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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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14 Bamberg

bildung der franz. Prosa viel beigclragen haben. Unter seinen didaktischen Schriften sindvorzüglichL>e prince" undI^e 8ocrate cbretivn" zu bemerken; den meisten Beifall aberfanden seine Briefe, die zum Theil erst nach seinem Tode durch Girard veröffentlicht wur-den und in einer passenden Auswahl von Champcnon (Elioix des lettros de II.", 2 Bde.,Par. 1806, 12.) und unter dem Titelkensees dev." (Par. 1807, 12.) erschienen. Hef-tige literarische Streitigkeiten mit dem Pater Goulu veranlaßten ihn, Paris zu verlassen.Er zog sich auf sein Gut Balzac an der Charente zurück, wo er am 18. Febr. 1655 starb.Die vollständigste Ausgabe seiner Werke erschien zu Paris (2 Bde., 1665, Fol.).

Bamberg im bair. Kreise Oberftanken, ein merkwürdiger Punkt in DeutschlandsKulturgeschichte, vormals die Haupt- und Residenzstadt eines reichsunmittelbarcn Hochstifts,liegt in einer reizenden und fruchtbaren Gegend unweit der Mündung der Ncgnitz in denMain. Es hat gegen 20000 E. und ist jetzt der Sitz eines Erzbischofs mit einem Domcapitclund eines Appellationsgerichts; auch hat es eine landärztliche Schule, ein Lyccum, Gymna-sium und Schullehrerseminar. Unter die Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die von KaiserHeinrich II. erbaute und nach dem Brande im 1.1080 vom Bischöfe Otto 1.1110 in ihrergegenwärtigen Gestalt wiederhergestcllte, 1828 im ursprünglichen Baustile restaurirte Dom-kirche, mit vier Thürmen, den Grabmälern Heinrich's II. und seiner Gemahlin Kunigunde,Konrad's III., des Papstes Clemens' II. und vieler anderer Bischöfe (vgl.Beschreibung derbischöflichen Grabdenkmale im Dome zu B.", Bamb. 1827), die im Besitz eines reichen Kir-chenschatzes ist; ferner das ehemals sürstbischöfliche Nesidenzschloß aus dem Petersberge, vomBischöfe Lothar Franz von Schönborn im ital. Geschmacke im J. 1702 erbaut, mit schö-nen Frescogemäldrn; die Jakobskirche, welche dem 1073 vom Bischöfe Hermann gestifte-ten, 1803 aufgelösten Stifte St.-Jakob gehörte; die altgothische Pfarrkirche Unsererlieben Frauen, gebaut um die Mitte des 13. Jahrh., und die schöne ehemalige Universitats-kirche, welche 169093 von den Jesuiten erbaut wurde und jetzt der Pfarrei St.-Martmgehört. Die reiche ehemalige Benedictinerabtei Michelsberg wurde 1803 zum Bersor-gungshaus armer Bürger, jetzt Ludwigshospital genannt, und die dazu gehörige Propste!St.-Gertrud zur Irrenanstalt umgewandelt, das Dominicanerklostcr zu Kasernen, das derFranciscaner für das Stadtgericht, das 1671 gestiftete Seelenhaus für das Schullehrer-seminar und das Jesuitencollegium zu Wohnungen für Geistliche bestimmt. Die an derStelle des 1585 errichteten Gymnasiums 1637 vom Bischof Otto gestiftete und 1638 ein-geweihte Universität wurde vom Bischof Friedrich Karl 1735 durch die juristische und medi-rinische Facultät erweitert, 1803 aber aufgehoben und in ein Lyceum verwandelt, in wel-chem ein philosophischer und theologischer Cursus vorgetragen werden. Die ehemalige bi-schöfliche, jetzt königliche Bibliothek von 60000 BanhW Hat einen Reichthum an seltenenHandschriften und alten Drucken. Vgl. Jäck,Beschreibung derVibliothek zu B." (3 Bde.,Nürnb. 1831 33). Um die vaterländische Kunstgeschichte hat sich der KunsthistorikerJos. Heller sehr verdient gemacht, indem er ausgezeichnete Sammlungen dafür begründet.Die Hauptnahrungszweige der Stadt, die in Folge der Säcularisation unendlich gelitten,bilden die Gärtnerei, insbesondere der Anbau officineller Pflanzen, und Bierbrauerei.Der Handel ist durch die Lage der Stadt an der schiffbaren Ncgnitz und am Ludwigskanalebelebt. Ausgeführt werden namentlich Süßholz in sehr bedeutender Quantität, fernerweiße und gelbe Rüben und andere Gartengewächse, Obst, Anis, Koriander und Sämereien.Es gibt aber auch in B. über 500 Gärtner und gegen 60 Bierbrauereien. Die Erbauungder Stadt und ihren Namen veranlaßte die alte Feste Babenberg in ihrer Nähe, wo dieGrafen von Babenberg (s. d.), die Besitzer dieser Gegend, ihren Sitz hatten. Ihre Selb-ständigkeit, die sie durch kaiserliche Privilegien gewonnen, bewahrte sie in gewissen Bezie-hungen auch unter dem Krummstabe.

Das Bisthum B. wurde 1007 von Kaiser Heinrich II., der B. 995 von seimmVater, dem Herzoge Heinrich von Baiern, den der Kaiser 975 damit bcliehen, erbte, ge-stiftet und von ihm sein Kanzler, Eberhard, zum ersten Bischof ernannt, wie denn auchspäter die Kaiser und Päpste die Bischöfe von B. einsetzten und längere Zeit bedeutenden Ein-fluß auf die Wahl derselben äußerten, bis 1398 das Capitel gänzliche Wahlfreiheit erlangte.Die weise Regierung der Bischöfe zuB. wurde nur einmal gestört, als >335 die Bürger