Balzac (Sonore de) Balzac (Jean Louis Guez de) 13
mar, Rostock, Stralsund, Stettin mit Swincmünde und einige pvmmersche Häfen; inPreußen Danzig mitWcichselmünde, Elbing, Königsberg mit Pillau und Memel; in Ruß-land Riga, Reval, Narwa, Kronstadt (Petersburg) und Sweaborg und in Schweden Stock-holm, Karlskrona und Ustadt. Ein äußerst wichtiges Phänomen ist die Hebung der balti-schen Küsten; sie war gegen die Mitte des vorigen Jahrh. ein Gegenstand vielfacher Ver-handlungen unter den Physikern. Dieselben hatten fleißige Beobachtungen zur Folge wiesie durch den Flottencapitain Neinecke im Aufträge der Petersburger Akademie mittels ein-gehauener Marken an den finnischen Felsküsten, durch Pegelbeobachtungen zu Memel, Pillauund an andern Orten und durch Forchhammer's Untersuchungen in Dänemark geschahen.Einzelne Zahlenwerthe, wie das Steigen zu Sweaborg in 4» Jahren um 10 Zoll, zu Memetin 25 Jahren sogar um 1 F. 2°f/,a« Zoll, lassen durch die Authenticität ihrer Wahrheit nichtmehr an dem Steigen der baltischen Küsten zweifeln, im Gegensätze zu dem erwiesenenSenken der Nordseegestade. Es ist die Ostsee nächst der Westküste Italiens, der Küste beiKutsch in Vorder- und der Küste bei Arakan in Hinterindien das bis jetzt bekannte vierte He-bungsgebiet der alten Welt.
Balzac (Honore de), einer der gclesenstcn unter den neuesten RomanschriftstellernFrankreichs, geb. am 20. Mai 1799 zu Tours, kam, nachdem er seine Studien auf dem Collegezu Vcndome vollendet hatte, um 1820 nach Paris, wo er nun anfing, sich als Schriftsteller zuversuchen. Bald darauf legte er eine Buchdruckcrei an, doch griff er, als seine Geschäfte keinengünstigen Erfolg hatten, wieder zur Feder. Er ließ sich durch den geringen Erfolg seinerersten Werke nicht abschrecken, sondern schickte einige dreißig Bände in die Welt hinein, ohnefleh in ihnen auch nur über die Mittelmäßigkeit zu erheben. Später, als sein Name ansing,einen bessern Klang zu erhalten, hat er auch den größten Theil der Romane, die unter denPseudonymen Horace de St.-Aubin, M. de Villergle de St.-Alme, Lord R'Hoone erschie-nen sind, und die ihm allgemein zugeschricben werden, geradezu verleugnet. Als Wende-punkt in der literarischen ThätigkeitB.'s kann das Erscheinen seines Romans „I-es ckerniersekonnns, ou la Bretagne en 1800" (Par. 1829) gelten, mit dem crdiePiganlt-Lebrun'scheManier, der er bis dahin gehuldigt hatte, abstreifte. Von dieser Zeit an zählte er mit unterden beliebtesten Romanschriftstellern. Zu seinen besten Werken gehören die „Lll^smlogie0u Mariage" (2 Bde., Par. 1831) „8cenes <Ie la vie privee" (5 Bde., 1831), „8cenes<Is la vis eie province" (1832), „8cenes eie la vie Parisienne" (1832), „Be meelerin <lsCampagne", „Be pere 6oriot", ,,B» peau eie cbagrin", „Ba rscllercke che l'absoln", dieinsgesammt bei dem Publicum die größte Theilnahme fanden. Bon allen seinen Rouianenkönnen indessen nur zwei Anspruch auf künstlerische Vollendung machen. Es sind dies die„Ilistoire intellectuelle lIsBouisBsmbert"und„Bugene6rancIet". Seine übrigenWerkeleiden alle mehr oder weniger an Unnatürlichkeit, Gespreiztheit und Mangel an einer solidenWeltanschauung; doch ist ihnen ein Reichthum an einzelnen Zügen, die dem menschlichenHerzen abgelauscht sind, nicht abzusprechen. B. übt namentlich über den weiblichen Theilseiner Leser eine große Gewalt aus. In seinen „Bontes tirvlalchues, colligen es abbaies clelonraioe, ei mis ea lumiere par >e sieur «le Baisse pour l'esbsttement «1e kauiagrue-listes et non sultres" (2 Bde., Par. 1833) Wandelter ganz in den Fußtapfen Rabelais'.Der große Erfolg seiner Schriften hat B. veranlaßt, sich beiweitem zu überschätzen, wiedies die neue Ausgabe seiner sämmtlichen Werke beweist, die unter dem anspruchsvollenTitel „Ba comeclie liumainv" erscheint, und wo er sich in der Einleitung mit den erster.Dichtern und Philosophen aller Zeiten auf eine Linie stellt und es als das Ziel seiner schrift-stellerischen Thätigkeit bezeichnet, das ganze menschliche Leben in allen seinen Richtungendarzustellen. Neuerdings hat er sich auch als dramatischer Dichter versuchtin seinen ,,Va»-trm" und den „Ressources 6e yuinola", aber mit entschiedenem Unglück.
, Balzac (Jean Louis Guez de), berühmt besonders als Briefschriftsteller, war zu An-gouleme 1594 geboren. Nachdem er einige Zeit als Geschäftsführer des Kardinals Lava-lette in Rom gelebt, ging er nach Paris, wo er durch sein Talent die Aufmerksamkeit desKardinals Richelieu auf sich zog, der ihn, ein Jahrgeld und dann den Titel eines Staats-raths und Historiographen verlieh. Ohne Tiefe des Geistes und ohne Originalität hatte ersich die Kunst des rhetorischen Vortrags angceignet und gehört zu Denjenigen, die zur Aus-