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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
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22 Banken

sich von selbst, daß die Bank für die empfangenen Summen keine Zinsen zahlen kann, weilder Eigenthümer darüber zu jeder Zeit ebenso verfügen kann, als ob er die Summen selbstverwahrte; die Bank leistet demselben aber dadurch einen wichtigen Dienst, daß sie seinMünzmetall sicher verwahrt und ihn der Mühe überhebt, seine Zahlungen selbst zu machen.Eine Bank dieser Art kann aber nur den Handelsleuten ihres Ortes dienen. Unter Dis-contobank versteht man eine Bank, welche in dem Orte, wo sic sich befindet, in einigerZeit erst zahlbare Wechsel kauft, und den übereingekommenen Zins für die Zeit vom Tagedieses Kaufs bis zum Zahlungs - oder Verfalltage vom Capitale abzieht. Der Nutzensolcher Anstalten rst in die Augen springend, denn der Kaufmann jedes Ranges erhält da-durch überall anzubringende Zahlungsmittel, während die Wechsel, welche er hat, mögen sieauch noch so sicher und die Unterschrift des Inhabers noch so gut sein, nur in seltenen Fällenon Zahlungsstatt angebracht werden können, weil sie noch nicht zahlbar sind, und keine Thei-lung ihres Betrags stattfinden kann. Ohne solch eine Vermittelung würden besonders diekleinern Kaufleute und Gewerbetreibenden oft in Verlegenheit gerathen, wenn sie Wechselauf eine selbst mäßige Summe lautend und erst in drei Monaten zahlbar, an Zahlungsstatterhalten, während sie doch tägliche Ausgaben in kleinen Summen zu bestreiten haben undfolglich den Wechsel dazu nicht verwenden können. Sie haben in diesem Falle Geld und dochkeines, oder müssen sich sehr lästigen Bedingungen unterwerfen, um sich des Wechsels zu ent-äußern. Durch die Discontobank wird ihnen aber sogleich und billig geholfen und es ihnenmöglich gemacht, ihr Gewerbe ungestört fortzutreiben, indem sie durch den Verkauf desWechsels dessen Betrag nun beliebig theilen können. Zette lbanken, auch Umlaufs-,Circula tionsbanken genannt, sind solche, welche das Recht haben, ein Papier-geld, gewöhnlich unter dem Namen Banknoten (s. d.), auszugeben, um dem geprägtenGelbe gleich umzulaufen. Hielten solche Banken genau so viel klingendes Geld in ihrenKassen vorräthig, als sie Noten ausgeben, so würden sic nicht nur keinen Gewinn, sondernnoch Schaden durch die Fertigungskosten der Noten haben, und der einzige Vortheil in»leichtern Handhaben beim Ein- und Auszahlen, im bequemen Versenden und in derVermeidung des Abnuhens des vorräthigcn geprägten Geldes bestehen. Damit würde aberdem Publicum und den Banken wenig geholfen werden, weil dann die letztem den Zins aufden Theil ihrer Noten, den sie über ihren klingendenKassebestand ausgeben, und das erstereden Nutzen verlieren würde, welcher ihm durch Vermehrung der Umlaufsmittel insofern ent-springt, als dadurch ein niedrigerer Zinsfuß erlangt wird, welcher es in den Stand setzt, seineErzeugnisse und Fabrikate um so viel wohlfeiler liefern zu können, als der Unterschied des-selben zu dem in andern Ländern beträgt. Depositenbanken werden diejenigengenannt, welche von Individuen aller Art^roße und kleine Einzahlungen annehmen.Ihr Gefchäst ist in dieser Hinsicht dreierlei Art. Ziierst nehmen sie Geld, Staatspapiere,Edelsteine und ähnliche Gegenstände an, um sic in n-etnra aufzubewahren und gegen Rück-gabe des Empfangscheins und eine kleine Vergütung für das Bewachen dem Eigenthümerauf dessen Verlangen zurückzugeben. Zweitens zahlen ihnen Kaufleute, andere Gewerbe-treibende und auch Privaten diejenigen Summen, welche diesen täglich cingehen und wovonsie keinen augenblicklichen Gebrauch machen können. Sie lassen sich aber auch davon wiederauszahlen und erhalten für ihr Guthaben am Schlüsse eines jeden Tages Zinsen, wenn auchgeringe; doch gibt es auch Banken, welche gar keine Zinsen gewähren. Die dritte Beschäf-tigung der Depositenbanken besteht in der Annahme kleinerer Summen gegen Verzinsung vonLeuten, welche sie durch ihren Fleiß erworben haben, und ihnen ihre neuen Ersparnisse hinzu-fügen. In diesem Falle treten die Depositenbanken an die Stelle der Sparkassen, wenn die Ein-lage größer geworden ist, als diese annehmen können und dürfen. Der Nutzen solcher Bankenist zunächst für die niedrigem Claffen sehr groß, indem sie ihnen einen sichern Ort für ihreE-fpamisse gewähren, Zinsen darauf vergüten, sie dadurch zum fernem Sparen aufmunternund auf diese Art in den Stand setzen, in der bürgerlichen Gesellschaft sich zu heben.Dann verschaffen sie aber auch dem Capttalisten eine sichere Art, seine Capitalien auf be-liebige kürzere oder längere Zeit anzulegcn. Ferner gewähren die Depositenbanken dem Landegroßen Vortheil, indem sie insofern das Nationalcapital vergrößern, als sie große Behälterbilden, worein alle die zahllosen im Lande zerstreuten kleinen Summen fließen, welche außer-