Limäe noire Banderien 1?
»ich um 1562 erfolgte. Eine neue Ausgabe besorgte Camillo Franceschini (Len. 1566, i.).Nach mehren verstümmelten Ausgaben erschienen erst im 18. Jahrh. verschiedene vollstän-dige. In der deutschen Übersetzung von Adrian (3 Bde., Franks. 1818—19) ist mir dasUnanstößige gegeben. Außerdem sind von B. gedruckt „Lunti XI Uelle Io6i llells 8.1.u-croriia LlonruAU üi Osnruela e clelvoro umors, col tompin 6i ^uclicitia" (Agen 15-15) undnoch zwei andere Gedichte, insgesammt von nicht hohem Werthe. Andere Gedichte B.'s,welche sich handschriftlich zu Turin befinden, gab Costa heraus unter dem Titel „Limo <!iNstteo v." (Tur. 1816). Seine Novellen machten in Italien das meiste Glück nächst de-nen des Boccaccio; natürliche Einfachheit, ein rascher Gang der Erzählung und harmo-nische Kürze der Perioden zeichnen sie aus; ihr Inhalt ist nicht selten ziemlich unzüchtig.
Lgncke noire, d. i. schwarze Bande, nannte matt die in der ersten franz. Revolutionzu dem Zwecke zusammengetretencn Gesellschaften von Kapitalisten und Bauverständigcn,um die als Nationaleigenthum in Beschlag genommenen geistlichen Güter und die Besitzungender Emigrirten, sowie die durch Aufhebung der Fideicommiffe und Majorate der gleicher»Gütervertheilnng wegen zum Verkauf kommenden überflüssigen Gebäude an sich zu kaufen,die sie dann mit wahrem Vandalismus ohnealleRücksichtauf Kunstwerth und Geschichte ab-brechen ließen, um die.Materialien, sowie den Grund und Boden in kleinern Abthcilungenwieder zu verkaufen. Ähnliches geschah in Deutschland, als in Folge des luncviller Friedensdie Säkularisation der Kirchen und Klöster erfolgte.
Banden kommen im Kriegswesen zuerst in den Krcuzzügen bei den Rittern vor undscheinen in Frankreich bis zum I. 1356 die einzige Reiterei gewesen zu sein. Sic wurdendurch die Errichtung der LoinpuFiiies ti'orcionn-ince, der ersten stehenden Truppen, unterKarl VI. und besonders 1115 unter Karl VII. mit dem Wegfall des Adelsaufgebots abgeschafft.Auch bei der franz. Infanterie kommen in früher» Zeiten Banden vor, denen Ludwig XII.Offiziere gab. Von Franz I.'wurden sie wieder vermindert und verschwanden endlich mitder modernen Umformung der Armee. Mit dem Ausdruck Veilles dauUes bezeichnen dieFranzosen noch gegenwärtig alte versuchte Truppen, und Napoleon hat diesen Namen oft aufleine Alte Garde angewendet.
Bänder (liAsmentu) nennt man in der Anatomie die häutigen oder sehnigen Theilk,welche die Verbindung der Knochen und Knorpel vermitteln, sie aneinander befestigen undihnen eine gegenseitige mehr oder weniger freie Beweglichkeit sichern. Die Lehre davon bezeichnetman mit dem griech. Worte Syndcsmologie. Die Bänder bestehen aus sehnigen, gelblichwci-ßen, oft silberglänzenden Faserbündeln, welche eine gerMe-GttiftirittttlHscn, daher nurlangsam sich ausdehnen lassen, während sie bei pttMcher starker Ausdehnung leicht zer-reißen. Sie stellen entweder Kapselbäüdcr dar und umkleiden als solche alle bewegli-chen Gelenke, oder sind platte bandartige Streifen. Vgl. Weitbrccht, „Syndcsmologie"(Strasb. 1779), Robbi, „Darstellung der Bänder" (Lpz. 1822) und Cooper, „X trestisaan tbe lix-mient»" (Lond. 1827, 1.).
Banderien, von banderium, d. i. Fahne oder Banner, hießen in Ungarn die berittenenDicnstmannen, mit welchen in alten Zeiten Prälaten und Magnaten im Felde, auf Reichs-tagen und bei andern öffentlichen Versammlungen erschienen, weshalb sie selbst den Titelvninini banderiati führten. Mindcrmächtige Edelleute, die nicht 59 Reiter unter einem Ban-ner aufzustellen vermochten, vereinigten sich zu einem gemeinsamen Banderium, wennsie cs nicht vorzogen, sich dem Banderium des Comitats anzuschließen. Ebensohatten mehrekönigliche Städte eigene Banderien; auch gab cs ein Uanderium ressium. Offenbar wardiese Organisation des Ungar. Heerwesens aus dem Lehnswesen der übrigen europ. Völker,namentlich der Deutsche» und Italiener, entstanden. (S. Banner.) Ihre Endschaft er-reichte sic durch die mörderische Schlacht bei Mohatsch imJ. 1526. Jetzt versteht man unterBanderien die berittenen Edclleutc der Comitate, welche in nationaler Uniform auf Reichs-tagen und besonders bei Krönungen die militairischen Ehrenbezeigungen machen. So sehrübrigens die Geschichte der Banderien ins Dunkel gehüllt ist, und obschon sie jetzt nur als eineprunkvolle Reliquie des alten Ungar. Kriegswesens erscheinen, so sind dieselben doch jetzt nochstaatsrechtlich so wichtig, daß die Neichsdepntation im 1.1828 eine besondere Deputation zurEonv.-kex. Neunte Aust. N. 2