Ballauche Balle 5
an den Einen oder den Andern die beiden Schlegel, Tieck, Schwab, Chamisso, Zedlitz,Lenau, Heine und viele Andere anschlosscn.
Ballanche (Pierre Simon), ein ftanz. dichterischer Philosoph von vieler Bedeutung, gcb.4. Aug. 1776 zu Lyon, hatte wegen andauernder Krankheit eine sehrtrübc Jugend zu durch-leben und mußte bereits im 18. Jahre trepanirt werden. Eine Folge davon war, daß er fastnur ein contcmplativcs Leben führte und im Umgänge sich aus einige ausgezeichnete Män-ner, wie Chateaubriand und Nodier, beschränkte. Sein Vater war Besitzer einer Buchdru-ckern und Buchhandlung, und er selbst stand diesen« Geschäfte lange Zeit vor. Erst später trater als eigentlicher Schriftsteller auf, indem er außer der Schrift „vusentiinent" (1801) vonseinen ersten Versuchen wenig drucken ließ. Auch seine „^ntiAone", die der Anfangspunktseiner schriftstellerischen Laufbahn ist, erschien zuerst ( 181 - 1 ) als Manuscript für Freunde,zog aber bald durch den tiefen Sinn und die Vollendung der Sprache die öffentliche Auf-merksamkeit auf ihren Verfasser. Es kann dieses Gedicht, das in einer herrlichen Prosageschrieben ist, gewisserinaßen als Einleitung zu seinen historisch-philosophischen Werkendienen, und es liegt in demselben bereits seine Lehre von der Sühne im Keime, welche dieBasis seiner ganzen Philosophie bildet. Die Rückkehr der Bourbons, denen B. stets imGeiste gehuldigt halte, weckte ihn aus seinen poetischen Träumereien und veranlaßte ihn,den öffentlichen Ereignissen eine größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Von diesem Zeit-punkte an schlug er seinen festen Wohnsitz in Paris auf. Sein „bissai snr les iustitutionssociales" (Par. 1818) war ein Versuch, die sich bekämpfenden Ansichten der Ultras und dieder Liberalen zu versöhnen, und in seinem „klömme «ans nom" (Par. 1820)gab erdie Ge-schichte eines Königsmörders. Sein Hauptwerk ist die unvollendete Philosophie der Ge-schichte, der „Dssai <1e psIinFenösio sociale", der neben manchen unverständlichen, mysti-schen Partien viel tiefsinnM Speculatwnen"enHäsks B. steht mit keinem seiner Landsleutein philosophischem Zusammenhänge. Auch ist er lange unbeachtet geblieben, und erst seit-dem, wo er eine Gesammtansgabe seiner Werke (4 Bde., Par. 1831) veranstaltete, fing er an,einigen Einfluß zu gewinnen. Im 1.1842 ward er als Mitglied der Akademie ausgenommen.
Ballast nennt man diejenigen werthlosen oder wenigstens fast wcrthlosen, aber schwerenMassen, z. B. Sand, Steine oder Gegenstände, die am Ankunftsorte noch einigen Werthals Waare haben, wie schwere Hölzer u. dgl., die man in den untersten Raum der See-schiffe bringt, um sie im Allgemeinen schwer genug zu machen und insbesondere den Schwer-punkt des ganzen Schiffs tief genug herabzuziehen, um dL 0 -Ochö»'g«n üktrpgang und kmstabiles Gleichgewicht des Schiffs beim SchwimmencklNUlftechter Stellung zu ermöglichen.Wenn Schiffe genöthigt sind, ohne Ladung an Maaren abzufahren, so muß natürlich derBallast sehr vermehrt werden, und man sagt dann, das Schiff geht blos mit Ballast. Auchhat man die Benennung auf die Sandsäcke und dergleichen übergctragen, welche Luftschiffcrmit in die Höhe nehmen, um die Schwere und das davon abhängige Gleichgewicht zu regu-liren; je höher man steigen will, desto mehr Ballast wird susgeworfen. — Endlich wirdBallast metaphorisch jede an sich unnütze, aber doch nicht zu beseitigende Last genannt, diemitgeführt werden muß.
Balle (Nikolai Edinger), dän. Theolog und Kanzelredner, geb. 1774 auf der InselLaaland, brachte seit 1766 mehre Jahre auf Reisen im Auslande zu, hielt in Leipzig theolo-gische Vorlesungen und stand im Begriff, in Göttingen eine Anstellung anzunchmen, als imVaterlande sich ihm eine Bahn, die er vorzog, öffnete. Im I. 1772 ward er Professor derTheologie zu Kopenhagen, 1774 dänischer Hofprcdiger und 1783 Bischof über SeelandsStift. Von dieser Stelle ward er 1808 in Gnaden entlassen und starb 1816. Nicht nurals tüchtiger Schriftforscher und Dogmatiker, sondern namentlich als praktischer Theolog er-warb er sich einen gefeierten Namen. Seine „Düeses tüeologicae" (Kopenh. 1776) wurdennoch bis in die letzten Jahre des vorigen Jahrh. auf mehren deutschen Universitäten bei denVorlesungen zu Grunde gelegt. Sein ,,Religionslchrbuch"(l79I) ward durch Nescript von1792 zur Einführung in allen Schulen empfohlen. Auch nahm er thätigcn Anthcil a» der Be-arbeitung des neuen Gesangbuchs (1798). das übrigens weder in poetischer noch dogmatischerHinsicht seinen Zweck erfüllte- Unter seinen vielfachen Schriften ist namentlich sein „Magazin