschreibt ihn unvgleicht dadurch die Rechnung aus. Dem Empfänger desselben fällt es aber keineswegs ein,damit sogleich zum Banquier zu gehen und den Check einzukassiren, sondern er läßt ihn höch-stens vormerken, gibt ihn ebenfalls in Zahlung, und so läuft ein solcher Check oft acht bi»neun Monate, che er einkassirt wird. Diese verzögerte Einkassirung erlaubt der Privatbankdurch zinsbare Anlegung der ihr dadurch zur Verfügung gelassenen Summe einen Gewinnzu ziehen. Ein zweiter entspringt ihr daraus, daß jeder Deponent über eilten Thcil der nie-dergelegten Summe nicht verfügt. In der Sprache der londoner Banquiers ist daher „einegute Rechnung", wo das Depositum bedeutend, und „eine schlechte", wo es gering isi. Werfür die erstere sorgt, erhält seine Wechsel bereitwillig discoutirt, allein denen einer schlechtenwerden viele Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Die engl. Banquiers vergüten keine Zinse»auf das ihnen anvertrautc Capital, berechnen aber auch gar keine Provision für die gemach-ten Geschäfte, weil die Kundschaft für ein beständiges Guthaben sorgen muß. Von diese»,behält die Privatbank nur ein Fünftel, höchstens ein Viertel in Vorrath und legt den übri-gen Theil in Staatspapieren an, oder discontirt damit, oder schießt Geld auf Unterpfändervor. Das Publicum hat bei diesem Verkehre aber den Vortheil, daß die nicdergelcgteSumme ihm nicht gestohlen werden kann, und es durch wenige Zeilen weitläufiger Auszah-lungen und Einkassirungen und der Irrungen dabei überhoben wird. Wir schließen hieranfolgende geschichtlich-statistische Skizze der Banken in und außer Europa.
Belgien. Es bestehen daselbst drei Banken, die Brüsseler, die Belgische und dieTerritorialbank, welche sämmtlich ihren Sitz in Brüssel haben. Die beiden erstem discontiren,leihen auf Unterpfänder, nehmen Deposita an und geben Noten aus, jedoch nur auf 5VV und1000 Francs lautend. Die letztere wendet ihre Thätigkeit mehr dem Grundbesitze zu. Dieerstere wurde 1821 nebst einer Zweigbank in Antwerpen gegründet und besorgt die Geschäftedes Staats; die beiden andern wurden 1835 gegründet. Die Belgische gerieth 1838 in Ver-legenheiten, hat sich aber durch kräftiges Einschreiten der Regierung davon wieder erholt.
Dänemark. Die in Kopenhagen befindliche Zettelbank wurde 1736 aufActien miteinem Fonds von 500000 Thlr. dänisch Courant gegründet, um sich mit allen Geschäften zubefassen, die einer Bank aufgetragen werden können. Schon 1745 mußte sie ihre Baarzah-lungen einstellen und überschwemmte seitdem Dänemark mit Papiergeld. Zm I. 1773wurden alle Actionairs abgefunden und die Bank auf königliche Rechnung übernommen. Beieinem Capitale von 600000 Thlr. hatte sie für elf Mill. Thlr. Zettel ausgegeben, die bi-auf 16 Mill. vermehrt wurden. Dem Übel abzuhelfen, sollte die Bank keine Scheine mehrausgcben und jährlich 750000 Thlr. einlösen. Die neue dän.-norwcg. Speciesbank mit einem