Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
682
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682 ^vant I» lettre Avernuö

würdigen prcuß. Prinzen Louis Ferdinand wird der unglückliche Ausgang des Gefechts derpreuß. Avantgarde bei Saatfeld am 10. Oct. 1806 beigemessen,flvunt In lettre, s. Kupferd r uck.

Avalen, eine Völkerschaft mongolischen Stammes, erschienen hundert Jahre später alsdie Bulgaren in den Gegenden um den Don, das Kaspische Meer und die Wolga. EinTheil derselben blieb am Kaukasus, ein andererThcil drang um 555 an die Donau vor undließ sich in Dacicn nieder. Hier dienten sie in Justinian'sHeere, halfen den Longobardcn dasReich der Gepiden zerstören und eroberten allmälig zu Ende des 5. Jahrh., besonders unterdem mächtigen Khan Bajan, Pannonien. Später bemeisterten sie sich Dalmatiens, dran-gen in verheerenden Zügen in Deutschland bis Thüringen und in Italien ein, wo sie mitden Franken und Longobardcn kriegten, und breiteten ihre Herrschaft über die an der Donauund weiter nordwärts wohnenden Slawen, sowie über die Bulgaren bis ans SchwarzeMeer aus, bis sich diese Völker gegen sie erhoben und sie 640 aus Dalmatien vertrieben.Auf Pannonien beschränkt, wurden sic von Karl dem Großen 7 06 besiegt und von den Mährenund Petschcncgen ziemlich aufgcrieben, sodaß sie nach 827 aus der Geschichte verschwinden.Sie pflegten ihre Wohnsitze durch Umwallungen von eingcrammten Pfählen und Erde zuumschließen, von denen sich in den von ihnen besessenen Ländern noch Spuren unter demNamen der avarischen Ringe finden. Bisweilen ist ihr Name irrthümlich auf die frühemHunnen und die später» Ungarn übertragen worden.

Avarie, Averie, s. Haverei.

Avellmo, Hauptstadt der ncapolit. Provinz Principato-uiteriore oder Montefuscomit 12000 E, auf der Straße von Neapel nach Bari am Fuße des Monte-Vergine, derSitz eines Bischofs, gewann durch die Revolution von 1820 eine neue Bedeutung. Sie istschlecht gebaut und hat durch die Erdbeben in den I. 1604, 1731 und 1805 sehr viel ge-litten, liegt aber äußerst angenehm. Dem Marktplatz gereicht ein prachtvoller Obelisk zurbcsondern Zierde. Sie gehört dem Fürsten Carraccioli, hat bedeutende Färbereien, welchedurch das weiche Wasser der Umgegend sehr begünstigt werden, und treibt einen starken Han-del mit Maccheroni und Getreide. In der Umgegend wachsen häufig Kastanien und sehrgroße Haselnüsse, die dem Landmann oft das Brot ersetzen. Schon Plinius erwähnt derletzter» unter dem Ncpmcn nuces »veiimca--. Zwischen A. und Benevcnto liegen unfern desFleckens Arpaja die Caudinisch en Pässe (s. d.).

Ave Maria, s. Englischer Gruß.

AveilLinus (Johannes), eigentlich Thurnmayr, der bekannte bair. Geschichtschrei-ber, war zu Abensbcrg (Vventinum), wornach er sich nannte, 1466 geboren. Er studirtezu Ingolstadt, dann in Paris, hielt sich hierauf einige Zeit in Wien auf, ging später nachPolen und wurde, nachdem er von dort nach Ingolstadt zurückgekehrt, 1512 Lehrer derjünger» Brüder des Herzogs Wilhelm's IV. von Baiern. Den Prinzen Ernst von Baiembegleitete er 1515 nach Italien, und 1517 wurde er bair. Historiograph. Nach manchenharten Schicksalen, indem man ihn namentlich auch in den Verdacht der Ketzerei gebrachthatte, starb er zu Rcgensburg am 9. Jan. 1534. Seine^mudes Rojorum", die zuletztEundling (Lpz. 1710, Fol.) herausgab, und seinOlironicon Rsvsriae" (Nürnb. 1522, Fol.)sind ausgezeichnete Werke; durch seineRudiment» grammaticas latinae" (1512) machteer sich auch um die Philologie in Deutschland verdient.

Aventurin heißt in der Mineralogie eine röthlich-braune Abänderung des Quarzes,welche durch zarte Sprünge, wodurch die Lichtstrahlen mannichfaltig gebrochen werden, ei-nen Goldschimmcr erhält. Man findet ihn am Ural, in Steyermark, in der Gegend vonMadrid u. s. w., und er wird zu Ningsteinen, Ohrgehängen, Dosen u. dgl. verarbeitet.

Avernus, im Griechischen Aornos, d. i. der Vogellose, ein an einigen Stellenbis 180 F. tiefer, in der Nähe von Cumä, Puteoli und Bajä befindlicher, fast ganz von stei-len und waldigen Höhen cingeschlossener See (jetzt Lago-d'Averno), dessen mcphitischeDünste die darüber fliegenden Vögel tödteten. Durch seine schaurige Beschaffenheit ist erder Mittelpunkt fast aller Sagen vom Schattenreiche geworden. Hierher verlegte manHomcr's Nckyia, den Eingang in die Unterwelt: hier sollen die Kimmerier gewohnt haben,welche sich in tiefen Höhlen aufhallcnd nicht an das Tageslicht hervorkamen, Metalle such-