Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6 Ballei Ballesteros

for den nycre danske Kirkchistorie" (2 Bde., 179291) wichtig für die da». Kirchengeschichte.

Er war für Dänemark, doch nach größerm Maßstabe, was Reinhard für Sachsen war.

Ballei, entstanden aus dem Lateinischen dklllivus (s. B ai lli), nannten die Tempel-herren, die Deutschen und die Johanniterritter die einzelnen Provinzen ihrer Tcrritorial-besitzungen oder auch die Unterabtheilungen der Provinzen, und es scheint dieser Name frü-her mit kommende oder Commthurei (s. d.) ganz gleich bedeutend gebraucht worden zusein. Die mehrsten Balleien, namentlich in Frankreich, hatten die Templer; die Besitzungender Johanniter waren zunächst in Priorate und diese erst in Balleien getheilt. Die Deut-schen Ritter zählten in Deutschland in der späten, Zeit und bis zur Auflösung des DeutschenReichs elf Balleien, die wieder in verschiedene kommenden zerfielen; diese Balleien waren:I)dic clsaßische, 2) die östreichische, 3) die tirolische, 4) die zu Koblenz, 5) die fränkische,t>) die zu Biesen, 7) die westfälische, 8) die lothringische, i>) die hessische, 10) die thüringischeund 11) die sächsische. Früher gehörte auch die von Utrecht dazu, die aber dem Orden wie-der entzogen wurde. Bon den Balleien waren die ersten acht katholisch, die drei letztem pro-testantisch.

Ballenstedt, die Residenzstadt des Herzogs von Anhalt-Bernburg, am nördlichenFuße des Unterharzcs, hat sehr schöne Gebäude an der sogenannten Allee, welche zum her-zoglichen Schlosse führt, in dessen Kirche die Gebeine Albrecht des Bären bcigesetzt sind.Die 3800 E. beschäftigen sich großenthcils mit Land-, Garten- und sehr ergiebigem Obst-bau. In der Nähe der Stadt sind zu bemerken die Fasanerie, der Ziegenberg, der Thier-garten, das Jagdhaus auf dem Nöhrkops und die Felspartie der Gegensteine. Das Wap-pen der Grafschaft B. führen nicht allein die Herzoge von Anhalt, sondern auch das HausSachsen im Wappen.

Ballefteros (Don Francisco), Vicepräsidmt der provisorischen Negierung in Spa-nien im I. 1823, geb. 1770 zu Saragossa, gest. am 29. Juni 1832, trat früh in Kriegs-dienste und focht 1793 gegen die Franzosen. Auf eine ungerechte Anklage verlor er 1801seine Hauptmannsstelle, ward jedoch bald nachher bei einem Hauplzollamte in Asturien an-gestellt. Von der Junta dieser Provinz ermächtigt, bei Einbruch der Franzosen ein Regi-ment zu bilden, vereinigte er sich mit Castanos und kämpfte ruhmvoll im Süden des Reichs.Zwar wurde er >810 bciRonquillo und 1811 beiCastillejo geschlagen, doch besiegte er 18l2den General Marransin bei Cartama und einen Heerhaufen unter Beauvais bei Ossuna.Nack E rnennung des Herzogs von Wellington zum Oberbefehlshaber, weigerte er sich,unter dem Fremdling zu dienen, ^urde verhaftet und nach Ceuta verbannt. Bald aberzurückgerufcn und wieder in Thätigkeit gesetzt erhielt er den Befehl über einen Hceres-haufen in der Grafschaft Niebla, wo er jedoch nichts ausMichten vermochte. NachFer-dinand's Rückkehr ward er Kriegsminister, verlor aber, als Absolutisten und Servileihren Einfluß gegen alle Freisinnigen geltend machten, seine Stelle und lebte mehre Jahreaußer Thätigkeit in Valladolid. Beim Ausbruche des Aufstands im 1.1820 ward er vonFerdinand VII. zurückgerufen, weigerte sich aber, den Oberbefehl über das empörte Heer zuübernehmen, stimmte für Berufung der Cortes und trug nicht wenig dazu bei, den Königzur Annahme der Constitution von 1812 zu bestimmen. Hierauf ernannte ihn Ferdinand VII.zum Vicepräsidenten der provisorischen Regierung. B. ließ alsbald die Staatsgefängnisseund Kerker der Inquisition öffnen und gab der Stadtbehörde zu Madrid wieder die Einrich-tung von 1812 unter der CorteSregierung. Er stand mit an der Spitze der aus dem Schoostder Freimaurer hervorgegangenen Communeros und als im Juli 1822 die Feinde der Con-stitution mit Hülfe der Garden die Verfassung umzustürzen suchten, zerstreute er sie an derSpitze der Milizen. Im Kriege von 1823 gegen die Franzosen befehligte er die zur Ver- ^kheidigung von Navarra und Aragon bestimmte Heeresabtheilung, mußte sich aber unter un-glücklichen Gefechten in den Süden zurückziehen und zu Granada am 1. Aug. eine Überein-kunft mit dem franz. Heerführer eingehen. Vergebens foderte ihn später Riego auf, dieWaffen von neuem gegen die Franzosen zu ergreifen. Als der König durch Verfügungvom 1. Oct. alle Beschlüsse der constitutioncllen Regierung für ungültig erklärt hatte, sprachB. in einem Schreiben an den Herzog von Angoulcme seine Verwahrung gegen diesenBeschluß und die dadurch herg stellte unumschränkte Gewalt aus, beschwerte sich über Ver-