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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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Bandit

Bandtke

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Untersuchung der Jnsurrcctions- und Bandcrienangelcgenheiten nicderschte. Vgl. Piringer,Ungarns Bandcrien" (2 Vdc., Wien 1816 16).

Bandit, eigentlich ein Geächteter, wird in Italien fast gleichbedeutend mit Räubergebraucht, insbesondere aber versteht man darunter einen gedungenen Mörder. Die Banditenmachten in Italien früher gleichsam eine Gilde für sich aus, die ihren eigenen strengen Ge-sehen unterworfen, mit der bürgerlichen Gesellschaft in offenem und geheimem Kriege lebteund eine gewisse romantische Ehre aus dem Mittelalter bewahrte. Durch die strengen Maß-regeln, welche die päpstliche Regierung 1826 gegen die Banditen und deren Hehler ergriff,sind indeß ihre Schlupfwinkel aufgestört und sie selbst heimatlos geworden. Diejenige»,welche zuweilen noch die Grenzen von Neapel beunruhigen, sind dort angesessene Leute, dieneben dem Feldbau Raub und Mord als einen Gewerbzweig betrachten. Peter der Calabrcse,einer der berüchtigtsten Häuptlinge der Banditen im I. 1812, hatte sich den Titel beigelegtals Kaiser der Gebirge, König der Wälder, Beschützer der Conscribirtcn und Vermittler derStraße von Florenz nach Neapel. Mit ihm sah sich die Regierung Ferdinand's l. genöthigt,sogar Verträge abzuschließen. Später verbanden sich mit den Banditen, die von andernRäubern, die man Malviventi nennt, wohl zu unterscheiden sind, Abenteurer aller Art,daher die östr. Truppen, welche Neapel besetzten, große Strcifzüge gegen sie machen mußten.In Sicilien sind die Banditen am zahlreichsten im Val-Demone; hier ging es früherso weit,daß sich der Fürst von Villa-Franca, aus policeilichen und andern Rücksichten, für ihren Pa-tron erklärte und sie mit vielem Zutrauen behandelte.

Bandwurm. Die Bandwürmer bilden in der Claffe der Eingeweidewürmer (Entozoen)eine besondere Gruppe, welche durch einen langen, platten, quergefurchten, mit kleinem Kopfeversehenen Leib charakterisiert wird. Sie sind von sehr einfachem Bau, ernähren sich wenigerdurch den in mehre Öffnungen zerfallenden Mund als durch Aufsaugcn mittels ihrer ganzenOberfläche, halten sich zumal in dem Dünndarme sehr vieler Thiere auf und sind um soartenreicher, da ziemlich jedem größer» Shiere eine Art Bandwurm eigen ist, die sonst nirgendweiter gefunden wird. Im Menschen finden sich zwei Arten Bandwürmer, der BreiteBandwurm (Uotbr^oeepbalus latus), der 26 36, nach Boerhaave sogar 306 F.lang,36 Linien breit wird, unter den slawischen Völkern außerordentlich häufig, in Frankreichund der Schweiz selten ist und in Deutschland nie angetroffen wird, und der Kettenband-wurm, Kettenwurm oder Kürbiskernwurm ('Isenia solium), welcher 2024 Flang und 56 Linien breit ist, unter den german. Völkern, aber auch in Ägypten häufig vor-kömmt, in der Aege^ nur einzeln in einem Individuum lebt, schwerer abzutreiben ist als vcrerstgenannte, weil er sich mittels eines^Kranzes von Haken, die um seinen Mund gestellt find,anhängt, und bekanntlich sehr unanaenebmeÄE lle h ervorbrinaen kann. Alle jene Störungender Gesundheit, aus welchen man im gemeinen Leben glaubt auf Anwesenheit von Band-würmern schließen zu dürfen, sind unsichere Symptome, so lange noch kein Stück des Band-wurms abgegangen. Die Cur ist immer schwierig, weil, wenn der Kopf des Bandwurms zu-rückbleibt, schnell ein neuer Körper nachwächst, und der menschliche Organismus so weit krank-haft verändert werden kann, daß er die Würmer wieder erzeugt, was freilich von einigenPhysiologen nicht angenommen wird. Geheimmittel gegen den Bandwurm sind immer ver-werflich. Der sogenannte Schnepfendreck, eine bekannte Leckerei, besteht keineswegsaus Excrcmenten, sondern aus nesterartigen Anhäufungen eines fadenförmigen, nur 23Zoll langen, in mehren Sumpfvögeln vorkommenden Bandwurms.

Bandtke oder Ban dtkie (Georg Sam.), poln. Geschichtschreiber und Bibliograph,geb. am 2t. Nov. 1768 zu Lublin, gest. den 11. Juni 1835, der Sohn eines deutschen ausSchlesien eingewanderten Kaufmanns, erhielt seine Bildung auf dem Elisabethgymnasiumzu Breslau und auf den Universitäten zu Halle und Jena. Als Hauslehrer bei dem GrafenPeter Ozarowski begleitete er seine Zöglinge, nachdem er mit ihnen eine Zeit lang in Warscyau,Dresden und Berlin zugebracht hatte, nach Petersburg, wo er zwei Jahre verweilte und vielmit der russ. und altslawischen Literatur sich beschäftigte. Im I. 1708 nach Breslauzurück-gekehrt, wurde er hier als Lehrer der poln. Sprache an dem Elisabethgymnasium angestelltund 1804 zum Rector der Heiligengeistschule befördert. SeinenHistorisch-kritischen Ana-lekten zur Erläuterung der Geschichte des Ostens von Europa'^ (Berl. 1802) folgten daS