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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Ballet 7

lchung der mik ihm abgeschlossenen Übereinkunft und flüchtete 1823, da er von der Amnestieausgenommen war, nach Paris, wo er starb. Sein Bruder Luis LopezB-, ged.1778 in Galizien, seit 1808 Kriegscommiffar, war Ecneraldirector der Staatseinkünfte,als ihm 1825 durch Ugarte's Einfluß das Finanzministerium in einer Periode der tiefstenfinanziellen Zerrüttung übertragen wurde. Er erklärte daher 1826 dem Staatsrathe, daßalle Hülfsmittel für die laufenden Ausgaben erschöpft seien, und machte den von der Mehr-heit dieser Behörde verworfenen Antrag einer Verpachtung der Staatseinkünfte. Dagegenwurde dem Finanzministerium die Verwaltung der Ecmeindeeinkünstc überwiesen, die nungroßenthcils zu Staatszwecken verwendet wurden. Ungeachtet aller Schwierigkeiten ge-lang es ihm indessen doch seit 1829, den Staatshaushalt für einige Zeit leidlich zu ordnen,durch Verminderung der Ausgaben das Anwachsen des Deficits aufzuhalten und durch einegrößere Öffentlichkeit der Finanzoperationen den Staatscredit einigermaßen zu heben, auchmehre Maßregeln zur Erleichterung des innern Verkehrs durchzusetzen. Damit ward je-doch so wenig auf die Dauer geholfen, daß B-, obgleich er auf die Seite der Apostolischenhinneigte, sich veranlaßt sah, eine starke Besteuerung und theilwcise Veräußerung der Güterder Geistlichkeit vorzuschlagen, was indeß erst eine geraume Zeit nach seiner Verwaltungins Werk gesetzt wurde. Nachdem die Königin im Oct. 1832 die Regentschaft während derKrankheit des Königs übernommen, wurde B. zum Mitgliede des Staatsraths ernannt. Dochdie veränderte Parteistcllung im J. 1833 verdrängte auch ihn und im Besitze eines großenVermögens, trat er fortan in den Privatstand zurück.

Ballet, gleicher Abstammung mit B all (s. d.), ist im weitern Sinne eine ästhetischeDarstellung, in welcher eine Reihe leidenschaftlicher Regungen und Gefühle durch Panto-mimik und Tanzkunst und nnt Hülfe der Musik zur Anschauung gebracht werden. Imeitzgern Sinne nennt man Ballet Werke der Tanzkunst, deren Zweck es ist, durch mimischeBewegungen und Tänzelillle Handlung, Charaktere, Gesinnungen, Leidenschaften und Ge-fühle mit der höchstmöglichen ästhetischen Ausbildung und Schönheit darzustellen, und wo-bei also mehre Tanzende zusammenwirken. Man kann die Ballete, welche Gemüthsbcwe-gungcn ohne Handlung ausdrücken, lyrische, diejenigen, welche Handlungen darsiellen, dra-matische Ballete nennen; beide zusammen machen, im Gegensatz der nieder» geselligen Tanz-kunst, die höhere Tanzkunst aus, indem durch sie Erregung der Gefühle des Schönen be-zweckt wird. Man thcilt die dramatischen Ballete in historische, mythologische, welcherbeider Begriff sich aus dem Namen ergibt, und in poetische ein, welchen letztem ein Werk derDichtkunst zum Grunde liegt und zu denen auch die u nvollkom menste Gattung, das alle-gorische Ballet, zu zählen ist. Ein gutes Ballet erfodekk' ebenso wol als ein gutes DramaEinheit wie lebhaftes Fortschreiten der Handlung, eine Exposition, Verwickelung und Lö-sung des Knotens. Eine untergeordnete Gattung des Ballets ist das Divertissement,gewöhnlich einactig und komischen Charakters, mit überwiegendem Tanz, in neuern Zeitensogar mit Gesang, wodurch indeß eine Monstrosität entsteht. Große mehractige Ballete er-fodern in der Regel den höchsten Aufwand von Decorationspracht, die mannichfaltigste Ab-wechselung und einen verschwenderischen Luxus, weil hier nur ein Sinn, das Auge, befrie-digt werden soll, da die Musik immer blos Nebensache und jener eine Sinn nur durch diegrößte Prachtfülle und Abwechselung auf die Dauer zu fesseln und zu beschäftigen ist. Da-her ist das Ballet, wenn man ihm auch einen gewissen Kunstwerth zugestehen darf und dasGefühl für reizende und anmuthige Bewegungen und Formen durch dasselbe genährt wer-den kann, doch überall dem Gedeihen der echten wahren Kunst mehr nachthcilig als förder-lich gewesen. Mehr äußerlicher als innerlicher Natur, stumpft es allmälig das Publicumfür den Genuß des recitirendcn Dramas ab, das mehr zu denken als zu schauen gibt, sogardie Oper muß zuletzt immer mehr in das Ballet und in die rhythmischen Formen des Tgnzcsausarten, um den abgestumpften Sinn zu befriedigen und zu reizen, ja man könnte sogarbehaupten, daß das Ballet auf der luxuriösen üppigen Höhe, auf der cs sich jetzt befindet, nichtblos entkräftigend, sondern auch entsittlichend wirkt. Die häufig in Opern verflochtenenTänze verdienen größtcntheils den Namen Ballet nicht, da ihnen gewöhnlich kaum eine Ideezum Grunde liegt, vielmehr ihr Zweck nur der ist, den Tänzern zur Schaustellung ihrer Fer-tigkeit Gelegenheit zu geben und^inc anmuthige Abwechselung hcrbcizuführen. Die Alten